Cohnstädt, Ruth

Cohnstädt, Ruth

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Stolperstein-Biographien im Westend

Cohnstädt, Ruth

Ruth Cohnstädt
Ruth Cohnstädt © Privat / Familie Cohnstädt, Foto: keine Angabe

 

Ruth Cohnstädt war das älteste Kind von Wilhelm Cohnstädt und Else geb. Göbel. Ihr Vater war Mitglied des Herausgeberkollektivs der Frankfurter Zeitung. Sie besuchte die Schillerschule und machte dort im Februar 1932 das Abitur. Zum Sommersemester 1932 schrieb sie sich in der juristischen Fakultät der Universität Tübingen ein. Nach zwei Semestern wollte sie das Studium in Frankfurt fortsetzen. Sie trat jedoch von ihrer bereits erfolgten Immatrikulation „wegen veränderter wirtschaftlicher Verhältnisse meiner Eltern“ zurück.

 

Ruth Cohnstädt war im Freundeskreis des Sozialistischen Schülerbundes und wirkte dort nach der NS-Machtübernahme in einer kleinen Widerstandszelle, zusammen mit Emil Carlebach (1914-2001) und Paul Bloch. Die drei wurden beim Verteilen von Flugblättern von SA-Männern festgenommen. Ihnen wurde der Prozess gemacht, allerdings „nur“ wegen Verstoßes gegen das Pressegesetz. Die Strafe fiel für Ruth relativ gnädig aus, fünf Wochen Haft und eine Geldbuße.

 

Ruth, die ihre illegalen Aktivitäten danach zusammen mit Emil Carlebach fortsetzte, wurde von ihrer Mutter – ihr Vater war schon in die USA geflüchtet – nach Italien geschickt, kehrte jedoch Ende 1934 nach Frankfurt zurück. Im Haus ihrer Großeltern, wo sie nach der Rückkehr aus Italien wohnte, nahm sie sich das Leben. Ihr Grab auf dem Friedhof Rat-Beil-Straße wurde im Krieg durch eine Bombe zerstört.

 

Der Stolperstein wurde initiiert von Hanna und Dieter Eckhard. Bei der Verlegung waren anwesend John und Sheila Compton/Washington Grove, Lina Nicolette und Joy Cohnstaedt, Toronto, Allie Compton/NY, Christine Compton, Baltimore, Erin Compton und Anderson Mesquita, Barcelona.

 

 

 

Ruth Cohnstädt 
Geburtsdatum:   17.6.1912 
Todesdatum:   12.11.1934 

 

 

 

 

Stolperstein Hansaallee 32, Ruth Cohnstaedt
Stolperstein Hansaallee 32, Ruth Cohnstaedt © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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