Schames, Sofie und Luise

Schames, Sofie und Luise

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Schames, Sofie und Luise

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Schames, Sofie © Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: keine Angaben
 

 

Sofie Schames, geb. Guggenheim, geb. am 28.11.1872, entstammte einer alten Wormser Familie. Seit ihrer Hochzeit 1893 mit Albert Schames lebte sie in Frankfurt am Main - zuerst in der Blumenstr.10, seit 1899 im Sandweg 5. Die Eheleute waren Mitglieder der Synagogengemeinde der Israelitischen Religionsgesellschaft in der Friedberger Anlage.

 

Die Familie ihres Mannes war eine alte Frankfurter Kaufmannsfamilie, die sich weit zurück bis in die Judengasse (Haus Schwarzer Hermann, Haus Gelber Ring) verfolgen lässt. Die Vorfahren betrieben ein Geschäft in der Fahrgasse, später in der Töngesgasse. Der älteste Bruder, Ludwig Schames, war einer der bedeutendster Kunsthändler seiner Zeit in Deutschland.

 

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Familie Schames © Jüdisches Museum Frankfurt , Foto: keine Angaben

 

Albert Schames war Sekretär des Freiherrn von Goldschmidt-Rothschild. Er leitete außerdem die Wohltätigkeitsverwaltung der Baronin Edmond de Rothschild in Frankfurt am Main. Nach Albert Schames frühem Tod 1905 blieb Sofie Schames mit den drei kleinen Kindern Paul, Siegfried Samson und Luise zurück. Vom Bankhaus Rothschild erhielt sie eine Jahresrente. In der Weltwirtschaftskrise verlor sie ihre Ersparnisse.

 

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Schames, Luise © Jüdisches Museum Frankfurt , Foto: keine Angaben

 

In den 20er Jahren wohnte auch die Familie ihrer jüngeren Schwester Alice Strauss im Haus Sandweg 5. Bis auf einen Sohn wurde diese Familie später aus Holland von den deutschen Besatzerbehörden deportiert und in den Lagern im Osten ermordet.

 

Sofie Schames verlor 1936 ihren älteren Sohn Paul durch einen Motorradunfall. 1939 emigrierte der jüngere Sohn Fritz Samson Schames - Maler und Bühnenbildner in Frankfurt am Main - nach England. Mutter Sofie und Tochter Luise Schames haben versucht, mit der Hilfe von Baronin Edmond de Rothschild in Paris nach Frankreich zu emigrieren. Es ist nicht bekannt, warum dies erfolglos geblieben ist.

 

Sophie Schames musste zuletzt noch im Juni 1942 ihre Wohnung im Sandweg 5 verlassen, in der sie 43 Jahre mit ihrer Familie gewohnt hatte.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert von Feli Gürsching.

 

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Haus der Vorfahren Schames in der Judengasse 117 © Jüdisches Museum Frankfurt, Foto: keine Angaben

Haus der Vorfahren Schames in der Judengasse 117, etwa 1852/53

Luise Schames 

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

04.04.1902

1942 in Region Lublin

unbekannt

Sofie Schames, geb. Guggenheim

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

28.11.1872

15.09.1942 nach Theresienstadt

07.02.1943

 

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Stolperstein Sandweg 5 Luise Schames © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Sandweg 5 Sofie Schames © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main


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