Stelzer, Emil und Else

Stelzer, Emil und Else

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Stelzer, Emil und Else

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Emil Stelzer (sitzend, 3. von rechts) © Eintracht Frankfurt, Foto: keine Angaben

Der Architekt, technischer Zeichner und Sportlehrer Emil Gustav Heinrich Stelzer stammt aus Frankfurt und war der Sohn des Gürtlers Ernst Carl Friedrich Stelzer und von Marie Catherine, geb. Lynker.

 

Er war evangelisch und soll bei seiner Eheschließung mit der Sekretärin Elsa Stelzer, geb. Wolf; zum jüdischen Glauben übergetreten sein. Die Ehe galt nach nationalsozialistischer Definition als „Mischehe“.

 

Er engagierte sich früh in der Turngemeinde Eintracht Frankfurt, wo er verschiedene Ämter übernahm und als Turnlehrer arbeitete. Er war aktiver Turner bei der Eintracht Frankfurt. 1925 war er darüber hinaus verantwortlich für die Sondervorführungen der Wettturner des Vereins.

 

Um 1938/39 gab er - vermutlich verfolgungsbedingt - Sportunterricht am Philanthropin und in jüdischen Vereinen, zum Beispiel bei Bar Kochba.

 

Die beiden Töchter Ilse (Jg. 1936) und Marianne (Jg. 1943) lebten nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA.

 

Die Ehefrau Else Stelzer arbeitete ab 1924 als Sekretärin bei der Firma „Heimann Söhne. Eisenwaren“, Zeil 21. Nach dem November-Pogrom wurde Emil Stelzer verhaftet und vom 11.11. bis 09.12.1938 im Konzentrationslager Buchenwald interniert (Häftlingsnummer 21498).

 

Nach seiner Entlassung aus dem KZ-Buchenwald leitete er die Kinderabteilung von Eintracht Frankfurt.

 

Er wehrte sich entschieden und mit notarieller Hilfe gegen die Vorwürfe, kein „Arier“ zu sein. Laut eigenen Aussagen erhielt er am 6. Januar 1942 eine „arische Kennkarte“. Vermutlich versuchte Emil Stelzer auch für seine Frau und die älteste Tochter „arische Lebensmittelkarten“ zu organisieren. Am 15.03.1943 wurde er erneut „Schutzhaft“ gegen ihn angeordnet. Auf einem Häftlingspersonalbogen der Gestapo Frankfurt ist angegeben: „nicht jüdische Lebensmittelkarten für Frau und erstes Kind.“

 

Die Ehefrau wurde am 12.08.1943 verhaftet und am 22.11.1943 um 6.30 Uhr mit einem „Sondertransport“ vom Polizeigefängnis Frankfurt in das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz verschleppt, wo sie angeblich an Typhus starb.

 

Bei der Verlegung der Stolpersteine sprachen der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, und der Leiter des Eintracht-Museums und Buchautor Matthias Thoma.

 

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Emil Stelzer (hinten links) als Sportlehrer © Eintracht Frankfurt, Foto: keine Angaben

Emil Stelzer 

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

09.06.1897

24.06.1943 nach Buchenwald

03.03.1944

Else Stelzer, geb. Wolf 

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

02.09.1903

22.11.1943 nach Auschwitz

07.01.1944

Quelle

Literatur: Matthias Thoma: "Wir waren die Juddebube" Eintracht Frankfurt in der NS-Zeit, Frankfurt 2007.

 
 

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Stolperstein Finkenhofstraße 23 Else Stelzer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Finkenhofstraße 23 Emil Stelzer © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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