Notfallpaket für Drogenabhängige

Notfallpaket für Drogenabhängige

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Notfallpaket für Drogenabhängige

Niedrigschwellige ärztliche Versorgung und Überlebenshilfen rund um die Uhr sollen die Lage im Bahnhofsviertel entspannen und Schutz vor der Corona-Pandemie bieten.

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Amperinchen für die sichere Entsorgung benutzter Spritzen im Bahnhofsviertel © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Integrative Drogenhilfe

Medizinische Versorgung und Substitution auch ohne Krankenschein, Notschlafplätze direkt im Bahnhofsviertel, ein warmer Tagesaufenthalt und offene Konsumräume bis 6 Uhr morgens: Gesundheitsdezernent Stefan Majer hat gemeinsam mit dem Drogenreferat, Drogenhilfeträgern und dem Jugend- und Sozialamt ein millionenschweres Notfallpaket auf den Weg gebracht, um die prekären Lebensumstände schwerkranker Drogenabhängiger zu verbessern und einem Anstieg von COVID-19-Infektionen im Bahnhofsviertel vorzubeugen.

Ärztliche Sprechstunde

Seit Anfang Januar wurde eine zusätzliche ärztliche Sprechstunde, die das bisherige medizinische Angebot im Drogennotdienst Elbestraße des Träger Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ) deutlich erweitert. Alle Hilfebedürftigen – auch ohne Krankenversicherung – werden dort behandelt oder auf Wunsch substituiert. Zweimal pro Woche steht zusätzlich eine psychiatrische Sprechstunde im Angebot.

Konsumräume rund um die Uhr verfügbar

Für zusätzlichen Schutz der Drogenabhängigen und um sie nachts von der Straße zu holen, bleibt der Konsumraum Niddastraße der Integrativen Drogenhilfe (idh) seit dem 1. Januar eine Stunde länger, bis 24 Uhr, geöffnet. Ab Mitternacht übernimmt der Konsumraum im Drogennotdienst Elbestraße und deckt die Zeit bis 6 Uhr morgens ab. 24 Stunden lang können Drogenabhängige zunächst von Montag bis Donnerstag unter hygienischen Bedingungen und ohne Risiko vor unbemerkten Überdosierungen konsumieren. Sobald zusätzliches Personal zur Verfügung steht, soll die Rund-um-die-Uhr-Öffnung auf die ganze Woche, inklusive Wochenende, ausgedehnt werden.

Nachtcafé öffnet tagsüber

Als Rückzugs- und Aufenthaltsort soll auch das Nachtcafé des Frankfurter Vereins in der Moselstraße 47 so schnell wie möglich täglich von 14.30 Uhr bis 11.50 Uhr geöffnet sein. Bereits seit dem ersten Weihnachtsfeiertag öffnet das Nachtcafé auch feiertags und an Wochenenden bis 11.30 Uhr.

Notunterkünfte für Obdachlose

Unter Hochdruck werden aktuell Notschlafplätze in den Drogenhilfeeinrichtungen im Bahnhofsviertel freigeräumt für obdachlose Abhängige, die substituiert oder wegen einer Erkrankung behandelt werden müssen. Langjährige Bewohner, die sich bereits stabilisiert haben und selbstbestimmt leben wollen, ziehen dafür in eigene vier Wände um, die die Zentrale Vermittlung von Unterkünften (ZVU) des Evangelischen Vereins für Wohnraumhilfe vorhält. Diese „Umzugsstaffel“ soll fürs Erste 18 Notschlafplätze gewährleisten, die das Jugend- und Sozialamt zunächst bis Ende März über einen Notfallfonds finanziert.

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