Otto Hahn-Preis

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Preise und Ehrungen

Otto Hahn Preis

Urkunde Otto-Hahn Preis 2000
Urkunde Otto-Hahn Preis 2000 © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Kalligrafin Tanja Leonhardt

Die Stadt Frankfurt am Main fühlt sich ihrem großen Sohn und Ehrenbürger Professor Dr. Otto Hahn (1879-1968) besonders verpflichtet und verleiht deshalb seit 1970 den Otto-Hahn Preis. Im Frühjahr 2005 kam es zur Verschmelzung des bisherigen Otto Hahn Preises der Stadt Frankfurt mit dem in 1955 erstmal vergebenen "Otto Hahn-Preis für Chemie und Physik", der 1953 auf Anregung der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) vom Deutschen Zentralausschuss für Chemie und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) eingerichtet wurde. Die aus Magistratsmitgliedern und bedeutenden Persönlichkeiten der Wissenschaft zusammengesetzte Jury trifft eine Entscheidung über die Vergabe des mit 50.000€ dotierten Preises, der alle zwei Jahre an verdiente Naturwissenschaftler (Chemiker, Physiker, Ingenieure) in der Paulskirche verliehen wird und als Anerkennung extraordinärer wissenschaftlicher Leistung dienen soll.

 

 

 

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Preisträger

1970 Prof. Dr. Karl zum Winkel
1972 Prof. Dr. Rudolf Schulten
1974 Dr. August Weckesser
1976 Prof. Dr. Adolf Birkhofer
1979 Prof. Dr. Wolfgang Gentner
1980 Prof. Dr. Otto Haxel
1982 Prof. Dr. Walter Greiner
1984 Prof. Dr. Heinz Maier-Leibnitz
1986 Prof. Klaus Knizia
1988 Prof. Dr. Franz Baumgärtner
1992 Dr. Olga Aleinikova
1994 Prof. Dr. Willy Wölfli
1996 Dr. Sigurd Hofmann
1996 Prof. Dr. Gottfried Münzenberg
1998 Dr. Norbert Trautmann
1998 Prof. Dr. Dr. Hans Blix
1998 Prof. Dr. Jens Kratz
2000 Dr. Hartmut Eickhoff
2000 Dr. Thomas Haberer
2000 Prof. Dr. Gerhard Kraft
2005 Prof. Dr. Theodor W. Hänsch
2007 Prof. Dr. Gerhard Ertl
2009 Prof. Dr. Stefan W. Hell
2011 Prof. Dr. Manfred Reetz

2013 Prof. Dr. Ferenc Krausz
2015 Prof. Dr. Jürgen Troe

2017 Karsten Danzmann

2019 Prof. Martin Jansen

 

Namensgeber

Otto Hahn (1879-1968) war einer der bedeutendsten deutscher Chemiker und Atomforscher, der durch seine großartigen wissenschaftlichen Leistungen die Welt veränderte. In 1910 entdeckt er mit der jüdischen Physikerin und seiner langjährigen Forschungspartnerin Lise Meitner die Rückstoßmethode, die später in der Atomforschung eine wesentliche Rolle spielt, und wenige Jahre später auch das langlebige chemische Element Protactinium, das als radioaktives Zerfallsprodukt des Urans die Zerfallserscheinungen radioaktiver Elemente erklärte. In 1924 wird Otto Hahn Direktor des in 1911 von der gleichnamigen Gesellschaft gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie, aus der später auch das berühmte Max-Planck-Institut hervorging. Die Entdeckung der Kernspaltung in 1938, für die er 1944 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, ermöglichte die Nutzung der Kernenergie, aber auch die Herstellung von Atomwaffen. Die Atombomben, die 1945 in Japan auf Hiroshima fielen und über 350.000 Menschen das Leben kosteten, sind durch dieser Entdeckung ebenfalls Realität geworden. Dieses Ereignis, für das er sich persönlich verantwortlich fühlte, hat ihn tief seelisch getroffen. Er hat niemals gedacht, dass die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschung, die nach seinem Willen ausschließlich friedlichen Zwecken dienen sollen, auch zu Vernichtungszwecken genutzt wurden. Er sprach sich wiederholt gegen den Einsatz von Atomwaffen aus und initiierte in 1955 während der 5. Lindauer Nobelpreisträgertagung auf der Insel Mainau die berühmte „Mainauer Deklaration“, die ebenfalls eine klare Haltung vieler Nobelpreisträger gegen die Atomwaffen zeigt. Otto Hahn setzte sich u.a. als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft wiederholt für eine friedliche Nutzung der Kernenergie und kämpfte bis zu seinem Tod in 1968 gegen das Wettrüsten mit Atomwaffen.