Meister, Elisabeth

Meister, Elisabeth

header image

Stolperstein-Biographien in Sachsenhausen

Meister, Elisabeth

Elisabeth Meister wurde in Hechtsheim bei Mainz als Tochter des Kaufmannes Hermann Michel und seiner Ehefrau Babette geboren. Seit dem 15. Februar 1909 war sie nach späterer nationalsozialistischer Definition in „Mischehe“ mit dem Kaufmann Peter Meister, geboren am 14. September 1886 in Schlitz, verheiratet. Das Ehepaar hatte keine Kinder.

 

Peter Meister war seit 1904 bei der Frankfurter Firma „Oberhessische Leinenindustrie Marx & Kleinberger“ angestellt. Später war er Teilhaber der Textilfirma „Nenninger“. In der Zeit erwarb er das Mehrfamilienhaus in der Thorwaldsenstraße 20. Aus der Firma musste er nach 1937 ausscheiden, da seine Ehefrau Jüdin war. In den Entschädigungsakten schilderte er in einem Schreiben vom 31. Januar 1951 die Entlassung: „Eines Tages eröffnete mir der andere Teilhaber Fritz Nenninger, dass er gehört habe, dass meine Frau Jüdin sei und er unter diesen Umständen nicht mehr mit mir zusammen arbeiten könne und ich müsste aus der Firma austreten, mein Eigenkapital würde abgelöst, was auch geschehen ist …“

 

Peter Meister ließ sich nicht scheiden und fand daher keine Anstellung mehr. Elisabeth Meister wurde am 19. Februar 1943 von der Geheimen Staatspolizei vorgeladen und verhaftet. Für ihren Unterhalt zahlte ihr Ehemann 1.200 RM, wofür ihm eine Quittung verweigert wurde. Diese und Wertgegenstände, die bei der Verhaftung weggenommen worden waren, wurden später wegen fehlender Beweise nicht anerkannt.

 

Elisabeth Meister wurde in Auschwitz unter der Häftlingsnummer 24099 registriert. Die Verhaftung von Elisabeth Meister fand unter der Verantwortung von Heinrich Baab statt, der von 1942 bis 1943 Leiter des „Judenreferats“ der Gestapo Frankfurt war. Er organisierte alle Verfolgungsmaßnahmen gegen als Juden definierte Frankfurter und hob auch den Schutz der mit „Ariern“ Verheirateten auf. Er ist einer der wenigen, der nach dem Krieg des vollendeten Mordes für schuldig befunden und verhaftet wurde, also auch für den Tod Elisabeth Meisters.

 

Der Stolperstein wurden initiiert von Bärbel Lutz-Saal und Natascha Schröder-Cordes.

 


Elisabeth Meister, geb. Michel 

Geburtsdatum:

Haft:

Deportation:

Todesdatum:

4.2.1885

19.2.1943

26.4.1943 Auschwitz

24.7.1943

 

 

 

 

 

Stolperstein Thorwaldsenstraße 20, Elisabeth Meister
Stolperstein Thorwaldsenstraße 20, Elisabeth Meister © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

inhalte teilen