Drogentrendstudie MoSyd 2018 liegt vor

Drogentrendstudie MoSyd 2018 liegt vor

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Drogentrendstudie MoSyd 2018 liegt vor

Jugendliche greifen wieder stärker nach Alkohol, Zigaretten und Cannabis

Drogentrendstudie MoSyd 2017 liegt vor
MoSyd © Stadt Frankfurt am Main, Foto: o.A.

Frankfurter Jugendliche haben 2018 wieder mehr Alkohol getrunken und auch wieder deutlich mehr Cannabis konsumiert als in den beiden Jahren zuvor. Auch bei Zigaretten, E-Zigaretten und E-Shishas ist der Konsum leicht gestiegen. Allerdings ist das Einstiegsalter, ab wann Jugendliche zum ersten Mal trinken oder rauchen auf ein neues Hoch gestiegen. Die Ergebnisse der aktuellen Drogentrendstudie MoSyD 2018 liegen vor, für die wie in jedem Jahr 1500 Frankfurter Schülerinnen und Schüler nach ihrem Konsum- und Freizeitverhalten befragt werden.

In den Jahren 2016 und 2017 ergaben die Umfragen deutlich sinkende Konsumzahlen bei Cannabis, Alkohol und Tabak. Ob der aktuelle Anstieg eine Trendwende markiert, oder ob es sich um Ausreißer handelt, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Eines hat die MoSyD-Studie 2018 aber sehr eindeutig ergeben: Die aktuelle Jugend-Generation ist extrem heterogen. Es lassen sich nur schwer Gemeinsamkeiten finden und Cluster bilden, unter denen man Jugendliche eingruppieren kann.
Diese Entwicklung betrifft auch das Angebot an Drogen, und auch die Konsumstile differenzieren sich immer weiter aus. Jugendliche sind heute im Vergleich zu vor 15, 20 Jahren mit einer unglaublichen Vielzahl von psychoaktiven Substanzen konfrontiert. So sind z.B. seit 2005 mehr als 700 neue synthetische Drogen - auch Legal Highs oder NPS genannt - auf den Markt gekommen.
Auch beim Rauchen hat sich das Angebot für Jugendliche massiv ausgeweitet: Neben den altbekannten Rauchwaren gibt es Wasserpfeifen, E-Zigaretten mit Liquid, E- Zigaretten mit Tabaksticks, Juul, E-Shishas, alles mit mehr, weniger oder gar keinem Nikotin.
Das Gleiche gilt ebenso für das  Angebot an Alkoholprodukten: Populär sind aktuell Mixgetränke mit Bier, Apfelwein und Spirituosen. Produzenten dieser Longdrink-Mixgetränke in Dosen haben den Alkoholgehalt auf 10 Prozent und mehr gesteigert, um die Alkopopsteuer zu umgehen. Die hatte der Gesetzgeber 2004 für Mixgetränke mit Spirituosen von mehr als 1,2 Prozent, aber von weniger als 10 Prozent Alkoholgehalt erhoben, um Alkopops einzudämmen.
Kreative Lösungen lassen sich auch Produzenten von Glücksspielen immer wieder einfallen. So stößt man bei Computerspielen zunehmend auf Spielelemente, die Assoziationen zu Glücksspiel wecken. (https://usk.de/simuliertes-gluecksspiel-und-jugendschutz/). Nach Experten sind diese „simulierten Glücksspiele“ gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt (Meyer et al., Simuliertes Glücksspiel, Bremen 2018). Da es keine echten Glücksspiele sind, fallen sie nicht unter den Glücksspielstaatsvertrag.
Als Gewinnmöglichkeiten bieten die Angebote in der Regel Spielwährungen an, daneben sind aber auch Gutscheine und Rabatte für andere Apps zu gewinnen. Minderjährige können also legal diese Spiele mit Glücksspielcharakter spielen und werden so ganz nebenbei an Glücksspiele herangeführt. Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Mayer fordert deshalb präventive Maßnahmen und Regulierungen im Sinne des Jugendschutzes.

Frankfurt am Main ist bundesweit die einzige Stadt, die ein jährliches Monitoring durchführt. Dadurch gilt MoSyD auch national als eine der wichtigsten Quellen für Erkenntnisse zu neuen Entwicklungen im Drogengeschehen. Die Studie wird im Bundesdrogenbericht ausführlich vorgestellt. Die Frankfurter Ergebnisse bilden seit vielen Jahren auch eine der wesentlichen Grundlagen für den Jahresbericht des nationalen Knotenpunktes für die europäische Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon und fließen somit in die EU-weite Berichterstattung und das Early Warning System der EU ein.

Zentrale Ergebnisse und aktuelle Trends von MoSyD 2018

  • Alkohol: Nach Tiefststand im Vorjahr Konsum wieder etwas gestiegen.
  • Zigaretten: Leichte Anstiege der Prävalenzraten und des täglichen Konsums nach Tiefstwerten im Vorjahr, aber Anzeichen für weiteren Rückgang der Popularität.
  • E-Zigaretten/-Shishas: Konsumerfahrung bleibt konstant, aktueller Konsum leicht gestiegen.
  • „Legal Highs“/NPS: Konsumerfahrung mit NPS gesunken. Sie spielen in Frankfurt weiterhin nahezu keine Rolle.
  • Cannabis: Starke Anstiege nach deutlichen Rückgängen im Vorjahr. Deutlich gestiegene Popularität von Haschisch gegenüber Marihuana.
  • „Harte Drogen“: Kokain gewinnt in Ausgehszenen weiter an Popularität. Crystal Meth spielt erstmals in Teilen der kleinen Chemsex-Szene eine Rolle.
  • Lachgas: Weiterhin hoher Wert bei Konsumerfahrung. Allerdings fast ausschließlich Probierkonsum.
  • Alter beim Erstkonsum: Durchschnittliches Alter beim Erstkonsum von Alkohol und Tabak erneut auf Höchststände gestiegen; bei Cannabis aktuell geringer Rückgang.
  • Abstinenz: Abstinenzquoten nach jahrelangem Anstieg stark rückläufig.
 

Frankfurt am Main ist bundesweit die einzige Stadt, die ein jährliches Monitoring durchführt. Dadurch gilt MoSyD auch national als eine der wichtigsten Quellen für Erkenntnisse zu neuen Entwicklungen im Drogengeschehen. Die Studie wird im Bundesdrogenbericht ausführlich vorgestellt. Die Frankfurter Ergebnisse bilden seit vielen Jahren auch eine der wesentlichen Grundlagen für den Jahresbericht des nationalen Knotenpunktes für die europäische Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon und fließen somit in die EU-weite Berichterstattung und das Early Warning System der EU ein.

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