Pappenheimer, Julius

Pappenheimer, Julius

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Pappenheimer, Julius

Julius Pappenheimer wurde in Dornheim bei Groß-Gerau geboren. Am 5. August 1925 heiratete er die am 20.Oktober 1897 geborene Marta Noll-Hussong in Sprendlingen, wo die junge Familie zunächst wohnte. Sie hatten zwei Kinder: Ruth, geb. am 8. November 1925, und Alfred, geboren am 26. März 1928. Zu diesem Zeitpunkt wohnte die Familie in Langen bei Offenbach. Marta Pappenheimer starb am 6. März 1933 in Wiesbaden.

 

Laut  Auszug des Frankfurter Melderegisters war Julius Pappenheimer Kaufmann. Tatsächlich scheint er über längere Zeiträume arbeitslos gewesen zu sein. Nach eigenen Anhaben war er bis 1933 Wohlfahrtsempfänger, dann sei er als Arbeiter bei der Firma Teves in Frankfurt beschäftig gewesen. Julius Pappenheimers einzige in Frankfurt belegte Adresse war die Thomasiusstrasse 8 in Untermiete bei Regina und Caecilie Szkop, die beide am 22. November 1941 nach Kaunas deportiert und dort ermordet wurden.

 

Ruth Pappenheimer wuchs seit ihrem dritten Lebensjahr bei den Großeltern im Frankfurfter Gallus auf,  ihr Bruder Alfred bei seinem Onkel Albert Pappenheimer in Dreieich. Beide scheinen zu ihrem Vater keinen Kontakt unterhalten zu haben. Beide wurden Opfer des Holocaust: Ruth Pappenheimer, die etliche Jahre in der Bad Camberger Haus- und Landarbeitsschule als Fürsorgezögling untergebracht war und  als Hausmädchen in Betrieben und Einrichtungen der Region arbeitete, wurde am 20. Oktober 1944, wenige Tage vor der Entlassung aus der Fürsorgeerziehung, auf dem Idsteiner Kalmenhof ermordet. Alfred wurde gemeinsam mit seiner Pflegefamilie am 30. September 1942 von Darmstadt nach Treblinka deportiert und dort ermordet.

 

An Ruth Pappenheimer erinnert ein Stolperstein in der Kriftelerstraße 103.

 

Der Stolperstein wurde initiiert von der Historikerin Martina Hartmann-Menz/Elz.

 

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Marta Pappenheimer mit Alfred und Ruth © aus: "Dokumentation Julius Pappenheimer März 2014" von Martina Hartmann-Menz

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Julius Pappenheimer © aus: "Dokumentation Julius Pappenheimer März 2014" von Martina Hartmann-Menz
                                                                                                                                                                                                    

 

Pappenheimer, Julius 

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

5.3.1892

11.6.1942 Region Lublin

unbekannt

 

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Stolperstein Thomasiusstraße 8 Julius Pappenheimer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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