Oberwiesengraben mit Lachegraben

Oberwiesengraben mit Lachegraben

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Bäche und Gräben

Oberwiesengraben mit Lachegraben

Der Oberwiesengraben entspringt in Bad Vilbel. Auf einer Teilstrecke wird er Flutgraben und in den Ortsteilen Eckenheim und Eschersheim Lachegraben genannt.

Oberwiesengraben
Oberwiesengraben © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Eckhard Krumpholz, Umweltamt

Lage

Der Oberwiesengraben entspringt in Bad Vilbel. Er fließt durch die Frankfurter Ortsteile Berkersheim und Preungesheim. Auf einer Teilstrecke zwischen der Homburger Landstraße und südlich der Autobahn A 661 wird er Flutgraben und in den Ortsteilen Eckenheim und Eschersheim Lachegraben genannt. Das Gewässersystem ist insgesamt 4 km lang und mündet verrohrt in die Nidda.

 

Charakter und Entwicklung

Der Oberwiesengraben mit dem Flutgraben und der Lachegraben sind stark veränderte Gewässer. Uferbewuchs ist nur zum Teil vorhanden. Der Oberwiesengraben fließt zunächst ab dem Friedhof "Heiligenstock" durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Anschluss an die Bundesstraße B 3 durchquert der Graben ein Wiesengelände und danach ein Feuchtbiotop. Durch den Bau der Autobahn A 661 wurde das ursprünglich vorhandene Grabensystem zerstört. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurden der weitere Verlauf des Oberwiesengrabens westlich der Homburger Landstraße von der Wasserzufuhr abgeschnitten. Ein Teil floss weiter in einen Regenwasserkanal, der andere Teil noch 30 m weiter bis zu einem Tümpel, bevor er auch dort gänzlich in der Regenwasserkanalisation verschwand.

Erste Planungen aus dem Jahr 1992 sahen vor, die Fließverbindungen zwischen dem Oberwiesengraben, dem Flutgraben und dem Lachgraben und damit in die Nidda in mehreren Bauabschnitten wiederherzustellen. 1999 erfolgte hierzu der erste Spatenstich. Im ersten Bauabschnitt wurde der Oberwiesengraben im nördlichen Teil für die Bewohner des Baugebietes Preungesheim-Ost bis zur Homburger Landstraße offen gelegt, verlängert und an den Flutgraben angeschlossen. Der Flutgraben, der an der Homburger Landstraße beginnt, hat einen weitestgehend naturnahen Verlauf durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. In Höhe des Anschlusses Eckenheim wird der Flutgraben in die Regenwasserkanalisation der Autobahn A 661 eingeleitet.

In einem weiteren Bauabschnitt soll die Verbindung zum Lachegraben wiederhergestellt werden. Der Lachegraben beginnt an der Autobahnanschlussstelle Eckenheim, auf der Gemarkung Preungesheim. Er ist teilweise verrohrt und fließt parallel zur Autobahn A 661, bevor er in der Gemarkung Eschersheim ebenfalls verrohrt in die Nidda mündet. Streckenweise leidet das Grabensystem aufgrund der künstlichen vorgenommenen Unterbrechungen unter Wassermangel und trocknet daher zeitweise aus.

 

Erholung und Natur

Am Oberwiesengraben und am Flutgraben finden sich Kopfweiden. Mit der Offenlegung der Gräben will man den Erhalt der als Naturdenkmal ausgewiesenen Kopfweiden langfristig sicherstellen und den Anwohnern ein Stück Natur zurückgeben. Da das gesamte Grabensystem fast vollständig im Landschaftsschutzgebiet und wesentliche Teile des Lachegrabens im GrünGürtel liegen, lädt dies zum Spaziergang ein. Die Apfelwein- und Obstwiesenroute und der ausgewiesene GrünGürtel-Wanderweg kreuzen den Oberwiesengraben.

Vom Oberwiesengraben ist es nicht weit bis zum Berger Rücken und zum Heiligenstock. Der Heiligenstock - ein Bildstock, der Wanderern die Möglichkeit zur stillen Andacht bot - steht recht von dem kleinen Barockhäuschen an der Friedberger Landstraße. Fünf solcher Bildstöcke sind in der näheren Umgebung Frankfurts an den Landstraßen noch erhalten. Die Bänke in der Nähe dieser Bilderstöcke wurden als Rastplätze für die zum Markt nach Frankfurt gehenden Bäuerinnen errichtet. Diese konnten die auf dem Kopf getragenen Körbe auf dem oberen Steinbalken absetzten und sich dann auf den rechts und links befindlichen Bänken ausruhen.