Jakobi, Oswald Herbert und Ermann, Isaac und Sara

Jakobi, Oswald Herbert und Ermann, Isaac und Sara

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Stolperstein-Biographien in Sachsenhausen

Jakobi, Oswald Herbert und Ermann, Isaac und Sara

Oswald Herbert Jakobi wurde in Frankfurt geboren und war der Sohn von Siegfried (genannt Fritz) Jakobi, seine Mutter starb am 31.7.1932. Seine Großeltern waren Isaac und Sara Ermann. Der Vater war als Vertreter auf Provisionsbasis für die „Kammgarn-Spinnerei Hardt Pocorny & Co." in Dahlhausen-Wupper tätig; bereits seit der Boykotte 1933 hatte er Einkommenseinbußen hinnehmen müssen und war um 1936/37 gezwungen, das Mehrfamilienhaus Morgensternstraße 36, wo die Familie eine Etage bewohnte, zu verkaufen. Er verlor 1937 oder 1938 seine Anstellung. Er war außerdem Mitbesitzer einer Liegenschaft in seinem Heimatort Grünstadt (Pfalz). Im Zusammenhang mit dem November-Pogrom 1938 wurde die Wohnungseinrichtung zerstört. Der Vater starb am 17.3.1939 an einem Herzanfall.

 

Oswald H. Jakobi flüchtete 1937 nach Frankreich, wo er an einer Hotelfachschule in Thonon-les-Bains eine Ausbildung begann. Nach Angaben von Angehörigen wurde er von dort im Sommer 1942 nach Polen verschleppt, vermutlich in ein Vernichtungs- oder Konzentrationslager. Der Todesort und das Todesdatum sind nicht bekannt.

Die Großeltern waren nach dem Tod von Siegfried Jacobi in die Morgensternstraße gezogen. Zuletzt wohnten sie in der Scheffelstraße 11, einem „Judenhaus", in dem antisemitisch Verfolgte vor ihrer Deportation aus Frankfurt konzentriert wurden, wo sie mit einer Frau Mayer zusammenwohnten. Sie wurden am 1.9.1942 nach Theresienstadt deportiert. Sara Ermann kam dort am 23.5.1944 ums Leben, Isaac Ermann bereits am 27.09.1942. Die letzte Nachricht an die Angehörigen vom 29. August 1942 über das Rote Kreuz lautete: „Teile Euch mit, dass wir abwandern. Sind gesund. Erhoffen Wiedersehen. Gott beschütze Euch. Opa, Oma". Frau Mayer überlebte den Holocaust und schrieb später an die Angehörigen: „Wir wären elend verhungert ohne Hilfe von Eurem früheren Dienstmädchen, die nachts trotz aller Gefahr Essen zu uns brachte."

 

Die Stolpersteine wurden initiiert vom Urenkel Daniel Confino/London. Bei der Verlegung waren er und seine Ehefrau Jayne und Tochter Hannah, die Urenkel David Confino mit Sohn Jacob und Simon Confino mit seiner Frau Shayne und Sohn Jordan anwesend.

Oswald Herbert Jakobi

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

17.09.1922

Flucht 1937 nach Frankreich, Sommer 1942 nach Polen

unbekannt

Isaac Ermann 

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

04.08.1859

01.09.1942 nach Theresienstadt

27.09.1942

Sara Ermann, geb. Elsaesser

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

13.10.1896 

01.09.1942 nach Theresienstadt

23.05.1944

 

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Stolperstein Morgensternstraße 36 Oswald Herbert Jakobi © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main
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Stolperstein Morgensternstraße 36 Isaac Ermann © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

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Stolperstein Morgensternstraße 36 Sara Ermann © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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