Slabtschenko, Alexandr; Bagno, Iwan; Nikitenko, Wasil und Prochorow, Nikolai

Slabtschenko, Alexandr; Bagno, Iwan; Nikitenko, Wasil und Prochorow, Nikolai

Stolperstein-Biographien in Niederrad

Slabtschenko, Alexandr; Bagno, Iwan; Nikitenko, Wasil; Prochorow, Nikolai

Alexandr Slabtschenko, Iwan Bagno, Wasil Nikitenko und Nikolai Prochorow stammten aus der Sowjetunion und mussten bei der Tresorfabrik Franz Garny in der Goldsteinstraße 114 in Frankfurt-Niederrad Zwangsarbeit leisten.

 

Alexander Slabtschenko wurde in Iwanowka geboren. Im Januar 1943 wurde er wegen “aufrührerischer Tätigkeit“ festgenommen und nach Buchenwald gebracht, wo er die Häftlingsnummer 9836 hatte und der mobilen SS-BauBrigade V (Bau V) unterstellt wurde, die in Nordfrankreich stationiert war.  Die Häftlinge mussten im Auftrag der Luftwaffe Anlagen zum Abschuss der Rakete A 4 bauen. Slabtschenko  kam im Außenlager Hesdin in Pas de Calais unter ungeklärten Umständen ums Leben.

 

Iwan Bagno wurde in Obizniwka geboren und war von 25.11.1942 bis 3.8.1944 bei der Firma Garny eingesetzt. Am 4.8.1944 wurde er mit der Diagnose „Lungentbc“ nach Hadamar gebracht. Die offizielle Todesursache lautete Nierenentzündung.Wasil Nikitenko war vom 29.6.1942 bis 3.8.1944 bei der Firma Garny eingesetzt. Am 4.8.1944 wurde er mit der Diagnose „Offene Lungentuberkulose“ nach Hadamar gebracht. Die offizielle Todesursache lautete Bauchfellentzündung bei Darmverschlingung“.

 

Nikolai Prochorow wurde in Kertsch geboren. Am 11.05.1943 wurde er wegen „Aufwiegelei“ festgenommen und nach Mauthausen gebracht, wo er die Häftlingsnummer 90762 hatte. Von dort wurde er in das Außenlager Melk überstellt. Er starb kurz nach der Befreiung von Mauthausen.

 

Das Fabrikgelände Goldsteinstraße 114/ Ecke Hahnstraße, auf dem sich bis Anfang der 1930er Jahre die Hutstoffwerke C.F.Donner befanden, wurde ab Anfang 1938 der Tresorfirma Garny zur Verfügung gestellt. Während des 2.Weltkrieges war die Firma voll ausgelastet mit Wehrmachtsaufträgen zur Produktion von Panzerabwehrkanonen.. Zwischen 1942 und 1945 waren mindestens 46 Russen, 60 Ukrainer und 24 Weißrussen als Zwangsarbeiter bei der Firma Garny beschäftigt. Diese waren zum größten Teil in der beschlagnahmten Turnhalle der NTG in der Goldsteinstr.35 untergebracht, bis zu deren Zerstörung im März 1944, danach wahrscheinlich in einem Lager hier auf dem Firmengelände. Weitere Zwangsarbeiter der Firma Garny waren in einem sogenannten Sammelllager in der stillgelegten Gummifabrik weiter südlich in der Hahnstraße Richtung Waldrand untergebracht. Es existieren bruchstückhafte Angaben zu 20 verhaftete Zwangsarbeitern, die der Firma Garny zugeordnet werden können.

 

Die Firma Garny zog 1972/73 nach Mörfelden. Auf dem Gelände Goldsteinstraße 114/ Ecke Hahnstraße wurde das Freizeitzentrum „Pueblo“ gebaut. Nach wenigen Jahren wurde dort das heutige Bürogebäude für die Niederlassung Frankfurt der Baufirma Bilfinger und Berger errichtet.

Einverständniserklärung (pdf , 125KB)Download Link

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