Theodor W. Adorno-Preis

Theodor W. Adorno-Preis

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Preise und Ehrungen

Theodor W. Adorno Preis

Theodor W. Adorno-Preis-Urkunde 1992 für Prof. Pierre Boulez
Theodor W. Adorno-Preis-Urkunde 1992 für Prof. Pierre Boulez © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Kalligrafin Tanja Leonhardt

Zur Erinnerung an den Philosophen und Kunstkritiker Professor Theodor W. Adorno, einen der Hauptvertreter der „Frankfurter Schule“ und den Mitbegründer der „Kritischen Theorie“,  verleiht die Stadt Frankfurt am Main seit 1977 alle drei Jahre zum Geburtstag von Theodor W. Adorno (1903-1969), am 11. September, die gleichnamigen Auszeichnung. Der Preis ist von der damaligen Kulturdezernentin Hilmar Hoffmann initiiert worden und ist eine der wichtigsten Auszeichnungen der Stadt Frankfurt am Main. Die aus Magistratsmitgliedern und bedeutenden Vertretern der Wissenschaft zusammengesetzte Jury trifft eine Entscheidung über die Vergabe des mit 50.000€ dotierten Preises, der als Anerkennung für hervorragende Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film durch den Oberbürgermeister in der Paulskirche vergeben wird. Der Preis kann auch aufgeteilt werden.

 

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Theodor W. Adorno-Preis

Preisträger

1977 der Soziologe und Philosoph Norbert Elias
1980 der Soziologe und Philosoph Jürgen Habermas
1983 der Schriftsteller Günther Anders
1986 der Dirigent und Komponist Michael Gielen
1989 der Literaturwissenschaftler und Soziologe Leo Löwenthal
1992 der Dirigent und Komponist Pierre Boulez
1995 der Filmregisseur Jean-Luc Godard
1998 der Soziologe Zygmunt Baumann
2001 der Philosoph Jacques Derrida
2003 der Komponist György Ligeti
2006 der Philosoph Albrecht Wellmer
2009 der Schriftsteller und Filmemacher Prof. Dr. Alexander Kluge
2012 die Philosophin und Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Butler
2015 der Kunsthistoriker Georges Didi-Huberman
2018 die Regisseurin Margarethe von Trotta

Namensgeber

Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969) war ein bekannter deutscher Philosoph und Kunstkritiker. Er lehrte zwanzig Jahre lang an der Goethe Universität in Frankfurt am Main, war einer der Hauptvertreter der „Frankfurter Schule“, die als eine Gruppierung von Wissenschaftlern mit marxistischer und psychoanalytischer Denkweise aus dem 1924 erstmals an einer deutschen Universität entstandenen Institut für Sozialforschung hervorging, und der Mitbegründer der dort entstandenen „Kritischen Theorie“, die sich als kritische linke Theorie mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft und der psychischer Entwicklung des Individuums befasste. Das erste Forschungsinstitut für Marxismus an einer deutschen Universität würde 1933 durch die Nationalsozialisten geschlossen und allen jüdischen Dozenten die Lehrbefugnis entzogen, darunter auch Adorno. Er ging daraufhin ins Exil in die USA, wo er mit dem damaligen Direktor des Instituts Marx Horkheimer das Institut zur Forschung der Sozialgeschichte an der Columbia University in New York erneut aufbaute. In 1949 kehrt Adorno nach mehrfachen Zögern auf Wunsch der Universität, der Stadt Frankfurt und des Landes Hessen für eine Professur der Sozialphilosophie an die Goethe Universität zurück, wo 1951 das Institut für Sozialforschung wiedereröffnet und auf der Grundlage einer von ihm erarbeiteten Prüfungsordnung jetzt auch für die Ausbildung zukünftiger Sozialforscher zuständig sein soll. Er war einer der wichtigsten Theoretiker der deutschen Studentenbewegung und ein Vorbild für viele Studenten, die sich radikale Veränderungen wünschten. Viele seiner Studenten unterstützen die Protestbewegungen von 1968, die bei Adorno trotz seiner Kritik an der Nachkriegsgesellschaft auf bestimmte Vorbehalte stoßen. Er lehnte jegliche Form von Terror, auch im Sinne einer Veränderung, entschlossen ab.