Stern, Siegfried (Fried)

Stern, Siegfried (Fried)

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Stern, Siegfried (Fried)

 

Siegfried Stern wurde in der Herderstraße 12 in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater Lippmann Stern stammte aus einer unterfränkischen jüdischen Familie, die Mutter Maria Margarethe Stern, geb. Schuch, kam aus einem Frankfurter Handwerkermilieu und war nicht jüdisch. Siegfried Stern hatte vier Geschwister.

 

Siegfried Stern machte eine Ausbildung als Lithograph und war Schüler von Heinrich Hasselhorst an der Städelschule. Er unternahm Studienreisen nach Holland, England und Frankreich. Als freier Maler und Schriftsteller verfasste er gereimte Kinderbücher und launige Prosa und „Jugenderinnerungen eines Frankfurter Malers“ (1925). Zeitweise war er Lehrer an einer Mädchenschule.

 

Fried Stern verstand sich zeitlebens als „Frankfurter" aus dem Nordend und machte aus seiner einfachen Herkunft kein Hehl. Fast stilisierte er sie als Besonderheit, als er um die Zeit des Ersten Weltkrieges ganz allmählich Seine Position als anerkannten Künstler mit Doppelbegabung in Frankfurt gewann. Er wirkte als Maler-Poet.

 

Bekannt wurde er mit einer Art „Anti-Struwwelpeter", ganz im Sinne eines Widerstands gegen kleinbürgerliche Moralvorstellungen. Die folgenden Kinderbücher, die sich großer Beliebtheit erfreuten (mehrere Auflagen in verschiedenen Ausstattungen) gehören in die Gattung der "Robinsonaden", das berühmte Vorbild diente aber einem Ausdruck der Jugendbewegung. Dabei muss man festhalten, dass Stern oftmals seine deutsch-patriotische Haltung ausgesprochen dezidiert einbrachte.

 

Nach 1933 wurde Siegfried Stern gezwungen, unterzutauchen. Bis 1933 ist sein Atelier in der Hochstraße 40 nachweisbar. Seine letzte Wohnung war in der Neuhofstraße 33. 1937 flüchtete er nach Amsterdam. 1937 las man in der "Frankfurter Zeitung" von einem unklaren Tod des "Frankfurter Malers" in Amsterdam, wenig später folgte ein Dementi.

 

Als die deutsche Wehrmacht in den Niederlanden einmarschierte, wurde Siegfried Stern im Juli 1940 in das Internierungslager Westerbork verschleppt und von dort wahrscheinlich im Juli 1942 „nach Osten“ in ein Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert.

 

Der Stolperstein wurde initiiert und finanziert von Ingeborg von Lips, Frankfurt.


Literatur: Ingeborg von Lips: Joseph Roth:.Ein Frankfurter Lesebuch. Frankfurt 2017.

 

Selbstportrait auf Buchumschlag
Selbstportrait auf Buchumschlag © Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1916, Foto: keine Angabe

 

Siegfried Stern

Geburtsdatum:

Flucht:

Inhaftierung:

Todesdatum:

13.11.1875

1937 Holland

1942 Westerbork

unbekannt

 

 

 Stolperstein Neuhofstraße 33, Siegfried Stern
Stolperstein Neuhofstraße 33, Siegfried Stern © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: keine Angabe

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