Kolinski, Berthold, Fanny, Willie und Leo

Kolinski, Berthold, Fanny, Willie und Leo

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Kolinski, Berthold, Fanny, Willie und Leo

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Fanny Kolinsky mit Leo und Willie © privat/Ingrid Kolinski, Foto: keine Angaben

 

Berthold und Fanny Kolinski heirateten am 9. Juni 1929. Die Trauung fand in der Kleistloge in der Kleiststraße 18 in Berlin statt und wurde von Rabbiner Dr. Hartwig Carlebach vorgenommen. Nach der Hochzeit wohnten die beiden in der Eschersheimer Landstraße 79 in Frankfurt. Berthold Kolinski, in Frankfurt geboren, war der Sohn der Witwe Betty Kolinski, geb. Sichel. Er war Fabrikant und Kaufmann für Lederwaren. Fanny Kolinski stammte aus Nussloch, ihre Eltern waren der Handelsmann Louis Neumann und Philippina Neumann, geb. Rosenwald. Sie hatten zwei Söhne Willie Markus und Leo und wohnten im Frankfurter Mauerweg 36, heute Friedberger Landstraße 17. Dieses Haus gehörte dem Bruder von Fanny Kolinski, Julius Neumann, der schon 1933 nach Paris und später nach New York flüchtet. Verwalter des Hauses war Berthold Kolinski.

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Fanny und Berthold Kolinsky © privat/Ingrid Kolinski, Foto: keine Angaben

1939 flüchtete die Familie nach Antwerpen, wo sich bereits seit 1934 die Mutter Betty und deren Tochter in der Lange Leemstraat 329 aufhielten. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien folgte die Flucht nach Südfrankreich, wo Berthold Kolinski 1940 verhaftet wurde. Er hat seine Familie nie wieder gesehen.

 

Die Mutter kam mit den beiden Söhnen ins Lager Rivesaltes. Sie ermöglichte beiden Kindern unter dramatischen Umstanden die Flucht – der letzte Kontakt, den die Kinder mit der Mutter hatten. Beide kamen durch eine jüdische Organisation nach Opio bei Grasse und wurden dort auf dem Chateau von Madame Diane van Dommelen verborgen gehalten. Nach der Befreiung durch die US-Army am 24. August 1944 wohnten sie bei einem weiteren Bruder der Mutter, Sally Neumann. Dieser war auch mit seiner Familie aus Deutschland geflohen und hatte sich in Nizza versteckt.

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Fanny und Willie Kolinsky © privat/Ingrid Kolinski, Foto: keine Angaben

Betty Kolinski wurde in Belgien verhaftet und von Malines/Mechelen am 31. Oktober 1942 nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

 

Willie und Leo Kolinski fuhren am 18. Juli 1947 mit der Familie Neumann mit dem Schiff „Sobieski“ nach New York. Dort wurden sie von Julius Neumann in Empfang genommen. 1952 erhielten sie den amerikanischen Pass. Nach dem Militärdienst studierten sie an der Columbia University, New York. Willie wurde Lehrer und Leo Optometrist. Leo blieb in Amerika, am 2. April 1998 nahm er sich mit einem Sturz von einer Brücke das Leben. Willie arbeitete als Lehrer für die Kinder der US- Streitkräfte, zunächst in den USA, dann in der Türkei in Ankara und später in Bitburg. 1962 wechselte er an die High School in Wiesbaden, 1971 lernte er dort Ingrid Hartmann kennen. Sie heirateten 1992. Willie Kolinski starb am 8. Juni 2013.

Berthold Kolinski

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

31.05.1901

Flucht: 1939 Belgien, 1940 Frankreich; Haft: 01.06.1940 Gurs, 30.01.1941 Rivesaltes; Deportation: 21.10.1942 Drancy, Auschwitz

unbekannt

Fanny Kolinski, geb. Neumann

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

12.01.1895

Flucht: 1939 Belgien, 1940 Frankreich; Haft: 01.06.1940 Gurs, 30.01.1941 Rivesaltes, 13.09.1942 Drancy; Deportation: 16.09.1942 Auschwitz

unbekannt

Leo Kolinski

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

22.07.1931

Flucht: 1939 Belgien, 1940 Frankreich; Haft: 01.06.1940 Gurs, 30.01.1941 Rivesaltes; versteckt in Opio bei Grasse

1944 befreit

Willie Kolinski

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

21.06.1930

Flucht: 1939 Belgien, 1940 Frankreich; Haft: 01.06.1940 Gurs, 30.01.1941 Rivesaltes; versteckt in Opio bei Grasse

1944 befreit

 

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Stolperstein Friedberger Landstraße 17 Berthold Kolinski © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Friedberger Landstraße 17 Fanny Kolinski © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Friedberger Landstraße Willie Kolinski © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Friedberger Landstraße Leo Kolinski © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main


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