Stern, Alfred Siegfried, Antonie und Ilse

Stern, Alfred Siegfried, Antonie und Ilse

Stolperstein-Biographien in Sachsenhausen

Stern, Alfred Siegfried, Antonie und Ilse

 

Alfred Siegfried Stern und Antonie Liebmann wurden in Offenbach geboren und waren seit 7. Mai 1921 verheiratet. Sie hatten eine in Frankfurt geborene Tochter Ilse und wohnten in Frankfurt-Sachsenhausen in der Töplitzstraße 1, die in der NS-Zeit in Robert-Koch-Straße umbenannt wurde, weil Julius und Betty Töplitz Stifter jüdischen Glaubens waren.

 

Antonie Liebmann war die Tochter des Offenbacher Schuhfabrikanten Emil Liebmann und Aktionärin der Hassia Schuhfabrik Aktiengesellschaft.

 

Alfred Siegfried Stern studierte Rechtswissenschaften in München, Berlin und Marburg, legte sein erstes Staatsexamen im Juni 1906 in Kassel, sein zweites Staatsexamen im Mai 1912 in Berlin ab. Im Ersten Weltkrieg war er Frontkämpfer im Regiment 80er „Gersdorff“. Der promovierte Rechtsanwalt war beim Amtsgericht und Landesgericht Frankfurt zugelassen, ab 1920 beim Oberlandesgericht und als Notar. Er war seit 1921 Aufsichtsrat der Hassia Schuhfabrik Aktiengesellschaft und der S.W. Brody AG, beide in Offenbach, sowie seit 1920 Syndikus des Schuhfabrikantenverbandes Maingau e.V. Ab 1930 hatte er eine Kanzlei in der Kaiserstraße 5 zusammen mit Dr. Heimsheimer. Die Kanzleiräume wurden von der NSDAP im November 1938 für eigene Zwecke übernommen.

 

Als "Altanwalt" und "Frontkämpfer" war er bis zum 1. Dezember 1938 als Anwalt tätig, als Notar wurde er November 1935 entlassen. Nach der Rückkehr aus Buchenwald erhielt er Berufsverbot und wurde als Notar und Rechtsanwalt aus der Anwaltsliste gelöscht. 1939 war er sogenannter Konsulent, also Berater für jüdische Rechtssuchende, im Büro im Haus der jüdischen Gemeinde in der Unterlindau 24.

 

Nach der Flucht war Alfred Siegfried Stern ab 1940 als Packer und Bürokraft in England, ab 1946 in New York als Buchhalter tätig. Er starb am 8. April 1979, seine Frau Antonie am 17. Dezember 1995 in New York, Ilse C. Meckauer, geb. Stern, 2019 in New York.

 

Die Stolpersteine wurden initiiert von Manfred Seyfried/Frankfurt und finanziert von Leonie Müller

 

Alfred Siegfried Stern 
Geburtsdatum:
4.2.1885 
Deportation:
November 1938 Buchenwald 
Flucht:
1939 England 

 

Antonie Stern, geb. Liebmann 
Geburtsdatum:  23.1.1896
Flucht:  1939 England

 

Ilse Stern 
Geburtsdatum:   12.7.1922
Flucht: 1939 England 

 

 

 

Stolperstein Töplitzstraße 1, Alfred Siegfried Stern
Stolperstein Töplitzstraße 1, Alfred Siegfried Stern © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Töplitzstraße 1, Antonie Stern
Stolperstein Töplitzstraße 1, Antonie Stern © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Töplitzstraße 1, Ilse Stern
Stolperstein Töplitzstraße 1, Ilse Stern © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main