Alken, Else

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Stolperstein-Biographien im Westend

Alken, Else

Else Alken wurde in Breslau als Tochter jüdischer Eltern geboren. Die Eltern waren der Journalist und Schriftsteller Dr. Fedor Mamroth und Johanna Mamroth, geb. Schwabacher. Fedor Mamroth war seit 1889 Feuilletonchef de „Frankfurter Zeitung“. Else Alken ließ sich am 3. April 1899 in der Ringkirchengemeinde Wiesbaden von Pfarrer Friedrich taufen. Anderen Darstellungen zufolge konvertierte Else Alken mit 18 Jahren vom Judentum zum Katholizismus. Sie besuchte eine Höhere Töchterschule in Breslau und ein Pensionat in Paris und studierte „soziale Krankenhausarbeit“ und Sozial- und Gefängnisfürsorge. Am 9. Januar 1904 heiratete sie in Berlin den Senatspräsidenten am Oberlandesgericht Frankfurt und Kurator der Johann Wolfgang Goethe-Universität Dr. Carl Alken. 1907 wurde der Sohn Johannes geboren, der in der Wiesbadener Marktkirchengemeinde getauft wurde.

 

Während des Ersten Weltkriegs kümmerte sich Else Alken um die Lazarettarbeit und rief ein Tagesheim für Frauen ins Leben, dessen Leitung sie übernahm. 1921 war sie Mitglied im Provinzial-Landtag Hessen-Nassau, von 1924 gehörte sie bis zu ihrer Amtsenthebung 1933 dem Stadtrat in Frankfurt als ehrenamtliche Stadträtin an. Nach dem Tod ihres Ehemannes begab sie sich nach Wien, anschließend nach Tirol und beantragte von dort Witwenrente, der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Deshalb sah sie sich spätestens 1935 gezwungen, nach Frankfurt zurückzukehren. Ihre wertvoll eingerichtete Fünf-Zimmer-Wohnung in der Schubertstraße 2 , die sie mit ihrem Mann 1932 gemietet hatte, gab sie auf und mietete eine Unterkunft in der Bockenheimer Landstraße 83, 1939 wohnte sie in der Cronstettenstraße 23.

 

Als „katholische Jüdin“, der die Emigration damals bereits unmöglich war, bemühte sie sich 1942 durch Vermittlung des Limburger Bischofs Antonius Hilfrich vergeblich um eine Anforderung durch den Vatikan-Staat. Am 1. September 1942 wurde sie nach Theresienstadt verschleppt, wo sie am 24. Dezember 1942 starb.

 

Seit 1962 ist nach Else Alken eine Straße in Frankfurt-Niederrad benannt.

 

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Else Alken in ihrer Wohnung in der Schubertstraße 2 © Hessisches Haupt-Staats-Archiv 318/6080 Bl.28

Else Alken, geb. Mamroth

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

14.5.1877

1.9.1942 Theresienstadt

24.12.1942

 

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Stolperstein Bockenheimer Landstraße 83 Else Alken © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe

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