Stefan Majer präsentiert bundesweit einmaliges Drogen-Monitoring in Frankfurter Konsumräumen

Stefan Majer präsentiert bundesweit einmaliges Drogen-Monitoring in Frankfurter Konsumräumen

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Bundesweit einmaliges Drogen-Monitoring in Frankfurter Konsumräumen

 

Stefan Majer präsentiert bundesweit einmaliges Drogen-Monitoring in Frankfurter Konsumräumen
© Stadt Frankfurt am Main 

 

Das Drogenreferat unterhält in den Konsumräumen ein regelmäßiges Drogen-Monitoring. In dem bundesweit einmaligen Projekt untersuchen forensische Toxikologen der Uni Freiburg regelmäßig  Rückstände aus Drogenverpackungen und Spritzenfiltern auf Reinheitsgehalt, Beimischungen und sonstige Auffälligkeiten der konsumierten Substanzen. Mit diesen Informationen zur Zusammensetzung der Drogen, die im Umlauf sind, verfügt Frankfurt als erste deutsche Großstadt über eine neue Möglichkeit zur Schadenreduzierung und über ein Frühwarnsystem für Drogenabhängige. Der Handel und Konsum von illegalen Drogen stellt nach wie vor ein großes Dunkelfeld dar. Entsprechend groß ist das Risiko für alle Beteiligten – auch für die Mitarbeitenden in den Konsumräumen, die immer mit Notfällen rechnen müssen. Sollten gefährliche Beimischungen auftauchen, werden Stadt und Drogenhilfeeinrichtungen mit öffentlichen Informationen auf das Risiko hinweisen. Perspektivisch sollen die Analysen auch mit Sicherstellungen der Polizei abgeglichen werden, um genauere Aufschlüsse über den Frankfurter Drogenmarkt und Spezifika der Drogenszene zu erhalten.

Hintergrund des Monitorings ist unter anderem auch die Welle an neuen, synthetisch hergestellten psychoaktiven Substanzen (NPS). Seit 2008 überschwemmten mehr als 600 Substanzen den Markt. Allein 2016 wurden bundesweit 98 Rauschgifttote mit der Todesursache „Vergiftung in Verbindung mit neuen psychoaktiven Stoffen“ erfasst. Ein wirksamer Schutz wäre Drug Checking. Danach könnte jeder Konsumierende seine Droge analysieren lassen und das Ergebnis persönlich erhalten. In Deutschland fehlt dafür bislang die Rechtsgrundlage, deshalb hat das Drogenreferat den Weg des allgemeinen Monitorings in Konsumräumen eingeschlagen, bei dem nur Verpackungsrückstände untersucht werden, und es keine persönlichen Rückmeldungen gibt.

Bislang wurden in den analysierten Heroin- und Crack-Proben keine Rückstände von Strychnin und sonstigen Giften gefunden, wie von Konsumenten häufig befürchtet. Ansonsten allerdings ist von Schmerz- bis hin zu Entwurmungsmitteln vieles zu finden. Auffallend ist, dass mit durchschnittlich 9 Prozent der Reinheitsgehalt bei Heroin mit durchschnittlich 9 Prozent deutlich geringer ist als erwartet, während bei Kokain vom Frankfurter Straßenhandel mit durchschnittlich 70 Prozent der Reinheitsgehalt über dem europäischen Durchschnitt liegt. Aufhorchen ließen bisher Rückstände des synthetischen Opioids Fentanyl an zwei Verpackungen. Fentanyl spielte 2017 bei mindestens drei Frankfurter Drogentoten eine Rolle. Fentanyl ist unberechenbar, da es 120 mal stärker ist als Heroin und sich deshalb nur schwer dosieren lässt.

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