David, Dagobert, Ernst und Klara sowie Brumlik, Therese

David, Dagobert, Ernst und Klara sowie Brumlik, Therese

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Stolperstein-Biographien im Westend

David, Dagobert, Ernst und Klara sowie Brumlik, Therese

 

Therese Brumlik, geborene Klein, wurde in Radic geboren und hatte sechs Kinder, darunter Otto (Jg. 1882), Klara (Jg. 1886), Hugo (Jg. 1888), Hedwig und Alfred. Beim Novemberpogrom 1938 wurde ihre Wohnung in der Kronberger Straße 33 zerstört. Zuletzt wohnte sie in der Bockenheimer Landstraße. Sie starb acht Tage nach ihrem 87. Geburtstag.

 

Der Sohn Hugo Brumlik führte zusammen mit einem Bruder das Gardinen- und Teppichgeschäft „J. Brumlik OHG“, Liebfrauenstraße 1-3, dessen Mitinhaber er war. Den Brüdern gehörten außerdem die Liegenschaften Neue Kräme 28-30 und Ziegelgasse 7-9. Unmittelbar nach dem Boykott am 1. April 1933 wurden jüdische Persönlichkeiten, darunter auch die Brüder Brumlik, „durch die Stadt geführt“. Das Teppichhaus wurde „arisiert“ und hieß noch nach dem Zweiten Weltkrieg „TEGA-Haus“. Letzte Frankfurter Adresse Bockenheimer Landstraße (Hausnummer unbekannt). Hugo Brumlik flüchtete nach Frankreich, wo er vom Hausierhandel und in sehr schlechten Verhältnissen lebte. Um 1940 wurde er interniert und bei einem Fluchtversuch in die Schweiz von der Geheimen Staatspolizei verhaftet. Er wurde vom Lager Drancy am 4. November 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

 

Die Tochter Klara David, geb. Brumlik, war seit 1910 mit dem in Aachen geborenen Kaufmann Dagobert David verheiratet. Sie hatten einen Sohn Ernst, dem die Flucht in das britische Exil gelang. Diese Familie wohnte in der Ulmenstraße 7, 1935 in der Kronberger Straße 30, und zog 1938 in die Wohnung der Mutter oder Schwiegermutter in der Kronberger Straße 33/I.

 

Dagobert David war der Erfinder des patentierten Schreibmaschinen-Typenrades „RODACO“, dessen Fabrikation und Verkauf er seit 1925 als Teilhaber und Direktor der gleichnamigen Firma („Rotter, David & Company“) betrieb. 1938 wurde ihm verboten, die Büroräume zu betreten. Im Zusammenhang mit dem November-Pogrom 1938 wurden Dagobert David und sein Sohn Ernst verhaftet und in die Festhalle gebracht. Während Dagobert David entlassen wurde, da er als Soldat im Ersten Weltkrieg gekämpft hatte und kriegsversehrt war, wurde der Sohn nach Buchenwald verschleppt und konnte nach der Freilassung 1939 nach England fliehen.

 

Wegen angeblicher Devisenvergehen saß Dagobert David vom 19. bis 24. Juli 1939 im Untersuchungsgefängnis Frankfurt und wurde von dort in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit überstellt. Laut Entschädigungsakte erfolgte die Verhaftung erst am 23. September 1939 durch die Geheime Staatspolizei, die ihn direkt nach Berlin in das Polizeigefängnis Moabit verschleppte. Gegen ihn wurde vor dem Volksgerichtshof in Berlin ermittelt. Dagobert David starb im Gefängnis ohne Verhandlung. Klara David war vom 23. Januar 1939 bis 24. Februar 1942 im Untersuchungsgefängnis Frankfurt in Haft und wurde im Mai 1942 deportiert.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert und finanziert von dem Hausbewohner Karl-Ludwig von Nordheim.

 

 

 

Therese Brumlik, geb. Klein 
Geburtsdatum:
15.8.1855 
Todesdatum:
23.8.1942 

 

Dagobert David
Geburtsdatum: 23.4.1880
Haft: 11.11.1938 Festhalle Frankfurt, 23.6.1939 Berlin-Moabit 
Todesdatum:
24.2.1940 

 

Klara David, geb. Brumlik
Geburtsdatum: 2.2.1886 
Haft:  23.1.1939 - 24.2.1942 Frankfurt, Mai 1942 deportiert 
Todesdatum: unbekannt

 

Ernst David
Geburtsdatum: 4.7.1911 
Deportation:
11.11.1938 Buchenwald 
Flucht:
1939 England 

 

 

 

Stolperstein Kronberger Straße 33, Therese Brumlik
Stolperstein Kronberger Straße 33, Therese Brumlik © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Kronberger Straße 33, Dagobert David
Stolperstein Kronberger Straße 33, Dagobert David © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Kronberger Straße 33, Klara David
Stolperstein Kronberger Straße 33, Klara David © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Kronberger Straße 33, Ernst David
Stolperstein Kronberger Straße 33, Ernst David © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

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