Bär, Karl S und Gretel

Bär, Karl S und Gretel

header image

Stolperstein-Biographien in Bockenheim

Bär, Karl S. und Gretel (Anne Margaret)

Karl Bär (1952)
Karl Bär (1952) © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

 

Karl S. Bär wurde in Bruchsal, seine Ehefrau Anne Margaret Bär in Frankfurt geboren. Er arbeitete zunächst bei der Diskonto-Gesellschaft in Frankfurt und war dann langjähriges stellvertretendes Vorstandsmitglied der Metall-Gesellschaft AG und Direktor der Metallbank. Er war auch für die Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt mitverantwortlich. Karl und Gretel Bär waren sehr gastfreundlich. Sie selbst hatten keine Kinder, kümmerten sich aber liebevoll um ihre Nichten und Neffen und die Kinder ihrer Freunde, besonders um Lisa (Jg. 1924) und Gretels Patenkind Margret (Jg. 1931) Hofmann. Im Sommer war der Garten in der Frauenlobstraße 13 oft erfüllt von fröhlichem Kindertreiben.

 

Anfang 1937 musste Karl Bär aus der Metallbank ausscheiden und flüchtete mit seiner Frau in die Schweiz. Laut Hausstandsbuch meldeten sie sich am 11. März 1937 von der Wohnung Frauenlobstraße 13 ab. In dem Meldebuch befindet sich die Notiz „unbekannt, England“ sowie eine spätere Gestapo-Mitteilung „z.Z. Paris“

 

Seit 1941 arbeitete Karl S. Bär in einem Büro im Wall-Street Distrikt in New York und widmete sich der Förderung von Wohlfahrtsorganisationen. In den letzten Jahren vor seinem Tod setzte er sich dafür ein, Geldmittel für die „Combined Campaign for Victims of Nazi Oppression“ und andere ähnliche Organisationen aufzubringen. Dadurch konnte unter anderem ein Wohnhaus für ältere Opfer am Kissena Boulevard in Flushing, N.Y. errichtet werden. Er starb am 21. Januar 1968 in New York. Die Urne wurde im Familiengrab der Familie Kuch auf dem Frankfurter Südfriedhof beigesetzt, wie später auch die Urne von Gretel Bär, die in Zürich starb.

 

Nach dem Krieg nahmen die Bärs sogleich wieder Kontakt zu den Hofmanns auf und sandten sehr viele Care-Pakete an Familienangehörige und Freunde in Europa. Karl Bär war in der Familie „der berühmte gute Onkel aus Amerika, nur noch viel besser!“ 1948 kamen beide zum ersten Mal wieder nach Deutschland und danach jedes Jahr auch nach Frankfurt.
Die Stolpersteine wurden initiiert und finanziert von Waltraut und Peter Hofmann, Frankfurt, in deren Garten die Grabplatte der Bärs liegt, und von Heiner Hofmann, Schweiz.

 

Bei der Verlegung waren Vivian Barr und Naz Penumbra, Anton Barr, Serena Barr mit Sam, alle London; Ellen Boschwitz mit Sohn Tom und Enkelin Luci, Minneapolis, anwesend.

 

Villa Bär
Villa Bär © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

Gretel und Karl Bär mit ihrer irischen Terrierhündin Inka (Mai 1937)
Gretel und Karl Bär mit ihrer irischen Terrierhündin Inka (Mai 1937) © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

Im Garten 1934
Im Garten (1934) © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

Familie Bär im Steingarten
Familie Bär im Steingarten © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

Auf der Terrasse
Auf der Terrasse © Privat / Peter und Waltraud Hofmann, Foto: Keine Angabe

 

 

Karl S. Bär
Geburtsdatum:   1.3.1886 
Flucht:
Mai 1937 Schweiz, 1941 USA  

 

Anne Margaret Bär, geb. Kuch
Geburtsdatum:   23.7.1900 
Flucht:   Mai 1937 Schweiz, 1941 USA 

 

 

 

Stolperstein Frauenlobstraße 13, Bär, Karl S.
Stolperstein Frauenlobstraße 13, Bär, Karl S. © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

 

Stolperstein Frauenlobstraße 13, Bär, Gretel
Stolperstein Frauenlobstraße 13, Bär, Gretel © Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main

inhalte teilen