Hahn, Frieda und Jenny

Hahn, Frieda und Jenny

Stolperstein-Biographien in Bergen-Enkheim

Hahn, Frieda und Jenny

roehrborngasse_1_jenny_hahn
Jenny Hahn (vorne links) mit anderen am Deportationstag vor dem Bahnhof Hanau. © Kreisbildstelle Hanau , Foto: keine Angaben

Frieda Hahn war die Tochter des Kaufmannes Julius Hahn, der am 18. Februar 1942 im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde, Gagernstraße 36, starb, und von Nelly, geb. Hess, die einen Tag nach ihrer Geburt starb. Sie war wie ihre Schwester Jenny Hahn unverheiratet und von Beruf Postbeamtin und Telefonistin, zuletzt Hausangestellte. Die Familie lebte in Bergen im eigenen Haus in der Steingasse 1, heute Röhrborngasse. Die Liegenschaft des Vaters musste verfolgungsbedingt mit Vertrag vom 17. November 1938 für 5.000 Reichsmark an den vormaligen Gewerberaummieter und Zigarrenhändler Ferdinand Jung aus Bergen-Enkheim veräußert werden. Die beabsichtigte Emigration scheiterte aus unbekannten Gründen. Ab 30. Juni 1939 lebte die Familie in der Schwindegasse 2 bei Rudolf und Johanna Hess. Frieda Hahn war dort ohne Entlohnung als Hausangestellte tätig, konnte dafür jedoch zusammen mit ihrem Vater und der Schwester kostenlos wohnen. Ansonsten lebte die Familie von Wohlfahrtsunterstützung.

 

Jenny Hahn war ohne Beruf, laut Devisenakten zuletzt Hausangestellte. 1935 war sie nach Frankfurt in die Gervinusstraße 18 gezogen. Sie kehrte im Juni 1939 vorläufig nach Bergen zurück, um in der Folgezeit zwei weitere Male nach Frankfurt umzuziehen, und zwar in die Schumannstraße 22 und zuletzt in den Grüneburgweg 82/I. Zuletzt ab etwa Oktober 1941 wohnte sie wieder in der Schwindegasse 2/I bei Hess. Im April 1942 war sie als Hilfsarbeiterin bei der Firma „Braun Radio“, Werk 2, Mainzer Landstraße 196/III, beschäftigt; vermutlich musste sie Zwangsarbeit leisten. Laut Devisenakten wurde das Vermögen von Jenny Hahn am 1. Juni 1942 zu Gunsten des Reiches eingezogen und verwertet. Ihr Hausrat wurde zum Preis von 273 Reichsmark von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) Bergen übernommen.

 

Die beiden Schwestern wurden am 30. Mai 1942 mit einem "Sammeltransport" aus Bergen über Hanau verschleppt.

Frieda Hahn

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

21.07.1903

30.05.1942 nach Sobibor

unbekannt

Jenny Hahn

Geburtsdatum:

Deportation:

Todesdatum:

24.03.1905

30.05.1942 nach Sobibor

unbekannt

 

Quelle

Literatur aus: Helmut Ulshöfer, Jüdische Gemeinde Bergen-Enkheim 1933-1942, Frankfurt 1988

inhalte teilen