Horn, Georg

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Stolperstein-Biographien in Höchst

Horn, Georg

 

Georg Horn wurde in Höchst geboren. Sein Vater Georg Horn (Jg. 1847) stammte aus Nied und war evangelisch, seine Mutter Margaretha, geb. Herr, kam aus Münster im Taunus und war katholisch. Am 4. Mai wurde Georg Horn evangelisch getauft, Taufzeugen waren Georg Mauer aus Höchst und Georg Kilp aus Münster Er hatte zwei 1887 und 1888 geborene Stiefbrüder Karl (Apotheker) und August (Kaufmann) sowie eine Schwester, möglicherweise Zwillingsschwester, die 1883 im Alter von einem Jahr starb. Der Stiefbruder hatte eine Firma „Karl Horn & Co. AG Fabrik für chem.-pharmazeutische und kosmetische Präparate“ in der Ludwigstrasse 27 in Maingau.


Georg Horn hatte 1901 den Baugewerkemeister in Idstein bestanden und studierte am Technikum in Darmstadt. Die Mutter starb 1884 an Lungentuberkulose, der Vater am 5. Juni 1916 an einem Herzinfarkt aufgrund Erschöpfung infolge der Auswirkungen des Ersten Krieges. Georg Horn war in der Zeit von 1914 bis 1918 im Krieg als Offiziersassistent. Danach leitete er die von seinem Vater 1871 gegründete „Marmorfabrik, Glasschleiferei und Spiegelbelegerei“ (Adressbuch 1925) in der Emmerich-Joseph-Straße 32 und nahm noch in den Jahren 1921/22 die neuen Maschinen selbst in Betrieb.


Horn heiratete 1920 die katholische Josefine Elise Frieda Bohres (Jg. 1887) aus Crefeld und lebte mit ihr in der Kaiserstraße 9, heute Hostatostraße 9. Sie hatten zwei Töchter, die am 10. Juli 1921 geborene Irmgard Adele und die am 19. März 1923 geborene Tochter Ruth. Die Ehe wurde 1926 geschieden.


Georg Horn litt etwa ab 1915 an Nervenstörungen. Nach Darstellung seines Arztes war er „stets gesund“, hatte jedoch eine sogenannte schwache Natur, die ihn zu vorsichtiger Lebensweise in Bezug auf den Genuss von Alkohol und Tabak zwang. Georg Horn wurde am 22. Juli 1922 auf einer Geschäftsreise nach München von der Polizei in einer Bank abgeholt und am selben Tag in die Psychiatrische Klinik München eingeliefert. Am 27. Oktober 1922 wurde er von der Ehefrau und einem Pfleger von der Psychiatrischen Klinik München in die Anstalt Heppenheim verlegt. Am 10. November 1924 wurde er in die Anstalt Eichberg bei Eltville verlegt. Hier verbrachte Georg Horn, bis auf einen medizinisch bedingten Aufenthalt (12.2.-29.9.1925) in der Uniklinik Marburg, die weitere Zeit seines Lebens. 1941 fungierte der Eichberg im Rahmen der nationalsozialistischen Behindertenmorde (T4) als „Zwischenanstalt“ für die Tötungsanstalt Hadamar. In einem Transport mit weiteren 71 Personen wurde Georg Horn am 29. Januar 1941 nach Hadamar gebracht und dort am selben Tag noch in der im Keller befindlichen Gaskammer ermordet. In der Todesurkunde wurde der Tod irreführend auf den 3. Februar 1941 datiert, mit der Todesursache Hirnschlag in seiner Wohnung.



Der Stolperstein wurde initiiert von der Urenkelin Raphaela Schlicht-Schmälzle, East Lansing im US-Bundesstaat Michigan, und finanziert durch die Evangelische Kirchengemeinde Höchst.


Bei der Verlegung waren Raphaela Schlicht-Schmälzle, Ralf Schmälzle, East Lansing/Michigan, Gabriele Schlicht, Grävenwiesbach, anwesend.

 

 

Abbildung: Ehepaar Horn bei der Hochzeit
Ehepaar Horn bei der Hochzeit © Privat / Raphaela Schlicht-Schmälzle, Foto: Keine Angabe

 

 

 

 

 

Georg Horn
Geburtsdatum:   10.4.1882 
Einweisung:
22.7.1922 Psychiatrische Klinik München, 27.10.1922 Verlegung in Anstalt Heppenheim, 10.11.1924 Verlegung in Anstalt Eichberg, 29.1.1941 Hadamar 
Todesdatum:   29.1.1941 

 

 

 

Stolperstein Hostatostrasse 9, Horn, Georg
Stolperstein Hostatostraße 9, Horn, Georg © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

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