Meyerhof, Agnes

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Meyerhof, Agnes

 

Die Malerin, Bildhauerin, Grafikerin und Kunstgewerblerin Agnes Meyerhof wurde in Hildesheim als Tochter des Kaufmanns Magnus Meyerhof und seiner Frau Carolina, geb. Schwabe, geboren. Sie hatte vier Geschwister. Die Familie war seit 250 Jahren in Hildesheim ansässig war und hatte ihr Stammhaus im Friesenstieg. Agnes Meyerhof absolvierte mit dem Jahrgang 1871/72 die Töchterschule. Schon sehr früh wurde ihr Talent für Musik und Zeichnen erkannt. Unmittelbar nach ihrer Schulzeit nahm sie Zeichenunterricht bei dem bekannten Hildesheimer Bildhauer und Künstler Küsthardt (1830-1900).  

 

Ihre weitere Ausbildung erfolgte in Frankfurt am Main. Sie malte bei J. M. Welsch und L. Kirchbach. Bildhauerei betrieb sie bei Professor Friedrich Hausmann. Sie schuf Tierbilder für den zoologischen Garten in Frankfurt am Main und fertigte zoologische Illustrationen für diverse Publikationen. Ihre Spezialität war die Porträtmalerei. Vorherrschende Motive waren Tiere, Landschaften und Stillleben. Studienreisen brachten sie 1901 und 1902 nach Florenz und Rom, in München studierte sie um 1905 bei dem Lithographen und bedeutenden Buch-Illustrator des Jugendstils Hugo Steiner-Prag. 

 

Agnes Meyerhof blieb ledig. Um und ab 1910 wohnte sie in der Lersnerstraße 33, ab 1925 in der Stalburgstraße 17, 1939 im Reuterweg 59. Ihre letzte Adresse war das Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde in der Gagernstraße 36. Sie erlitt das Schicksal vieler älterer Menschen jüdischer Herkunft, die zu einem „Heimeinkaufsvertrag“ für das angebliche „jüdische Siedlungsgebiet“ genötigt wurden, dann in das Ghetto Theresienstadt deportiert wurden und unter den dort herrschenden kläglichen Bedingungen meist nur noch wenige Tage zu leben hatten.

 

In Hildesheim wurde nach Agnes Meyerhof eine Straße benannt, sie liegt Ochtersum im Baugebiet „Neues Wohnen am Steinberg“. Auch einer von sieben Sitzungsräumen im Hildesheimer Rathaus ist nach Agnes Meyerhof benannt. Seit 2010 erinnert einer von zahlreichen Stolpersteinen („Hier lernte“) vor dem Goethegymnasium in der Goslarschen Straße 65–66 an Agnes Meyerhof.  

 

Der Stolperstein wurde initiiert und finanziert von Dr. Hartmut Häger, Vorsitzender des Hildesheimer Museumsvereins.

 

Literatur: 
http://vernetztes-erinnern-hildesheim.de/pages/home/hildesheim/personen/opfer/agnes-meyerhof.php

Cristina Prauss und Hartmut Häger, Hildesheimer Heimat- u. Geschichtsverein e.V. (Hg.): Verfolgt, ermordet – vergessen. 101 Stolpersteine in Hildesheim, 2019 
Andrea Germer (Hg.), Töchter der Zeit: Hildesheimer Frauen aus acht Jahrhunderten. Erforscht und dargestellt durch Mitglieder der Geschichtsgruppe im Frauen-Labyrinth-Projekt Region Hildesheim e.V. 2009

 

Selbstportrait
Selbstportrait © Städel Museum Frankfurt, Foto: Keine Angabe

 

Schwanenteich
Schwanenteich © Städel Museum Frankfurt, Foto: Keine Angabe

 

Marabu
Marabu © Städel Museum Frankfurt, Foto: Keine Angabe

 

Stolpersteine vor dem Goethegymnasium in Hildesheim
Stolpersteine vor dem Goethegymnasium in Hildesheim © Stadtarchiv Hildesheim, Foto: Keine Angabe

 

 

 

Agnes Meyerhof 
Geburtsdatum:   2.6.1856 
Deportation:  18.8.1942 Theresienstadt 
Todesdatum:  22.8 1942

 

 

 

 

Stolperstein Stalburgstraße 17, Mayerhof, Agnes
Stolperstein Stalburgstraße 17, Mayerhof, Agnes © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Keine Angabe

 

 

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