Stadtwald

Stadtwald

Landschaften

Stadtwald

Der Wald machte Frankfurt zur Stadt

Der Frankfurter Stadtwald liegt im Süden der Stadt. Wer Erholung sucht oder sportlich aktiv sein möchte, ist hier genau richtig. Seit fast 650 Jahren gehört der Wald der Stadt, heute ist er ein moderner, FSC-zertifizierter Forst und wird nachhaltig bewirtschaftet. Doch der Klimawandel setzt ihm sehr zu.

Frühling im Frankfurter Stadtwald
Frühling im Frankfurter Stadtwald © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

Natur

Jacobiweiher mit Brücke
Jacobiweiher mit Brücke © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop

Wer Entspannung sucht und richtig Luft holen möchte, hat es in Frankfurt nicht weit: die grüne Lunge der Mainmetropole liegt direkt vor der Haustür! Mit rund 5785 Hektar ist der Frankfurter Stadtwald einer der größten Stadtwälder Deutschlands, innerhalb der Stadtgrenzen sind es allein 3866 Hektar. Die Waldflächen der Stadt Frankfurt werden vom StadtForstInternal Link, einer Fachabteilung im GrünflächenamtInternal Link, nachhaltig bewirtschaftet. Grundlage dafür ist das Hessische Waldgesetz sowie die Kriterien der FSC®*- und PEFC-Zertifizierungen.

Der Stadtwald ist Teil des Frankfurter GrünGürtelsInternal Link und macht fast die Hälfte von ihm aus. Er besteht zum einen aus dem UnterwaldInternal Link und dem Schwanheimer WaldInternal Link im Westen. Hier geht es eher trocken zu, der Boden ist sandig und neben Kiefern finden sich fast überall die knorrigen Eichen. Vom Westen bis zur Autobahn A5 ist dies auch das Reich der Wildschweine. 

Der OberwaldInternal Link im Osten liegt tatsächlich etwas erhöht, hat einen kalkhaltigen Boden und ist deutlich feuchter. Deshalb wachsen die dort vorherrschenden Buchen auch besonders gut, neben kleinen Bächen ist der Oberwald mit zahlreichen Waldweihern gesegnet. Östlich der Darmstädter Landstraße ist der Wald eingezäunt, weil dort besonders viele Hirsche  und Kühe vom Damwild leben.

Außerdem gibt es noch mehrere kleine WälderInternal Link auf der nördlichen Stadtfläche sowie weitere südlich der Stadt und im Taunus. Bewirtschaftet wird der Stadtwald von sechs FörstereienInternal Link.

Die Artenvielfalt im Stadtwald ist groß, auch bedrohte Tierarten wie die eindrucksvollen Heldbockkäfer und Hirschkäfer sowie alle Spechtarten fühlen sich hier wohl. Zwei Flora-Fauna-Habitat-GebieteInternal Link decken weite Bereiche des Waldes ab, insbesondere wegen der seltenen Eichenwälder auf sandigen Böden.

Den Bäumen im Wald geht es jedoch schlecht. Laut Waldzustandsbericht 2021Internal Link sind über 95 Prozent von ihnen beschädigt. Die heißen und trockenen Sommer haben ihre Spuren hinterlassen.

* FSC®-Lizenznummer: FSC-C122981

Erholung

Der Kletterbereich im Waldspielpark Heinrich-Kraft
Der Kletterbereich im Waldspielpark Heinrich-Kraft © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefan Cop

 

Den besten Blick auf den Stadtwald - und die Skyline von Frankfurt - hat man von dem GoetheturmInternal Link. Nachdem er im Oktober 2017 vollkommen abbrannte baute das Grünflächenamt ihn neu auf und konnte ihn im Sommer 2021 wieder eröffnen. Mit seinen 43 Metern gehört er erneut zu den höchsten Holztürmen Deutschlands.

Wer lieber in den Wald eintauchen möchte, kann dies zum Waldbaden, Laufen, Reiten, Spazieren, Natur beobachten und vielem mehr tun. Ein weit verzweigtes und gut 250 Kilometer langes Wegenetz lädt Erholungssuchende dazu ein.

Das StadtWaldHausInternal Link ist für alle ein lohnenswertes Ziel, die mehr über den Stadtwald erfahren möchten. Dank seiner außergewöhnlichen Architektur ist es an der Oberschweinstiegschneise nicht zu verfehlen. Aus der Mitte zweier begrünter Dächer erhebt sich eine Eiche mit einer Aussichtsplattform. Von dort blickt man auf die Tierpflegestation und den pädagogischen Lehr- und Erlebnispfad. Im Inneren bietet das StadtWaldHaus auf zwei Stockwerken eine interaktive Waldausstellung mit attraktiven Lern- und Schauobjekten. Zudem stehen den Gästen eine Bibliothek, ein Medienraum und eine Cafeteria zur Verfügung.

Das Haus ist eine von mehreren Lernstationen im GrünGürtelInternal Link. Hier gibt es verschiedene Angebote für Schulklassen und Kitas, die Lehrer/innen und Erzieher/innen buchen können. Außerdem werden mit dem Programm „Entdecken, Forschen, Lernen im GrünGürtel“ ganze Familien zu Veranstaltungen eingeladen. Besonders beliebt ist die lange Fledermausnacht.

Neben dem StadtWaldHaus steht der WaldladenInternal Link, in dem Fleisch und Wurst von Wildschweinen, Rehen und Damwild erhältlich sind.

Besonders beliebt sind die sieben WaldspielparkeInternal Link, denn dort gibt es originelle Spielgeräte für Kinder, Liegewiesen und an einigen auch Wasserbecken oder Grillplätze.

Für alle, die gerne Karussells, gebrannte Mandeln und Schießbuden mögen ist der WäldchestagInternal Link ein Muss. Jedes Jahr an Pfingsten wird am Oberforsthaus das Fest gefeiert. Und vom Riesenrad hat man einen tollen Blick auf den Wald.

Geschichte

Nach der letzten Eiszeit wandelten sich die Tundren langsam zu Urwäldern. Birken Kiefern, Pappeln hatten die Vorherrschaft, später kamen Eichen und noch später Buchen hinzu. Menschen siedelten sich an und lebten vom Wald, bis ihn die Frankenkönige zu ihrem Eigentum erklärten und als Jagdgebiet nutzen.

Das mittelalterliche Frankfurt besaß weder Wald noch war es eine freie Stadt, doch beides wollten seine Bürger unbedingt erreichen. 1372 bot sich die Gelegenheit, als Kaiser Karl IV. Schulden nicht bezahlen konnte und Frankfurt dies für ihn übernahm. Dafür erhielt die Stadt das hinterlegte Pfand: Königsforst Dreieich und Reichsschultheißamt. Frankfurt zahlte 8800 Gulden und wurde freie Reichsstadt.

Die Bürgermeister hatten nach Ende ihrer Amtszeit noch eine wichtige Aufgabe, sie wurden Forstmeister: Stadtpolitik und Stadtwald gehörten zusammen. Ab dem 18. Jahrhundert übernahmen das Fachleute, und Baur von Eysseneck zog als erster 1729 in das neu erbaute Oberforsthaus ein.

Heute wird der Stadtwald nachhaltig bewirtschaftet, seit 2015 ist er sogar FSC®*-zertifiziert (Forest Stewardship Council).

 

Wildschweine am StadtWaldHaus
Wildschweine am Stadtwaldhaus © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop

inhalte teilen