Berberich, Helene Josefine

Berberich, Helene Josefine

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Stolperstein-Biographien im Westend

Berberich, Helene Josefine

 

Helene Josefine Berberich wurde in Frankfurt am Main als Tochter von Jakob Ebelsbacher und Gertrud Silberberg geboren. Sie war in erster Ehe mit dem katholischen Louis Fontheim (Jg. 1874) aus Landstuhl verheiratet, der von 1920 bis 1928 in Kaiserslautern lebte. Helene Josefine Berberich heiratete im Dezember 1919 in Heidelberg den katholischen Bildhauer und Steinmetz Fritz Berberich (Jg. 1880), der in Landstuhl als Sohn von Jakob Berberich und Katharina Westrich geboren wurde. Das Ehepaar wohnte zunächst in Kaiserslautern in der Kaiserstraße 59. Dort führte Friedrich Berberich eine Tabakwaren- bzw. Zigarrenhandlung.

 

Nach der Heirat erfolgte der Umzug nach Frankfurt. Nach Angaben des Ehemanns erfolgte aufgrund der politischen Situation 1932 die Scheidung, die Eheleute lebten jedoch noch bis 1936 zusammen in der Leerbachstraße 50. Helene Berberich war Schriftstellerin und Lyrikerin unter dem Pseudonym Helene Fontheim. Aufgrund einer Denunziation war sie von November 1933 bis Februar 1934 in Haft der Geheimen Staatspolizei und sollte versichern, dass sie sich nicht weiter politisch betätigen werde. Es folgte ein Verbot ihrer schriftstellerischen Arbeit. 1936 wurden die Ehepartner aus der Wohnung durch die Geheime Staatspolizei ausgewiesen. Josefine Helene Berberich lebte anschließend allein in der Hochstraße 55, zuletzt in der Niddastraße 54.

 

Helene Berberich wurde am 11. Juli 1941 verhaftet und einen Tag später in das Frauenstrafgefängnis Frankfurt-Höchst verschleppt. Sie soll gegenüber einer Apothekerin geäußert haben, dass für den „Führer“ ein Menschenleben nichts bedeute und der Krieg deshalb „noch Jahre dauern“ würde. Aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Frankfurt vom 16. September 1941 wurde sie in die Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn eingewiesen. In einem „Heimtückeverfahren“ wurde Helene Berberich vom Sondergericht Frankfurt am 17. Dezember 1941 zur dauernden Unterbringung in einer Heil- oder Pflegeanstalt verurteilt mit der Begründung, die Öffentlichkeit müsse vor den „frechen Äußerungen der Jüdin“ geschützt werden. Laut Haftakte hatte Helene Berberich ein Kind.
Am 12. Juli 1942 wurde Helene Berberich auf Anweisung der Geheimen Staatspolizei aus Weilmünster deportiert; ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Der Stolperstein wurde initiiert von Martina Hartmann-Menz und finanziert von Bruni Freyeisen, Frankfurt.

 

 

Helene Josefine Berberich
Helene Josefine Berberich © Privat / Martina Hartmann-Menz, Foto: Keine Angabe

 

 

 

Helene Josefine Berberich, geb. Ebelsbacher 
Geburtsdatum:   2.10.1874  
Haft:   November 1933 bis Februar 1934, 11.7.1941 Frauenstrafgefängnis Frankfurt-Höchst, 16.9.1941 Anstalt Bendorf-Sayn, 17.12.1941 Weilmünster 
Deportation:   12.7.1942 unbekannt 
Todesdatum:   unbekannt 

 

 

 

Stolperstein Leerbachstraße 50, Berberich, Helene
Stolperstein Leerbachstraße 50, Berberich, Helene © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe

 

 

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