Der Klimaschutzstadtplan von Frankfurt am Main

Der Klimaschutzstadtplan von Frankfurt am Main

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Projekte und Kampagnen

Klimaschutzstadtplan

Mehr als 4.800 Klimaschutzprojekte im Frankfurter Stadtgebiet

Den Beschluss, einen Klimaschutzstadtplan für die Stadt Frankfurt am Main zu erstellen, traf die Stadtverordnetenversammlung bereits 2007. Ziel des Projekts ist es, einen Erfahrungsaustausch zwischen den Bürger*innen anzuregen und sie zum Handeln und Helfen bei der Realisierung neuer Projekte zu motivieren. Zudem dokumentiert der Plan umfassend Klimaschutzprojekte sowie energieeffiziente Anlagen und Gebäude in Frankfurt am Main. Ob Solaranlage, Blockheizkraftwerk oder Passivhaus: Hier gibt es einen Überblick inklusive Detailinformationen darüber, welche Klimaschutzaktivitäten die Bürgerinnen und Bürger, die Unternehmen, die Stadtverwaltung und andere Akteure umsetzen.

Die Skyline der Stadt Frankfurt, Foto: Stefan Maurer
Die Skyline der Stadt Frankfurt © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Stefan Maurer

Klimaschutz-Stadtplan auch unterwegs verfügbar

2016 wurde der Klimaschutzstadtplan im Internet technisch, strukturell und inhaltlich auf den neuesten Stand gebracht. Eine Nutzung ist jetzt auch mit mobilen Geräten wie Handys oder Tablets möglich. 2019 kamen ca. 450 Projekte dazu. Momentan sind ca. 4.800 Klimaschutzprojekte im Frankfurter Stadtgebiet erfasst.

Neben der rein visuellen Darstellung einzelner Projekte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit haben sich der Klimaschutzstadtplan und die zugrundeliegende Datenbasis zu einem unverzichtbaren Informationstool entwickelt. Im Rahmen von Quartierskonzepten wie auch im Bereich von strategischen Planungen wie dem Masterplan 100 % Klimaschutz und der CO2-Bilanz sind diese Informationen unverzichtbar. Ebenso eignet sich der Klimaschutzstadtplan hervorragend zur Informationsbereitstellung auf kleinräumigere Ebene wie Ortsbezirken, Stadtteilen oder gar Postleitzahlenbereichen.

Der Plan enthält unterteilt nach Themenkategorien folgende Themenkarten (Stand Juli 2020):



Energieerzeugung

513 BHKWs (Blockheizkraftwerke)
6 Abwärmeprojekte
Bau
105 NEHs (Niedrigenergiehäuser)
268 PHs (Passivhäuser), die mehr als 3.400 Wohneinheiten in Passivhausbauweise repräsentieren

Regenerative Energien
1.659 Photovoltaikanlagen
1.431 Solarthermieanlagen
144 Biomasseprojekte
2 Wasserkraftprojekte

Konzepte/ Initiativen
31 Bürgersolaranlagen
155 Mieterstromanlagen
18 besonders innovative Projekte
23 Quartierskonzepte
76 Ökoprofit-Teilnehmer
12 LEEN-Teilnehmer
14 Repair Cafés

Mobilität
40 Stromtankstellen
305 Bikesharing-Standorte
11 Carsharing-Standorte

Heizen mit Sonne und Eis – Besuch beim Energie-Plus-Projekt in der Kamelienstraße

Exemplarisch für die zahlreichen Projekte des Klimaschutz-Stadtplans ist das Energie-Plus-Projekt „Kamelienstraße“ der KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH zu nennen. Die insgesamt 56 Wohnungen im Neubaugebiet „Parkstadt“ im Westen Frankfurts am Main werden aus rein regenerativen Energiequellen versorgt. Übers Jahr gesehen entsteht sogar eine Energie-Überschuss. Der Energiebedarf der gesamten Gebäudetechnik sowie der Außenbeleuchtung, der Keller und der Treppenhäuser wird durch die Nutzung von Sonnenlicht abgedeckt. Überschüssige Energie wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist. In den ersten 450 Tagen ihres Betriebs hat die Photovoltaikanlage rund 75.000 kWh Strom „produziert“. Zur Wärmeversorgung wird eine solarthermische Anlage in Verbindung mit einer Speicheranlage mit insgesamt 50.000 Litern Fassungsvermögen eingesetzt. Ergänzt wird die Versorgungsleistung der solarthermischen Anlage durch einen Eisspeicher in Verbindung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und mehreren Helixsonden. So ist die effiziente Nutzung auch kleinerer Energiemengen möglich. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Wärmeüberschüsse in das Nahwärmenetz vor Ort einzuspeisen.

 

Abgerundet wird das Projekt durch zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor dem Haus. Perspektivisch ist die Einrichtung eines Solarparkers geplant, an dem bis zu vier Elektrofahrzeuge mit Sonnenstrom betankt werden können. Er soll im Zusammenhang mit der Errichtung eines Mehrfamilienhauses entstehen, das unabhängig von öffentlichen Strom- und Wärmenetzen durch regenerative Energiequellen versorgt wird.

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