Oberwald

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Wälder A bis Z

Oberwald

Hohe Buchen und viel Wasser

Neben Kiefern und Eichen wachsen hier vor allem Buchen, und zwar ganz besonders hohe. Königsbach, Jacobiweiher und der Goetheturm sind Ausflugsziele im Oberwald.

Blick vom Goetheturm Richtung Süden
Blick vom Goetheturm Richtung Süden © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

Erholung im Oberwald

Die Eule im Norwegerpullover
Die Eule im Norwegerpullover © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefan Cop

 

Der Oberwald liegt tatsächlich höher als der UnterwaldInternal Link, etwa 50 Meter. Der GoetheturmInternal Link ist an der höchsten Stelle (148 m) errichtet. Die Aussicht auf Stadt, Wald und Umland von seiner Aussichtsplattform ist grandios. Wer lieber in den Wald eintauchen möchte kann dies auf den Wanderwegen tun: Schäfersteinpfad (13 km), Weilruhpfad (6,5 km), Rundweg am OberforsthausInternal Link (5,3m) und GrünGürtel-JubiläumswegInternal Link (3 km). Bei einem Ausflug in den Oberwald lohnt sich ein Abstecher ins StadtWaldHausInternal Link.

Ungewöhnliche Tiere wie Monsterspecht, Eichhörnchenkönig und gar eine Eule im Norwegerpullover tummeln sich im Oberwald. Sie alle sind Werke der Komischen KunstInternal Link, ebenso wie der "Pinkelbaum", die Jupitersäule und die Tiroler Schützen.

Reichlich Gelegenheit für Spiel und Sport bieten die Waldspielparke GoetheturmInternal Link, ScheerwaldInternal Link und TannenwaldInternal Link. Einige sind sogar mit Wassersprühfeldern oder Grillplätzen ausgestattet.

Wer es lieber etwas ruhiger mag und sich für Kunst interessiert, kann sich an der GoetheruhInternal Link erfreuen, die eine liegende Säule von Ian Hamilton Finlay ziert.

Natur und Gewässer

Der Kesselbruchweiher ist wenig bekannt
Der Kesselbruchweiher ist wenig bekannt © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop

 

Nirgendwo sonst im Stadtwald gibt es so viel WasserInternal Link wie im Oberwald: Maunzenweiher, Scherbelinoweiher, Kesselbruchweiher, Försterwiesenweiher, Tiroler Weiher und als größter von allen der Jacobiweiher. Es sprudeln Mörderbrunnen, Königsbrunnen und das schwefelhaltige Königsbrünnchen. Und dann fließt da noch der KönigsbachInternal Link – entsprungen in Neu-Isenburg. Besonders zauberhaft ist er im Frühling, wenn er von blühendem Bärlauch begleitet wird.

Der Oberwald ist von Buchen geprägt, wenn man die Kronen sehen will, muss man sich sehr weit zurücklehnen. Bis zu 50 Meter wachsen sie in die Höhe, das ist viel. Und sie sind alt. Und dick. Und krank, denn sie vertragen keine heißen und trockenen Sommer. Viele werden den Klimawandel nicht überstehen.

Dabei ist der Boden hier im Oberwald deutlich feuchter als im sandigen Unterwald. Auch lehmig, kalkhaltig und nährstoffreich ist er. Der bessere Boden führt zu einer üppigen Krautschicht. Dementsprechend wird der Wald botanisch als Hainsimsen-Buchenwald und Waldmeister-Buchenwald eingestuft. Ein großer Teil ist sogar als Flora-Fauna-Habitat-GebietInternal Link besonders geschützt (links und rechts der Darmstädter Landstraße). Im Frühling sind außerdem Buschwindröschen und seltsamer Lauch anzutreffen.

Im Wald zwischen Darmstädter und Babenhäuser Landstraße lebt besonders viel Damwild. Mit etwas Glück kann man die Rudel beobachten. Der Bereich ist eingezäunt und für Hunde gilt eine strenge Leinenpflicht.

Ebenfalls (noch) eingezäunt ist Frankfurts Müllberg Monte Scherbelino. Seit den 1990er Jahren wird er saniert und an seinem Fuß entsteht gerade eine Wildnis. Das Projekt Städte wagen WildniExternal Links bietet Führungen durch das Gelände an.

Forstwirtschaft und Geschichte

Ein Waldarbeiter auf dem Weg in die Baumkrone
Ein Waldarbeiter auf dem Weg in die Baumkrone © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefan Cop

 

Oberwald und UnterwaldInternal Link gehörten bis 1372 den deutschen Kaisern, die hier ihren Jagdvergnügungen nachgingen. Als einer von ihnen, Karl der VI., klamm bei Kasse war, halfen die Frankfurter Bürger aus und erhielten dafür Wald und Stadtrecht, was Frankfurt zu einer freien Reichsstadt machte. Das brachte viele Vorteile, zum Beispiel das Recht, Hausschweine jedes Jahr im Herbst im Wald zu mästen. Viehfutter war damals rar, deshalb mussten sich Hausschweine mit Bucheckern und Eicheln begnügen. An zwei Orten hatten sie Unterstände: an der Unterschweinstiege und der Oberschweinstiege; heute sind dort Gaststätten.

Viele kennen das Oberforsthaus nur als großen Verkehrskreisel. Doch lange Zeit war es genau das: Der Ort, an dem der oberste Förster lebte und wirkte. 1729 zog der erste fachlich ausgebildete Förster ein und mit ihm die Idee der Nachhaltigkeit. Eine Methode der Bewirtschaftung, die von der damals noch jungen Forstwissenschaft entwickelt wurde: niemals mehr Holz ernten, als nachwächst.

Die Grenze zwischen Unter- und Oberwald bildet in etwa die Mörfelder Landstraße. Den Oberwald bewirtschaften Förster und Forstwirte aus zwei Revierförstereien: OberradInternal Link und SachsenhausenInternal Link. Zunehmend begehrt sind Lesescheine für Holz, die hier erworben werden können.

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