Schwanheimer Wiese

Schwanheimer Wiese

Landschaften

Schwanheimer Wiese

Frankfurts größte Wiesen

Malerisch liegt eine große Wiesenlandschaft mitten im Schwanheimer Wald. Hier kann man spazieren gehen und ein Gefühl von Weite erleben, Schafe beobachten, einen komischen Struwwelpeter-Baum bestaunen und im Waldspielpark klettern.

Schafe essen Heu auf der Schwanheimer Wiese © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ingrid Wentzell

Die ganz große Wiesen-Weite – mitten im Wald

Im Frankfurter Stadtwald Internal Linkliegt, ganz im Westen, eine malerische Wiesenlandschaft. Sie ist gut zwei Kilometer lang und wird von Wald eingerahmt. Man kann ziemlich weit gucken! Vielleicht sogar auf die weißen und braunen Schafe, die hier oft weiden dürfen. Orientierung bieten junge Eichen, Erlen und einige alte Weiden. Eine der Kopfweiden erlangte gar als „Struwwelpeter-BaumInternal Link“ eine besondere Bekanntheit. An den Enden der langgezogenen Wiese sind über dem Wald die Spitzen der Frankfurter Hochhäuser (im Osten) und die Schornsteine des Industrieparks Höchst (im Westen) zu sehen.

Die Landschaft wird von der Schwanheimer Bahnstraße durchschnitten und in die „Rechte Wiese“ (Osten) und die „Große Wiese“ und „Kleine Wiese“ (Westen) geteilt.

An die Wiese grenzen – nahe der Schwanheimer Bahnstraße – der Waldspielpark SchwanheimInternal Link samt Liegewiese sowie Vereinssportplätze, KobeltruheInternal Link und AgendawaldruheInternal Link. Letztere können gut als Rastplätze nach einem Spaziergang dienen.

Durch die Schwanheimer Wiesen führen der GrünGürtel-RundwanderwegInternal Link und der GrünGürtel-RadrundwegInternal Link, und um sie herum der Waldrundweg Schwanheimer WaldInternal Link.

Besonders schön sind die Schwanheimer Wiesen im Mai und Juni, wenn viele Pflanzen darin bunt blühen – bevor sie von den Schafen gefressen werden. An einem lauen Sommerabend wird es romantisch, denn von den Bänken am östlichen Wiesenrand kann man die Sonne untergehen sehen. Vom westlichen Wiesenteil aus sieht man in der Dämmerung die Einflugschneise mit etlichen Flugzeugen hintereinander. Doch wenn es dunkel wird, gehören die Wiesen ganz den Tieren: Fledermäuse schwärmen aus und stürzen sich auf nachtaktive Käfer, später kommen noch die Wildschweine aus dem Wald.

Zur Geschichte
Die Schwanheimer Wiesen entstanden im Mittelalter. Schwanheimer Bauern rodeten den Wald und mähten dann regelmäßig die aufkeimenden Kräuter und Gräser oder ließen ihr Vieh darauf weiden. Da der Schwanheimer WaldInternal Link früher sehr feucht war, traf das auch auf die Wiesen zu. Entwässerungsgräben wurden gezogen, es entstand die KelsterInternal Link, die bis nach Kelsterbach fließt und dort in den Main mündet. Teile des Baches sind heute verfüllt.

 

Schwanheimer Wiese Baumgruppe
Schwanheimer Wiese Baumgruppe © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

Pflanzen und Tiere

Lila Flockenblumen, blaue Glockenblumen und die seltene pinkfarbige Heidenelke sind nur einige der Blütenpflanzen, die in den Wiesen wachsen. Allerdings tun sie das überwiegend im östlichen Teil der langgezogenen Wiesenfläche, denn dieser enthält weniger Nährstoffe und ist deshalb trockener. Die Wiesen sind also – botanisch gesehen – zweigeteilt.

WESTLICHE WIESEN
Jenseits des Querwegs (von Agendawald zum nördlichen Waldrand, begleitet von einer dichten Schwarzdornhecke) werden die Wiesen intensiv genutzt, sie sind etwas feuchter und werden gedüngt. Die Düngung bewirkt, dass sie artenärmer sind. Denn grundsätzlich gilt in Deutschland: je weniger Nährstoffe der Boden enthält, desto mehr Arten wachsen darauf. Das liegt daran, dass sich unsere heimische Pflanzenwelt noch in der Nach-Eiszeit-Zeit befindet, in der es eben keine Nährstoffe im Boden gab. Im Frühsommer ist das leicht daran zu erkennen, dass hier weniger blüht. Die Wiesen werden einmal im Jahr gemäht und das Heu überwiegend an Pferde verfüttert.

Feuchtgebiet
Am südwestlichen Rand der Wiese, nahe der Jagdhüttenschneise wurde 2007 ein großes Feuchtbiotop angelegt. Es gab hier Amphibien, die Wiesen wurden jedoch wegen der immer heißeren Sommer stets trockener. Es ist unterschiedlich stark feucht und von Seggen, Schilfröhricht und Flatterbinsen bewachsen.

ÖSTLICHE WIESEN
Nur der östliche Bereich (vom Querweg) ist als Flora-Fauna-Habitat (FFH) Fläche festgelegt. Sie gehört zum FFH-Gebiet Schwanheimer WaldInternal Link. Diese Wiesen sind wirklich besonders wertvoll, denn hier finden sich etliche seltene und besonders geschützte Arten. Sie werden botanisch als extensiv genutzte Glatthaferwiesen bezeichnet und sind kalkarm. Solche Biotope sind in Deutschland selten geworden. Die Wiesen werden seit 2010 von Schafen beweidet; sie wandern mit ihrem Zaun Stück für Stück über die Fläche. Besonders interessante Pflanzen sind: Heide-Nelke, Rundblättrige Glockenblume, Flockenblumen, Wiesen-Salbei, Wiesen-Bocksbart, Heil-Ziest, Skabiosen, Kleiner Sauerampfer, Großer Wiesenknopf, Johanniskraut, Wiesen-Storchschnabel, Löwenzahn, Rainfarn und Herbstzeitlose. Wer mehr über die Arten erfahren möchte findet auf flora-frankfurt.de weitere Infos. 

Agendawaldwiese
Sie ist Teil der FFH-Wiese, unterscheidet sich jedoch durch einen noch geringeren Nährstoffgehalt und wird als Magerrasen bezeichnet. Hier wachsen sogar Thymian und das gelbblühende Echte Labkraut. Auch das seltene Bunte Vergissmeinnicht, die Arznei-Schlüsselblume und die Frühe Wiesenraute wurden dort gesichtet – alle selten und vom Aussterben bedroht. Die Wiese gehörte früher zu einem Militärstandort. Der Teil, in dem die Gebäude standen wurde 1997 mit dem AgendawaldInternal Link aufgeforstet.

TIERE
Auf den Wiesen kann man unter anderem folgende Tiere sehen:
Wildschweine, Damhirsche und Rehe (selten);
Typisch sind Turmfalke und Mehlschwalben, außerdem sind Rabenkrähe, Nachtigall, Kolkrabe, Graureiher, Pirol und der seltene Neuntöter sowie Störche (nur wenn gemäht wird) zu beobachten;
Heldbockkäfer, Sägebockkäfer, Hirschkäfer und Maikäfer;
verschiedene Fledermausarten;
Grillen, Spinnentiere und Schmetterlinge
und eingezäunt: eine Herde ostfriesische Milchschafe.

 

Heidenelke
Heidenelke © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

SERVICE
SCHWANHEIMER WIESE


Größe: fast 70 Hektar   
Landschaft: Wiesen
Lage: im GrünGürtelInternal Link, mitten im Schwanheimer WaldInternal Link
Stadtteile: SchwanheimInternal Link

Schutz: LandschaftsschutzgebietInternal Link, GrünGürtel-VerfassungInternal Link, der östliche Teil liegt außerdem im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Schwanheimer WaldInternal Link
Wichtigste Regeln: Hunde können frei laufen, müssen aber beim Rufen zurückkommen; die Wiesen dürfen von März bis Oktober nicht betreten werden. Drohnen und Modelflieger dürfen hier wie überall im Landschaftsschutzgebiet nicht fliegen
Schutzhütten: Heuweg (im Westen) und Turnerschneise / Dammschneise (Nordosten)

ÖPNV: Haltestelle „Rheinlandstraße“ der Linie 12, dann etwa 500 Meter Richtung Wald entlang der Schwanheimer Bahnstraße gehen
Parken: Parkplätze an der Schwanheimer Bahnstraße

Zu Landschaften im GrünGürtelInternal Link

 

Schwanheimer Wiese
Schwanheimer Wiese © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

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