Biotopschutz

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Naturschutz

Biotopschutz

Gesetzlicher Schutz für Streuobst oder Auwälder

Frankfurt weist eine vielfältige Natur mit unterschiedlichsten Lebensräumen auf. Zahlreiche Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren (Biotope) sind gesetzlich geschützt, ohne dass sie sich in einem Schutzgebiet befinden müssen.

Wiese mit Bäumen
Streuobstwiese © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Cop

Schützenswerte Biotope im Stadtgebiet

Biotope sind Lebensräume von Lebensgemeinschaften wild lebender Tiere und Pflanzen (aus dem Griechischen: Bios = Leben, Topos = Ort). Das Stadtgebiet weist eine Vielzahl unterschiedlicher und schützenswerter Lebensräume auf, wie z.B. Wälder und Gebüsche, Fließ- und Stillgewässer, Röhrichte und Feuchtgehölze, Grünland und Streuobstwiesen, Magerrasen und Brachen.

 

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) stehen Biotope unter besonderem Schutz. Gesetzlich geschützt sind unter anderem (gemäß §30 BNatSchG, § 13 HAGBNatSchG):

  • Naturnahe und natürliche Bereiche von Binnengewässern und ihren Uferzonen, Altarme und regelmäßig überschwemmte Bereiche, sowie naturnahe Verlandungszonen
  • Moore, Sümpfe, Röhrichte, Nasswiesen, Quellbereiche
  • Offene Binnendünen, Lehm- und Lößwände, Trockenrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
  • Bruch-, Sumpf- und Auwälder
  • Offene Felsbildungen
  • Streuobstbestände und Alleen

 

Gesetzlich geschützte Lebensräume finden sich überall im Stadtgebiet. Zum Beispiel befinden sich naturnahe Feuchtgebiete im Stadtwald und an den Niddaaltarmen, Röhricht und Feuchtgehölze am Alten Flugplatz, Trockenrasen wachsen am Berger Hang und im Schwanheimer Unterfeld, Streuobstwiesen sind am Heiligenstock zu finden, Alleen stehen entlang vieler Straßen, wie die vierreihige Lindenallee an der Homburger Landstraße.

 

Jede erhebliche Beeinträchtigung ist verboten. Ausnahmegenehmigungen und Befreiungen von den Verboten erteilt die Untere Naturschutzbehörde.  

Biotopkartierung

Seit mehr als 30 Jahren findet die Stadtbiotopkartierung statt, um herauszufinden, welche Biotope es in Frankfurt am Main gibt. Dabei wird untersucht, welche Lebensräume wo vorkommen und ob darin seltene Pflanzen- und Tierarten zu finden sind. Dadurch können Veränderungen der Flora und Fauna und ihrer Lebensräume erfasst, dokumentiert und beurteilt werden. Genauere Daten über die Lebensräume und ihre Artenbestände werden bei allen Planungen benötigt, um eine fundierte Entscheidung über mögliche Eingriffe oder Planungsalternativen treffen zu können.

 

Um Stadtnatur zu erhalten, zu fördern und weiterzuentwickeln, sind ebenso umfangreiche Kenntnisse über den Bestand an Arten und Biotopen und deren Gefährdung und Schutzbedürftigkeit notwendig. Auf Basis dieser grundlegenden Daten und Informationen können Schutzgebiete ausgewiesen, Verbundstrukturen entwickelt, Pflegepläne erarbeitet, Artenschutzprogramme aufgestellt und Schutzmaßnahmen geplant, Eingriffe minimiert und Ausgleichsplanungen vorgenommen sowie Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

 

Die Arbeitsgruppe Biotopkartierung de Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) liefert dem Umweltamt der Stadt Frankfurt am Main diese Informationen seit 1985 flächendeckend für das gesamte Stadtgebiet.

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