Nachtcafé bietet Auszeit von Beschaffung und Konsum

Nachtcafé bietet Auszeit von Beschaffung und Konsum

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Nachtcafé bietet Auszeit von Beschaffung und Konsum

Das Nachtcafé für drogenabhängige Menschen Moselstraße 47 im Bahnhofsviertel hat seine Öffnungszeiten erweitert. Montags bis freitags bietet das niedrigschwellige Angebot des Frankfurter Vereins jeweils von 22.30 Uhr bis 11.30 Uhr des Folgetags eine Auszeit von der Straße und durchbricht den Kreislauf zwischen Beschaffung und Konsum. Die Öffnung bis zu den Mittagsstunden soll die Chance erhöhen, Drogenabhängige direkt aus dem Nachtcafé in weitergehende Hilfen zu vermitteln. Streetworkerinnen und Streetworker von OSSIP (Offensive Sozialarbeit, Sicherheit, Intervention und Prävention) arbeiten dabei eng verzahnt mit dem Nachtcafé-Team, sprechen die Gäste an und begleiten sie direkt zu Beratungsangeboten, Ärzten oder Behörden. Auch das OSSIP-Team beginnt seine Touren durchs Bahnhofsviertel seither bereits um 8 Uhr statt wie bisher um 10 Uhr.

Ursprünglich sollte das Nachtcafé die Zeit überbrücken während die Konsumräume geschlossen sind und zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr als Aufenthaltsort und Ruhepunkt für Drogenabhängige offen stehen. Im Schnitt nutzen täglich zwischen 100 und 200 Menschen das Angebot. Streetworkerinnen und Streetworker der Offenen Sozialarbeit (OS) Nacht gehen auf die Besucherinnen und Besucher zu und bieten ihnen an, im Shuttlebus zu den Notschlafbetten zum Beispiel ins Eastside außerhalb des Bahnhofsviertels zu fahren. Im ersten Quartal wurden 603 Menschen auf diese Weise vermittelt, im Schnitt sind das rund 7 Personen pro Nacht.

Nach den Erhebungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nachtcafés handelt es sich bei den meisten um langjährige Drogenabhängige, die als Folge ihres Konsums unter schweren Folgeerkrankungen und seelischen Einschränkungen leiden. Die meisten schleppen ein ganzes Bündel an Problemen mit sich – von Obdachlosigkeit bis hin zu psychischen Erkrankungen und körperlichen Behinderungen.

Durch das Aufenthaltsangebot in den Nachtstunden sollen auch die Anwohnerinnen und Anwohner im Bahnhofsviertel entlastet und noch mehr Drogenabhängige dazu bewogen werden, Schlafstätten außerhalb des Bahnhofsviertels aufzusuchen – oder sich zumindest weniger im Freien aufzuhalten.

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