Fairer Handel

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Fairtrade

Fairer Handel: Einkauf mit gutem Gewissen

Rosen aus fairem Handel machen doppelt Freude: Den Beschenkten und den Produzent:innen, Foto: Salome Roessler
Rosen aus fairem Handel machen doppelt Freude: Den Beschenkten und den Produzent:innen © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Salome Roessler

Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte werden sowohl faire Handelspraktiken als auch bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Arbeiter und Kleinbauernfamilien in den südlichen Ländern gefördert und ein umweltverträglicher Anbau unterstützt.

 

Das Angebot fairer Lebensmittel mit Rohstoffen aus südlichen Ländern hat sich in den letzten Jahren enorm erweitert. Verbraucher finden neben Kaffee - weiterhin das meistverkaufte faire Lebensmittel - Tee, Schokolade, Gummibären, Kekse, Bananen, Gewürze, Organgensaft, Cola, Trockenfrüchte und Wein in guter Qualität. Lebensmittel machen 75 Prozent des fairen Handels aus. Zu dem übrigen Viertel zählen zum Beispiel Textilien, Blumen und Fußbälle.

 

Fair gehandelte Waren werden nicht nur in Welt- und Bioläden angeboten; auch Supermärkte, Discounter und Gastronomen haben sie im Sortiment.

 

Anders als Bio, ist der Begriff "Fair" oder "Fairer Handel" rechtlich nicht geschützt, und es gibt kein einheitliches Siegel für faire Produkte. Aber die internationalen Dachorganisation des Fairen Handels (Fairtrade International, World Fair Trade Organization (WFTO) und European Fair Trade Association (EFTA) haben eine Definition und gemeinsame Fair-Handels-Grundsätze und Prinzipien entwickelt, die den internationalen und inhaltlichen Rahmen für den Fairen Handel darstellen. Darauf beruhen die Standards von Fairtrade International, die Standards der Fairhandelsorganisationen und anderer Zertifizierer im Fairen Handel.

 

Kaffeeernte bei Centrocafè in Peru, Foto: Christoph Köstlin/ TransFair e.V.
Kaffeeernte bei Centrocafè in Peru © TransFair E.V., Foto: Christoph Köstlin

Obwohl jede Organisation ergänzende Standards entwickelt hat, so beruhen alle auf folgenden Grundsätzen:

  • Faire (Mindest-)Preise für Rohstoffe, die die Produktionskosten decken und ein existenzsicherndes Einkommen gewährleisten. Plantagenarbeiter erhalten eine angemessene Bezahlung und besseren Gesundheitsschutz
  • Prämie: Sie wird zusätzlich gezahlt, und wird in soziale, ökologische oder ökonomische Projekte investiert, etwa zur Gesundheits- und Altersvorsorge, für Bildung oder ökologische Vorhaben.
  • Vorfinanzierung: Die Produzenten können auf Wunsch eine Vorfinanzierung erhalten, um zum Beispiel Saatgut zu kaufen.
  • Handelsbeziehungen:Langfristige transparente und partnerschaftliche Handelsbeziehungen zwischen den Produzentenkooperativen und den Industrieländern/Importeuren erlauben eine bessere Planung und erhöhen die Wirtschaftlichkeit. Der - oftmals ausbeuterische - Zwischenhandel wird somit ausgeschaltet.
  • Arbeitsbedingungen: Nationale und internationale Arbeitsschutznormen werden eingehalten, zum Beispiel:

    o Verbot von illegaler Kinder- und Zwangsarbeit
    o Zahlung von Tariflöhnen
    o angemessener Gesundheits- und Umweltschutz
    o freier Zugang von/zu Gewerkschaften
    o Gleichberechtigung von Frauen

 

  • Umwelt: Ein umweltverträglicher und ökologischer Anbau wird angestrebt und für Bio-Produkte wird ein zusätzlicher Bio-Aufschlag gezahlt. Gentechnisch verändertes Saatgut und gefährliche Pestizide sind verboten.
  • Bildungs- und Kampagnenarbeit für einen gerechteren Welthandel
  • Kontrolle: Überprüfungen stellen sicher, dass die Grundsätze eingehalten werden.
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