Edelmuth, Adele

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Stolperstein-Biographien im Westend

Edelmuth, Adele

Adele Edelmuth, geb. Mayer wurde in Frankfurt am Main geboren. Sie war die Schwester des Kaufmannes und Bücherrevisors Michael Mayer (Jg. 1872). Die Witwe hatte zwei Söhne und zwei Töchter, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg nach Israel, in Frankreich, USA flüchteten. Sie war Eigentümerin eines Anwesens im Gärtnerweg 47, das 1941 verfolgungsbedingt verkauft werden musste: Sie musste eine "Judenvermögensabgabe" in Höhe von 17.024 Reichsmark entrichten und wurde zum Abschluss eines "Heimeinkaufvertrags" in Höhe von 5.458,73 Reichsmark gezwungen. Den Unterzeichneten solcher Verträge wurde vorgegaukelt, damit ihren Lebensabend in einem Altersheim in Theresienstadt zu finanzieren.

 

Verfolgungsbedingt musste die 75jährige zunächst in ein Zimmer in der Mainzer Landstraße 39 umziehen, das sie mit einem Mitbewohner teilte; außer Wäsche und Kleidung durfte Adele Edelmuth nichts dorthin mitnehmen. Letzte Frankfurter Adresse war die Fichtestraße 7. Adele Edelmuth wurde nach Theresienstadt und von dort 23.9.1942 unter der Transportnummer "Bq-1375" nach Maly Trostenec nahe dem Ghetto Minsk verschleppt. Nach Angaben des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes handelte es sich um einen "Todestrans-port", bei dem nur zehn Prozent der Opfer überlebten. Im "Gedenkbuch" ist als Todesort das Vernichtungslager Treblinka angegeben.

 

Der Bruder Michael Mayer und dessen Frau Sofie Mayer, geb. Elias, wurden ebenfalls am 18.8.1942 nach Theresienstadt verschleppt. Michael Mayer kam am 29.07.1942 um, Sofie Mayer wurde nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

 

Der Stolperstein wurde initiiert von der Enkelin Marianne Ambrun/Paris, die auch zusammen mit Freunden aus Frankreich — mit Leo Heinquet und Eva H. Kunze /Meudon - bei der Verlegung anwesend war.

Adele Edelmuth, geb. Mayer

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

10.08.1867

18.08.1942 nach Theresienstadt und am 23.09.1942 nach Maly Trostenec

September 1942

 

 

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Stolperstein Gärtnerweg 47 Adele Edelmuth © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 


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