Neumann, Walter

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Stolperstein-Biographien in Sachsenhausen

Neumann, Walter

Walter Neumann
Walter Neumann © Wilhelm-Ostwald-Gesellschaft Leipzig , Foto: keine Angabe

 

Walter Neumann wurde in Kattowitz geboren und verzog als Kind mit seinen Eltern 1887 nach Krakau, von dort zwei Jahre später nach Konstantinopel/Istanbul, wo sein Vater als Kaufmann tätig war. Er durchlief die dortige deutsch-schweizerische Schule und dann das renommierte Robert-College. Nach dem Bachelor-Abschluss ging er 1899 zum Chemiestudium nach Leipzig. Parallel zum Studium arbeitete er als Assistent des Nobelpreisträgers für Chemie Wilhelm Ostwald (1853–1932) und ab 1905 bei dessen Nachfolger Max Julius Louis Le Blanc (1865–1943). Im selben Jahr erschien seine Dissertation „Über Peptone“.

 

1922 war er als Einwohner von Oranienburg gemeldet, wo er Ende des Jahres heiratete. In Frankfurt findet man ihn erstmals im Adressbuch 1928, so dass sein Zuzug für das Jahr 1927 anzunehmen ist.

 

Walter Neumann trat in die Metallgesellschaft AG ein, als „höherer Beamter“ im Chemischen Labor, dort war er Mitarbeiter im Kolloid-Chemischen Labor von Professor Ernst Alfred Charles (1896–1956). Das Labor befasste sich mit Forschungen zur synthetischen Produktion von Kautschuk, denn das Deutsche Reich strebte für den geplanten Kriegsfall die Unabhängigkeit von Rohstoff- Importware an.

 

Diese Forschung wurde Neumann offensichtlich zum Verhängnis. Im Zuge der massenweisen Verhaftungen nach der „Reichskristallnacht“ wurde er am 12. November 1938 nach Buchenwald eingeliefert und starb dort am Morgen des 14. November – „Tod durch Genickbruch“ steht auf seinem Totenschein. Da es in Buchenwald zu dieser Zeit mit einer einzigen Ausnahme keine Hinrichtungen gegeben hat, ist anzunehmen, dass der Vermerk „Geheimnisträger“ auf der Lagerkarteikarte sein Todesurteil bedeutete: Er hätte, wenn er entlassen worden und womöglich geflüchtet wäre, kriegsrelevante Details verraten können. Mutmaßlich handelt es sich also um Tod infolge von Folter oder anderer körperlicher Gewalteinwirkung.

 

Walter Neumanns Witwe starb in den 1970er Jahren in einem Altersheim in Norddeutschland.

 

Der Stolperstein wurde initiiert von Hanna und Diether Eckardt.

 


Walter Neumann 

Geburtsdatum:

Haft:

Todesdatum:

14.6.1881

1938 Buchenwald

14.11.1938

 

 

 

 

 

Stolperstein Stegstraße 36, Walter Neumann
Stolperstein Stegstraße 36, Walter Neumann © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

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