Deponien

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Boden

Altdeponien der Stadt Frankfurt am Main

Vielfältige Aufgabe die Jahrzehnte dauern wird

Frankfurts südlichster Stadtteil ist ein Müllberg. Für die Sicherung und Nachsorge der ehemaligen Deponie Buchschlag ist die Stadt Frankfurt verantwortlich. Darum kümmert sich, wie auch um die ehemaligen Deponien Monte Scherbelino und Neugrube Kramer, eine Stabsstelle im Umweltamt.

Monte Scherbelino August 2017
Monte Scherbelino August 2017 © Stadt Frankfurt am Main , Foto: Stefan Cop
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Historie

Auf der Deponie Monte Scherbelino am Offenbacher Kreuz hat die Stadt Frankfurt am Main im Zeitraum von 1925 bis 1968 auf rund 24 Hektar Fläche insgesamt 18 Millionen Kubikmeter Haus- und Gewerbemüll sowie Bauschutt und nach dem 2. Weltkrieg auch Trümmerschutt abgelagert.
In den Jahren 1967 – 1992 wurden auf der Deponie Dreieich-Buchschlag auf rund 40 Hektar Fläche insgesamt 17 Millionen Kubikmeter Haus- und Gewerbemüll sowie Bauschutt in einer ehemaligen Kiesgrube abgelagert. Die gegenüber liegende Neugrube Kramer wurde durch die Stadt Frankfurt am Main in den Jahren 1976 und 1977 mit insgesamt 245.000 Kubikmeter überwiegend Erdaushub, Bauschutt und unbrennbarem Sperrmüll verfüllt.  Alle drei Deponien sind bereits stillgelegt bzw. befinden sich in der Stilllegungsphase und werden durch rechtsgültige Nachsorgebescheide überwacht.

Was ist heute zu tun

Aufgabe der Stabsstelle ist, dafür zu sorgen, dass aus den Deponien keine Emissionen in das Wasser, die Luft oder in den Boden gelangen. Konkret: Das Grundwasser muss vor Belastungen und die Atmosphäre vor Ausgasungen geschützt werden. Alle drei Deponien wurden mit einer Oberflächenabdichtung versehen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die abschließende Rekultivierung der zurzeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Deponien. Ziel ist, den ursprünglichen Eingriff in den Naturhaushalt weitestgehend auszugleichen und die Flächen anschließend wieder als Lebensraum Wald an die Forstbehörde übergeben zu können.

Grundwasserschutz

Die Deponien Monte Scherbelino und Dreieich-Buchschlag sind mit jeweils einer tief in den Untergrund reichenden Dichtwand umschlossen, um das Grundwasser vor belastetem Sickerwasser zu schützen. Die kleinere Deponie Neugrube Kramer benötigt keine Dichtwand, weil keine Gefährdung des Grundwassers durch Sickerwasser vorhanden ist. Alle drei Deponien sind mit einer mineralischen Oberflächenabdichtung versehen, um das Versickern von Niederschlagswasser durch den Deponiekörper zu minimieren. Das anfallende Deponiesickerwasser wird zum Teil (Monte Scherbelino) vorgereinigt und zur abschließenden Reinigung in die Abwasserreinigungsanlage Niederrad geleitet. Das außerhalb der Deponien vorhandene belastete Grundwasser wird im Rahmen der Nachsorge überwacht und der natürliche Abbau durch Belüftung unterstützt. Zum Nachweis, dass die Dichtwand der Deponien Monte Scherbelino und Dreieich-Buchschlag einen wirksamen Schutz darstellt, werden auch an Messstellen im Umfeld regelmäßige Grundwasseruntersuchungen durchgeführt.


Deponiegas

Aus den Deponien gast Methan aus. Zur Vermeidung der Methanemission wird bei der Deponie Buchschlag eine Gasverwertung betrieben, indem das abgesaugte Gas vor Ort in Motoren verstromt wird. Laut Prognose wird die aktive Absaugung bis zum Jahr 2032 andauern.
Auf der Altdeponie Monte Scherbelino wurden im Jahr 2017 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) Gasabsaugversuche durchgeführt. Sie dienen zur Erkundung, wie das noch vorhandene Gas im Deponiekörper zukünftig behandelt werden muss. Im Bereich der Altdeponie Neugrube Kramer wird das in geringen Mengen anfallende Deponiegas durch den Einsatz von Biofiltern gereinigt. Auf allen Deponieoberflächen werden regelmäßige Messungen durchgeführt, um potenzielle unkontrollierte Ausgasungen zu ermitteln und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.