Pandemie lässt Jugendlichen wenig Gelegenheiten zum Feiern, Trinken und Kiffen

Pandemie lässt Jugendlichen wenig Gelegenheiten zum Feiern, Trinken und Kiffen

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MoSyD 2020

Pandemie lässt Jugendlichen wenig Gelegenheiten zum Feiern und Alkohol trinken

 

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Die wichtigsten Studienergebnisse zum Drogenkonsum und Freizeitverhalten Frankfurter Jugendlicher auf einen Blick © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Drogenreferat
Konsum- und Freizeitverhalten der 15- bis 18-Jährigen in Frankfurt. Foto:Drogenreferat

Abstinent im stillen Kämmerlein

Im Coronajahr 2020 haben Frankfurter Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 18 Jahren weniger Alkohol getrunken, weniger Zigaretten geraucht und weniger Cannabis konsumiert als in den Jahren zuvor. Dies hat die jüngste Drogentrendstudie „Monitoring System Drogentrends“ (MoSyD) ergeben, die Wissenschaftler des Centre for Drug Research der Goethe Uni im Auftrag des Drogenreferats seit 2002 jährlich erheben.

Knapp die Hälfte der befragten Jugendlichen (45 Prozent) gab an, im Vormonat der Befragung weder legale noch illegale Drogen konsu­miert zu haben. Dies ist der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Studie. Der Anteil der Jugendlichen, die substanzübergreifend „riskant“ konsumieren, ist nach drei Jahren Stagnation bei zehn Prozent deutlich auf sechs Prozent gesunken. Die Befürchtung, dass Jugendliche während des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen im stillen Kämmerlein mehr Alkohol oder Cannabis konsumieren, hat die Studie nicht bestätigt.

Angesichts der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen im Pandemiejahr mit den stark eingeschränkten Freizeitaktivitäten und fehlenden Gelegenheiten zum Feiern und Freunde treffen, deutet Bernd Werse, Leiter des Centre for Drug Research, die rückläufigen Konsumzahlen bei legalen und illegalen Drogen noch nicht als Beleg für einen grundsätzlich gesundheitsbewussteren Lebensstil der Jugendlichen – auch wenn sich der positive Trend von 2019 fortgesetzt hat.

Alkohol, Zigaretten und E-Produkte 

Insbesondere Alkohol trinken Jugendliche vornehmlich in Gesellschaft und auch die Konsumraten für andere psychoaktive Substanzen gingen laut der Schülerbefragung in der Zeit der Kontaktbeschränkungen besonders deutlich zurück. So werden erst die nächsten Jahre zeigen, welche Rolle die Pandemie tatsächlich gespielt hat und ob sich die niedrigen Prävalenzraten bestätigen.

Auch das Image von Zigaretten hat 2020 einen Tiefstand bei Jugendlichen erreicht. Nur noch neun Prozent der Befragten gaben an, täglich zu rauchen. Tabakerhitzer wie IQOS oder Glo spielen bei Jugendlichen ebenfalls keine große Rolle, dennoch sind E-Produkte bei Ihnen angekommen, der aktuelle Konsum steigt.  

Psychoaktive Medikamente 

Verstärktes Augenmerk wird das Drogenreferat künftig auf den Umgang mit psychoaktiv wirkenden Medikamenten legen. 11 Prozent der Jugendlichen gaben an, schon einmal (nicht vom Arzt verschriebene) Medikamente eingenommen zu haben, um sich zu berauschen oder Leistungen zu verbessern. Sieben Prozent taten dies auch in den zurückliegenden 30 Tagen. Beide Raten bedeuten einen Anstieg von jeweils fünf Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und 22 Prozent der 15- bis 18-Jährigen gaben an, dass sie in den vergangenen 12 Monaten unter nennenswerten psychischen Problemen gelitten haben (2019: 19 Prozent). Depressive Verstimmungen, Depressionen, Angststörungen, Panikattacken und Ess-Störungen wurden dabei am häufigsten genannt.

Medienkonsum

Erwartungsgemäß verbrachten die Jugendlichen im Coronajahr durchschnittlich eine halbe Stunde am Tag mehr Freizeit im Internet, zusätzlich zu den schulischen Aufgaben.

Weniger Jugendliche beteiligt

Die Befragungen liefen hauptsächlich während der zweiten Corona-Welle zwischen Oktober und Dezember 2020. Wegen Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen wurden statt der angestrebten 1000 nur 659 Schüler*innen zwischen 15 und 18 Jahren erreicht. Zwölf Schulen mit 45 Klassen haben sich beteiligt, die Befragten waren im Durchschnitt 16,5 Jahre alt, 88 Prozent der Befragten wohnten in Frankfurt.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne unter Telefon 069-212-30124 an das Drogenreferat oder unter 069-798-36386 an Bernd Werse vom Centre for Drug Research.

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