Bendix, Levi Meier, Paul und Lotte

Bendix, Levi Meier, Paul und Lotte

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Stolperstein-Biographien im Nordend

Bendix, Levi Meier, Paul und Lotte

 

Levi Meier (Meyer) Bendix wurde in Krotoschin geboren und war mit Zerlinde, geb. Friedländer, geboren am 15. Januar 1872 in Posen, verheiratet. Das Ehepaar lebte seit spätestens 1908 in der Hermannstraße 14 und hatte drei Kinder: Paul, Walter (Jg. 1897), und Lotte. Zerlinde Bendix starb am 25. September 1921, Walter im März 1915 im Ersten Weltkrieg in Frankreich.

 

Levi Meier Bendix war Kaufmann und Inhaber der Firma „Ludwig M. Bendix“ (Herrenhüte etc.). Er musste ab September 1941 den gelben Stern tragen. Zuletzt wohnte er zwangsweise im Altersheim des Jüdischen Krankenhauses in der Gagernstraße 36.

 

Lotte Bendix gelang rechtzeitig die Flucht nach London. Dort heiratete sie. Paul Bendix war seit 1921 praktischer Arzt in Frankfurt. Im November 1929 heiratete er Cäcilie, geb. Nägele. Am 12. Mai 1931 wurde die Tochter Ruth geboren. Am 1. Juli 1933 wurde ihm die Zulassung der gesetzlichen Krankenkassen entzogen. Im April 1936 wurde die Ehe von Cäcilie und Paul Bendix geschieden. Cäcilie ging nach Berlin und heiratete dort den Dandy und Modemacher Baron Hermann-Marten von Eelking.

 

Paul Bendix wurde am 10. November 1938 festgenommen und zusammen mit 3.000 weiteren jüdischen Männern in die Frankfurter Festhalle gebracht. Dort musste er einen verletzten wachhabenden Nazi ärztlich versorgen. Daraufhin wurde er nach einem Tag Haft freigelassen. Im Februar/März 1939 war er vorübergehend im jüdischen Krankenhaus in der Gagernstraße beschäftigt. Vor seiner Flucht musste er Möbel und andere Einrichtungsgegenstände aus der Wohnung und der Praxis „notverkaufen“. Seine Briefmarkensammlung und eine Goldarmbanduhr hatte er einer Familie Weisz zur Aufbewahrung übergeben. Die Familie Weisz wurde im April 1942 verhaftet und die Wertgegenstände wurden beschlagnahmt Nach der Besetzung Shanghais durch die japanische Armee lebte Paul Bendix dort 28 Monate im Ghetto. Seine Tochter Ruth Bendix war währenddessen bei den Großeltern mütterlicherseits in Frankfurt-Schwanheim untergebracht. Ihr war als „Mischling 1. Grades“ der Besuch der Mittelschule untersagt. 1944 brachten die Großeltern Ruth in ein Versteck im Schwarzwald.

 

Im Juli 1947 kam Paul Bendix mit seiner zweiten Ehefrau Elisabeth, die er in Shanghai kennengelernt hatte, nach Frankfurt zurück und wurde Obermedizinalrat bei der Landesversicherungsanstalt (LVA) und Vertrauensarzt bei der Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK). Im Januar 1952 wurde die Ehe geschieden. Paul Bendix starb 1964 in Frankfurt.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert von Margarete Druschel.

 

Levi Meier Bendix

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

14.12.1858

18.8.1942 Theresienstadt

28.10.1942

 

Paul Bendix

Geburtsdatum:

Flucht:

20.11.1895

27. 3.1939 Shanghai

 

Lotte Bendix

Geburtsdatum:

Flucht:

11.12.1908

England

 

Stolperstein Hermannstraße 14, Levi Meier Bendix
Stolperstein Hermannstraße 14, Levi Meier Bendix © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: keine Angabe

 

Stolperstein Hermannstraße 14, Paul Bendix
Stolperstein Hermannstraße 14, Paul Bendix © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: keine Angabe

 

Stolperstein Hermannstraße 14, Lotte Bendix
Stolperstein Hermannstraße 14, Lotte Bendix © Stadt Frankfurt am Main

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