Tony Sender-Preis

Tony Sender-Preis

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Preise und Ehrungen

Tony Sender Preis

Tony Sender-Preis
Tony Sender-Preis © Stadt Frankfurt am Main


Die Stadt Frankfurt am Main verleiht seit 1992 alle zwei Jahre den nach der Gewerkschafterin und Journalistin Tony Sender (1888 – 1964) benannten Tony Sender-Preis. Mit der Auszeichnung ehrt die Stadt einzelne Frauen oder aber Projekte, Institutionen oder Vereine in Frankfurt, die sich in hervorragender und innovativer Weise für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern eingesetzt haben. Die vom Magistrat eingesetzte Jury entscheidet die jeweiligen Preisträger. Der mit 10.000€ dotierte Preis wird dann feierlich im Kaisersaal des Römers durch die  Frauendezernentin übergeben.


 

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Tony Sender Preis

Preisträgerinnen

1992 Prof. Dr. Helga Einsele
1994 Hanna Lambrette
1997 Linda Ressel
1999 Cornelia Niemann
2002 Uschi Madeisky
2005 Dr. Margarete Mitscherlich-Nielsen
2007 Dagmar von Garnier
2009 Mechtild M. Jansen
2011 Dörthe Jung
2013 Prof. Dr. Margrit Brückner
2015 Karola Gramann

2019 Sunny Graff

Namensgeberin

Der bürgerliche Name von Tony Sender (1888-1964) war Sidonie Zippora Sender, aber sie benutzte als Journalistin auch Pseudonyme wie Dora Denis oder Elisabeth. Sie war eine große Widerstandskämpferin und Frauenrechtlerin, von Joseph Goebbels öfters „Frau Großmaul“ genannt, welche die revolutionäre Bewegung maßgeblich prägte. In Paris, wo sie als Fremdsprachensekretärin arbeitete, lernte sie den französischen Pazifisten Jean Jaurès kennen und unterstützte ihn im Kampf für internationale Abrüstung und Volksverständigung. Nach seiner Ermordung kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrt sie nach Frankfurt zurück und wendet sich gegen die Kriegspolitik der SPD, der sie 1910 beigetreten war. Sie verlässt die Partei aus  Protest gegen die Zustimmung zu den Kriegskrediten und tritt in die USPD (Unabhängige SPD), die sich infolgedessen aus der Fraktionsgemeinschaft „Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft“ abgespalten hatte.  In 1919 wird sie Abgeordnete der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und ein Jahr später zieht sie für die USPD in den Reichstag ein, wo sie sich für soziale Gerechtigkeit, Friedenssicherung und die Gleichstellung von Mann und Frau einsetzt. In 1933 war sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten zur Flucht gezwungen und ging in die USA, wo sie für die Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen arbeitete und an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mitwirkte. Sie kehrte nicht dem Ende des Krieges nicht wieder nach Deutschland zurück, 1943 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. In Frankfurt gilt sie als „berufener Vertreter demokratischen Ideale“.