Grünewald, Julius, Edgar und Inge

Grünewald, Julius, Edgar und Inge

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Grünewald, Julius, Edgar und Inge

Julius Grünewald wurde in Rheinböllen als Sohn von Josef Gruenewald und seiner Ehefrau Johanna Gruenewald, geb. Stern, geboren. Am 30. Dezember 1920 heiratete er Elsbeth Gruenewald, geb. Reichenbach, in Frankfurt, die am  24. Juli 1924 starb. Am 15 Mai 1930  heiratete er Selma Gruenewald, geb. Katzenstein, die am 2. August 1931 starb. Er hatte einen Sohn und eine Tochter: Edgar Josef aus erster Ehe und Inge aus zweiter Ehe. Die Familie lebte in der Elkenbachstraße 24, dann im Musikantenweg 45.

 

Julius Gruenewald besuchte die Volksschule. Er gründete unbekannten Datums in Frankfurt ein Engrosgeschäft für Trikotagen und Wollwaren; er hatte keinen offenen Verkauf, sondern belieferte Wiederverkäufer. Der Betrieb wurde am 11. Juni 1937 eingestellt und gewerbesteuerlich am 9. August 1937 abgemeldet.

 

Nach dem Tod von Selma Grünewald kam der Sohn aus erster Ehe Edgar Josef zu einer Tante bei Bad Kreuznach. Ihm gelang 1936 über die Niederlande die Flucht nach Uruguay Die Tochter Inge wurde im Oktober 1933 vom Vater in die Obhut des Jüdischen Kinderhauses in der Hans-Thoma-Straße gebracht. 1936 wurde sie eingeschult. Sie besuchte das Philantropien. Nachdem der Vater vergeblich versucht hatte, Inge mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit zu bringen, gelang es ihm, die Flucht der neunjährigen Tochter 1939 ebenfalls nach Uruguay zu organisieren. Er hoffte, nachkommen zu können. 1950 wanderte Inge nach Israel aus und lebte in einem Kibbuz im Negev. Sie heiratete und gründete eine Familie. (die Tochter flüchtete 1939 dorthin und lebte später in Israel.) Julius Grünewald lebte 1939 in der Berger Straße 225, zuletzt in der Elkenbachstraße 6.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert von R. Shimon, Frankfurt.

 

Bei der Verlegung waren Inge Grünwald mit Sohn Daniel Ariel aus Shapira Center/Israel und Tochter Shulamit Bergson aus Givat Avni/Israel anwesend. Inge Grünewald besuchte mit ihrer Familie bei ihrem Aufenthalt in Frankfurt auch das Philantropien, wohin sie von 1936 bis 1939 in die Schule ging. Im Hessischen Staatsarchiv fand sich ihr Zeugnisheft von der 1. bis zur 4. Klasse. Dieses wurde ihr beim Besuch des Philantropien zurückgegeben.

 

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Inge Grünewald 1939 © privat/Inge Grünewald
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Inge Grünewald (vorne_3.v.l.) © privat/Inge Grünewald
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Julius Grünewald © privat/Inge Grünewald


Julius Grünewald

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

6.7.1885

1.9.1942 Theresienstadt

27.6.1944

 

Edgar Josef Grünewald

Geburtsdatum:

Flucht:

13.4.1922

1936 Uruguay

 

Inge Grünewald

Geburtsdatum:

Flucht:

10.5.1930

1939 Uruguay

 

 

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Stolpersteine Musikantenweg 45 Julius Grünewald © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe
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Stolpersteine Musikantenweg 45 Edgar Josef Grünwald © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe
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Stolpersteine Musikantenweg 45 Inge Grünewald © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe

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