Henrich, Helene

Henrich, Helene

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Stolperstein-Biographien in Niederrad

Henrich, Helene

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Oppenheimer, Helene © privat/Sammlung Christa Pullmann, Foto: keine Angaben

 

Helene „Lenchen" Henrich, geb. Oppenheimer wurde in Düsseldorf geboren. Ihre Eltern waren Jakob Oppenheimer und Minna, geb. Levy. 1920 heiratete sie den Zollsekretär Gottfried Friedrich „Fritz" Henrich aus Runkel an der Lahn. Die Ehe blieb kinderlos.

 

Ende der zwanziger Jahre wurde Fritz Henrich nach Frankfurt in das Hauptzollamt am Dom versetzt. Das Ehepaar Henrich zog in die Trifelsstraße 4 in Frankfurt-Niederrad. Weil sich Fritz Henrich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, durfte er die Zollinspektorenprüfung nicht ablegen.

 

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Helene und Fritz Henrich © privat/Sammlung Christa Pullmann, Foto: keine Angaben

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Ehepaar Henrich © privat/Sammlung Christa Pullmann, Foto: keine Angaben

 

1939 wird Helene Henrich gezwungen, eine „Judenvermögensabgabe" in Höhe von RM 1.407.- zu zahlen. Im Oktober 1939 emigrierte Helene Henrichs Bruder Dr. Walter Oppenheimer über England nach Chicago, die Schwester Martha Stamm emigrierte nach New York.

 

Im April 1941 richtete Fritz Henrich für seine Frau Helene ein „beschränkt verfügbares Sicherungskonto" bei der Stadtsparkasse Frankfurt in der Melibocusstraße ein. Die Stadtsparkasse berichtet an die „Devisenstelle S“: „....benachrichtigen wir Sie, daß uns zu Gunsten der Vorgenannten aus einem auswärts geführten Auswandererguthaben dieser Tage RM 200.- überwiesen wurden und daß damit zu rechnen ist, daß noch weitere unentgeltliche Zuwendungen von dieser Seite für Frau Henrich zu erwarten sein dürften.“ Anscheinend versuchte Walter Oppenheimer seine Schwester Helene von Amerika aus zu unterstützen. 

 

Im Frühjahr 1942 wurde Helene Henrichs Bruder Arthur Oppenheimer von Düsseldorf aus deportiert und im Ghetto Litzmannstadt ermordet. Helene Henrich musste nun Schmuck und Kleidungsstücke abgeben. Das Radio übergab sie an eine Familie in Sachsenhausen, um nicht weiter wegen des Hörens von „Radio Jericho" verhöhnt zu werden. Helene Henrich wurde am 11.3.1943 für eine Nacht von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet, die sie in einer Fabrik in der Gutleutstraße verbringen musste. In Auschwitz war sie unter der Häftlingsnummer 25962 registriert war. Auf der Devisenakte findet sich der Vermerk: „Laut Polizeiliste vom Juni 1943 am 23.6.43 nach unbekannt verzogen (Gestapo)".

 

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Henrich, Helene © privat/Sammlung Christa Pullmann, Foto: keine Angaben

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Oppenheimer, Helene 2 © privat/Sammlung Christa Pullmann, Foto: keine Angaben

Todesanzeige in der Emigrantenzeitung "Aufbruch" vom August 1942
Todesanzeige in der Emigrantenzeitung "Aufbruch" vom August 1942 © Sammlung Christa Pullmann, Foto: privat

 

 

Helene Henrich, geb. Oppenheimer

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

15.01.1895

07.06.1943 nach Auschwitz

10.07.1943

 

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Stolperstein Trifelsstaße 4 Helene Henrich © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main, Foto: Picasa


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