Wallanlagen

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Die Wallanlagen verlaufen um das Zentrum von Frankfurt herum
Die Wallanlagen verlaufen um das Zentrum von Frankfurt herum © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefan Cop

Einst schützten die Wallanlagen die Frankfurter Bürger vor feindlichen Angriffen. Durch neue Waffentechnik nutzlos geworden, wurden sie ab dem Jahr 1805 mit Hilfe zahlreicher Frankfurter abgetragen. Im Gegenzug für ihre Hilfe erhielten einige Bürger Grundstücke auf den ehemaligen Befestigungswällen, mit der Auflage, dort Gärten anzulegen. Diese Auflage aus dem Jahr 1807, die sogenannte "Wallservitut", schützt bis heute die Wallanlagen vor Bebauung. Dies wurde auch mit wenigen Ausnahmen (Stadtbad Mitte, Umspannwerk, ganz aktuell die Erweiterung des Jüdischen Museums) bis heute eingehalten – und durch zahlreiche Grundstückskäufe der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg ist die Fläche der Wallanlagen heute deutlich größer als direkt nach ihrer Entstehung.
Die Wallanlagen sind inzwischen ein unverzichtbares Naherholungsgebiet; sie tragen als ringförmige Grünanlage um die eng bebaute City einen wesentlichen Beitrag zur  entspannten Atmosphäre der Stadt bei. Spielende Kinder, Bankangestellte bei der Mittagspause, lebhaft diskutierende Seniorinnen und Senioren, schwitzende Jogger – der Grünzug bietet citynahe Erholung und sozialen Begegnungsraum für alle Bevölkerungsgruppen.
Die Wallanlagen verlaufen (von Westen nach Osten) von der UntermainanlageInternal Link über die GallusanlageInternal Link, TaunusanlageInternal Link, Bockenheimer AnlageInternal Link, Eschenheimer AnlageInternal Link, Friedberger AnlageInternal Link bis zur ObermainanlageInternal Link. Eingebettet in die Einzelanlagen finden Besucher unzählige bemerkenswerte Denkmäler, Spielplätze, uralte Bäume und malerische Weiher.

Sebastian Rinz (1882 – 1861)

Als Sebastian Rinz 1808 den Auftrag erhielt, die Wallanlagen als Parkanlagen umzugestalten, war Johann Wolfgang von Goethe knapp 60 Jahre alt. Goethes Mutter schrieb ihm hierzu begeistert einen Brief mit den Zeilen:
„Die alten Wälle sind abgetragen, die alten Tore eingerißen, um die gantze Stadt ein Parck, man glaubt, es sey Feerrey. Die alten Perücken hätten so was bis an Jüngsten Tag nicht zuwege gebracht.“

Diesem Auftrag sollten viele folgen; 1811 erwarb Rinz für sich und seine Frau das Frankfurter Bürgerrecht, eröffnete nahe dem Dom eine Samenhandlung und gestaltete in den folgenden Jahren viele Frankfurter Gärten und Parks. Sein Handwerk erlernte der Frankfurter Stadtgärtner Rinz bei der Kurfürstlichen Hofgärtnerei von Schloss Schleißheim. Seine Gesellenjahre verbrachte er in der Hofgärtnerei in Würzburg, wo er unter Hofgärtner Franz Ludwig Bode in der im englischen Stil angelegten Grünanlage arbeitete. Bode war es, der ihn schließlich Jakob Guiollett empfahl – dieser war von Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg mit dem Abriss der Frankfurter Stadtbefestigung – den Wallanlagen – beauftragt worden. Rinz gestaltete zunächst die Bockenheimer und Eschenheimer Anlage, wenig später erhielt er den Auftrag auch die Friedberger Anlage, die Taunusanlage und die Gallusanlage in Parks zu verwandeln. 1811 verwüsteten französische Truppen die Gärten, 1814 erneuerte Rinz sie. 1828 gestaltete er schließlich den Hauptfriedhof und in den folgenden Jahren entwarf er auch Parkanlagen außerhalb der Stadt wie etwa den Wiesbadener Kurpark. Rinz ist auch der Vater des berühmten Nizza-Parks an der Untermainbrücke. Die Grünanlage am Mainufer war Rinz’ letztes Werk – er verstarb 1861 und konnte die Arbeit nicht mehr vollenden. Das übernahm schließlich sein Nachfolger und Schüler Andreas Weber.

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