AKTUELL Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern

AKTUELL Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern

Veterinärwesen

Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern

Ordnungsamt rät zu erhöhter Aufmerksamkeit

Tierseuchenbekämpfung gehört zu den Aufgaben der Abteilung Veterinärwesen im Ordnungsamt. © Pixabay, Foto: Fotos via Pixabay
25.10.2023. Nach neuerlichen Ausbrüchen der Infektion mit dem Blauzungenvirus bei Wiederkäuern in Belgien und den Niederlanden wurde Anfang Oktober 2023 auch ein Ausbruch in Deutschland, Nordrhein-Westfalen, bestätigt. Das Ordnungsamt Frankfurt rät daher zu erhöhter Aufmerksamkeit. Tierhalterinnen und Tierhalter von Wiederkäuern sollten ihre Bestände aufmerksam beobachten. Erste Krankheits- oder auch Todesfälle sollten immer durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin abgeklärt werden. Die klinischen Symptome ähneln den Symptomen, die von Ausbrüchen aus der Vergangenheit bekannt sind: hohes Fieber bis 42 °C, geschwollene Zunge, Fressunlust, Speicheln, Läsionen im Maul und an der Zunge. Auch von Todesfällen wurden berichtet. Bei Rindern scheinen die Krankheitssymptome schwächer ausgeprägt zu sein. Bei Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Virus der Blauzungenkrankheit hindeuten können, ist unverzüglich die für die Tierhaltung zuständige Veterinärbehörde zu kontaktieren.

Was ist die Blauzungenkrankheit?

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT) ist eine virusbedingte, hauptsächlich akut verlaufende Krankheit der Schafe und Rinder. Ziegen, Neuweltkameliden (u. a. Lamas, Alpakas) und Wildwiederkäuer sind für die Krankheit ebenfalls empfänglich. Das Virus wird nicht direkt von Tier zu Tier übertragen, sondern über kleine, blutsaugende Mücken (Gnitzen) der Gattung Culicoides. Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist für den Menschen und für Nicht-Wiederkäuer nicht gefährlich.

Welche Schutzmaßnahmen sind ratsam?

Da gegen den aktuell zirkulierenden Virus kein Impfstoff zur Verfügung steht, wird empfohlen, die empfänglichen Tiere vor den virusübertragenden Gnitzen zu schützen. Gnitzen fallen vor allem zwischen der Abend- und Morgendämmerung Tiere im offenen Gelände an und legen ihre Eier bevorzugt in nassem Boden, Schlamm oder Mist ab. Um die Tiere bestmöglich vor Gnitzen und damit vor einer Übertragung des Virus zu schützen, sollten die Tiere entsprechend den Herstellerangaben mit Mückenschutzmitteln behandelt und wenigstens in der Flugzeit der Gnitzen aufgestallt werden. Mögliche Brutstätten der Gnitzen (z. B. Regentonnen) sollten entfernt werden.
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