Spaziergang Landschaftslücke

Spaziergang Landschaftslücke

Wege

Spaziergang Landschaftslücke

Main, Skyline und Kräuterfelder

Wer den Kopf mal frei bekommen möchte, ist auf der Tour schnell aus der Stadt in die offenen Felder spaziert. Neues Frankfurt trifft auf lange Vergangenheit – mit kleinen Überraschungen und kulinarischen Elementen. Der GrünGürtel ist hier abwechslungsreich und urban.

Hafenpanorama
Hafenpanorama © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

Die Strecke

Spaziergang Landschaftslücke
Spaziergang Landschaftslücke © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Umweltamt

 

Nördlich des Mains



Vom Ostbahnhof spazieren wir – auf dem GrünGürtel-RundwanderwegInternal Link – Richtung Main und Hochhaus der Europäischen Zentralbank. Leider müssen wir dafür die breite Hanauer Landstraße kreuzen. Schade, dass wir noch nicht – wie geplant – hoch oben auf den stillgelegten Gleisen elegant über die Autos hinweg schreiten können. Das ist noch Zukunftsmusik für die engste Stelle im GrünGürtelInternal Link – die Landschaftslücke. Mit dem begehbaren Gleis soll nach dem Bau der neuen S-Bahn die Lücke zur Brücke werden.


Doch den ersten Abschnitt konnte das Grünflächenamt 2015 bereits umsetzen: Zwischen Bank und Bahn blieb dank des Einsatzes des Stadtplanungsamtes eine Verbindung frei. Das ist heute der begrünte Philipp-Holzmann-Weg.


Auf halber Strecke zum Main treffen wir erstmals auf Spuren der Vergangenheit: Eine Gedenkstätte Internal Linkund Bahngleise erinnern daran, dass hier Frankfurter Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens während der NS-Zeit in die Vernichtungslager abtransportiert wurden. Die in den 1920er Jahren gebaute Großmarkthalle diente damals als Sammelort. Die Halle steht unter Denkmalschutz, das neue Hochhaus der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde 2014 hineingebaut.


Fast genauso jung wie die EZB sind der insbesondere bei Sportfans beliebte HafenparkInternal Link und die Ruhrorther Werft Internal Linkam Main. Hier trifft der GrünGürtel auf das begrünte Mainufer, die Bebauung öffnet sich.

 

 

Auf der Deutschherrnbrücke



Gehen wir hoch hinauf, begeben wir uns auf die Eisenbahnbrücke, die Deutschherrnbrücke. Von dort ist die Aussicht noch grandioser: auf die Skyline von Frankfurt, den Main, den Hafenpark, das Ostend, den Lohrberg, Oberrad und den Oberwald mit Goetheturm. Dort führt auch der GrünGürtel-Rundwanderweg vorbei.


Wer auf der Brücke aufmerksam ist, trifft auf die erste Überraschung. Unter einer roten und einer blauen Lautsprecher-Kugel sind Klänge zu hören, die an Didgeridoos erinnern. Sie stellen das akustische Kunstwerk Sonic VistaInternal Link dar, das die Geräusche von den Brückenköpfen mittels zweier Rohre in Obertöne verwandelt. Warum gerade hier: Weil man genauso weit sehen wie hören kann. Das gibt es selten in der Stadt.

 


Südlich des Mains



Am südlichen Mainufer wenden wir uns nach Osten, Richtung Offenbach. Die Landschaft verändert sich: Der Main ist auch wegen der Rudervereine und der großen Maintreppe sehr präsent, das Ufer ist mit großen alten Bäumen bewachsen. Nach knapp einem Kilometer darin wartet als zweite Überraschung das Ich-DenkmalInternal Link auf alle, die das Podest besteigen wollen. Dieses Fotomotiv ist originell und einzigartig!


Nur ein paar Meter weiter erinnert das Gebäude der Gerbermühle an weniger komische, dafür altbekannte Kunst: Der in Frankfurt geborene Dichter Johann Wolfgang von Goethe weilte hier 1814/1815. Er war in die hier wohnende Bankiers-Gattin Marianne von Willemer verliebt und schrieb sein berühmtes Gedicht "Ginkgo biloba". Drei dieser Bäume wachsen zwischen Ich-Denkmal und Gerbermühle.

 

In den Kräuterfeldern

 

An der Gerbermühle verlassen wir das Mainufer, biegen nach rechts ab, kreuzen hinter ihr die mehrspurige Gerbermühlstraße und gelangen in die offene Landschaft. Die Gemüseäcker und Kräuterfelder der Oberräder und Sachsenhäuser Gärtnerinnen und Gärtnern sind etwas Besonderes. Hier werden die Zutaten für das Frankfurter Lokalgericht angebaut; "Frankfurter Grüne SoßeInternal Link" ist seit 2016 sogar ein geschützter Begriff.

 

Wir folgen der Wehrstraße unter dem Bahndamm hindurch. Gleich nach der großen Zickzack-Kurve geht rechts - an einem grünen Garagen-Graffiti - ein schmaler Weg zwischen den Gärten ab; wir folgen ihm durch Gemüsefelder und Gewächshäuser. Wir verlassen damit den GrünGürtel-Rundwanderweg. Nun haben wir stets einen tollen Blick auf Frankfurts Skyline.

 

An der Kreuzung mit dem Speckweg wenden wir uns nach links in Richtung Oberrad. Nach rund hundert Metern sehen wir auf der rechten Seite eine weitere Attraktion. Hintereinander aufgereiht stehen dort genau sieben kleine Gewächshäuser. In Grün. Jedes in einem anderen Grün. Jeweils passend zu einem der sieben Kräuter der Grünen Soße. Es darf geraten werden: Schnittlauch-Grün oder doch Kerbel-Grün? Das Grüne-Soße-Denkmal Internal Linkist wohl das einzige in Deutschland, das einem lokalen Gericht gewidmet ist.

 


Rückweg: über den Osthafen



Müde Füße? Dann einfach vom Grüne-Soße-Denkmal rund 50 Meter bergauf nach Oberrad bis zur Offenbacher Landstraße gehen und von dort die Straßenbahn nehmen.

 

Wer lieber zurück zum Startpunkt gehen und noch den OsthafenInternal Link sehen möchte, gehe mit uns auf dem Speckweg wieder bergab zum Main. Am Ufer biegen wir links ab, Richtung Skyline. Jetzt überqueren wir den Main auf der ersten Brücke, der neuen Osthafenbrücke, die anlässlich des Baus der Europäischen Zentralbank errichtet wurde, und gleich weiter über die Honsellbrücke.

 

Wer durstig ist, möge einen Abstecher machen und etwa 50 Meter zwischen den beiden Brücken der Franziusstraße folgen. Linkerhand steht eins der historisches Frankfurter WasserhäuschenInternal Link mit entsprechendem Angebot.

 

Nach der Honsellbrücke sind wir wieder am HafenparkInternal Link angekommen. Wir durchqueren ihn nach links in Richtung Skyline und gehen unter der Eisenbahnbrücke hindurch. Ab hier führt der Weg rechts zwischen Bahn und Bank zurück zum Ostbahnhof. Die Stadt hat uns wieder.

 

Das Grüne-Soße-Denkmal in Oberrad
Das Grüne-Soße-Denkmal in Oberrad © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop


Service

Service Spaziergang Landschaftslücke

 

Länge
Etwa 5 ½ Kilometer. Alternativ kann nach halber Strecke der Spaziergang in Oberrad enden, an der Haltestelle „Bleiweißstraße“ der Tram 15, 16, 18 auf der Offenbacher Landstraße. Der Spaziergang ist dann nur gut 3 1/2 Kilometer lang.

 

Start/Ziel
Ostbahnhof

 

Anreise
U 6 bis "Ostbahnhof" oder Tram 11, 12 bis "Ostbahnhof / Sonnemannstraße"

 

Wegweiser
Die Strecke ist nicht ausgeschildert. Doch vom Ostbahnhof bis nach Oberrad führt der Spaziergang über den GrünGürtel-RundwanderwegInternal Link, erkennbar an den kleinen, weißen, handgemalten GrünGürtel-Logos auf Bäumen am Wegesrand (oder weißen Logos auf grünem Grund als Aufkleber auf Pfosten und Mauern). Der Rückweg über die Speckgasse bis zur Gerbermühle verläuft über den GrünGürtel-RadrundwegInternal Link, erkennbar an den kleinen blaugrünen Wegweiser mit dem dickem gelben Punkt und einem Fahrrad darin.

 

Picknicken
Im Hafenpark und am Sachsenhäuser Mainufer gibt es zahlreiche Bänke

 

Gaststätten
An der Ruhrorter Werft, bei Gerbermühle und Rudervereinen am Sachsenhäuser Mainufer sowie in Oberrad.

 

 

Ich-Denkmal
Ich-Denkmal © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop

Skyline mit Kräuterfeld und Menschen
Skyline mit Kräuterfeld und Menschen © Stadt Frankfurt am Main / Stefan Cop, Foto: Stefan Cop

 

Sonic Vista - die Lautsprecherkugeln
Sonic Vista - die Lautsprecherkugeln © Stadt Frankfurt, Foto: Stefan Cop

 

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