Vollmer, Camille, Melanie und Anneliese

Vollmer, Camille, Melanie und Anneliese

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Stolperstein-Biographien im Westend

Vollmer, Camille, Melanie und Anneliese

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Vollmer, Anneliese 2 © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: keine Angaben

 

Anneliese Vollmer wurde in Frankfurt geboren. Mit ihren Eltern Camille Vollmer aus Hagenbach/Pfalz und Melanie Vollmer aus Ettlingen/Baden und dem zwei Jahre älteren Bruder Heinz lebte sie bis 1941 in der Friedrichstraße 30 im Parterre. Heinz gelang 1938 die Flucht nach England. 

 

Anneliese Vollmer besuchte nach der Grundschule (Varrentrapp-Schule) von 1933 bis 1936 die Victoria- (heute Bettina-Schule), die sie verfolgungsbedingt verlassen musste. Sie wechselte auf die jüdische Schule Philanthropin, um die Spezialklasse des „Cambridge-Center" zu besuchen. Hier konnte man das Zertifikat der Universität Cambridge erlangen. Der gesamte Unterricht wurde von zwei Engländern gehalten, die nicht Deutsch sprachen. Oft wurden Schüler verschiedener Stufen zusammen unterrichtet. Sie sei sehr begabt gewesen, hätte jedoch das Cambridge-„Matrikulations-Zertifikat" nicht mehr erlangen können, berichtete der Bruder in einem Brief aus dem Jahre 1967. Sie habe dann in den Jahren 1940/41 Zwangsarbeit in einer Berliner Munitionsfabrik und in einer Frankfurter Druckerei leisten müssen.

 

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Vollmer, Anneliese © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: keine Angaben

 

Camille Vollmer hatte eine Strumpfwaren-Großhandlung (C. Vollmer & Co.) in der Taunusanlage 45, deren Geschäftsadresse später die Wohnadresse Friedrichstraße 30 war. 1928 geriet die Firma in Schwierigkeiten. Camille Vollmer musste mit seinen Gläubigern einen Vergleich schließen und verlor sein ganzes Vermögen. In einem Brief an die Devisenstelle vom 23.12.1940 schreibt er, dass er zwei bis drei Zimmer an Pensionäre vermieten müsse und zusätzlich auf eine monatliche Unterstützung von 100 RM durch seinen Schwager Siegfried Rosenberg (Joseph-Haydn-Straße 55) angewiesen sei. Zu diesem Zeitpunkt waren bei ihm Dr. Else Pariser, Johanna Wronker und Sara Erlanger in Pension.

 

Im Oktober 1941 musste die Familie zwangsweise in die Liebigstraße 41 umziehen.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert von Feli Gürsching und Waltraud Giesen/Frankfurt und Harold H. Stern/ USA, ehemaliger Tanzstundenpartner von Anneliese Vollmer.

 

Melanie Vollmer geb. Mayer

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

15.01.1887

19.10.1941 nach Lodz

unbekannt 

Camille Vollmer

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

01.06.1875

19.10.1941 nach Lodz

unbekannt 

Anneliese Vollmer

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

29.01.1923

19.10.1941 nach Lodz

unbekannt

 

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Stolperstein Friedrichstraße 30 Anneliese Vollmer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

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Stolperstein Friedrichstraße 30 Melanie Vollmer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
 

 

 

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Stolperstein Friedrichstraße 30 Camille Vollmer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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