Die Klimaanpassungsstrategie von Frankfurt am Main

Die Klimaanpassungsstrategie von Frankfurt am Main

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Klimaanpassung

Frankfurt wappnet sich für den Klimawandel

Hochwasser im Main
Hochwasser im Main © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Ingrid Wentzell, Umweltamt
Lange Hitzeperioden wie im Jahrhundertsommer 2018, darauf folgende Stürme, die mit umgestürzten Bäumen den Bahnverkehr lahm legen oder "Starkregenereignisse", die Keller volllaufen lassen und Tiefgaragen fluten: Als Folge des Klimawandels müssen sich die Städte nicht nur auf steigende Durchschnittstemperaturen einstellen, sondern auf zunehmende Wetterextreme. In Frankfurt haben Fachleute aus zehn Ämtern und Referaten der Stadtverwaltung in den letzten Jahren alle Aspekte von der Gesundheitsvorsorge über den Hochwasserschutz bis zur Auswahl von Straßenbäumen analysiert und in einem Leitfaden zusammengefasst. Diese „Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ ist bereits im September 2014 vom Magistrat beschlossen worden. Bei der Klimaanpassung geht es letztlich um Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden der Menschen. Gerade für eine dicht bebaute Stadt wie Frankfurt ist es wichtig, den Klimawandel heute schon in allen Planungen zu berücksichtigen, nur so kann das urbane Leben attraktiv bleiben.

Die Anpassungsstrategie beschreibt die Ausgangslage in den Bereichen Planung, Bauen, Grün, Mobilität, Wasser und Gesundheit, legt Ziele fest und empfiehlt Maßnahmen. So sollen die Kaltluftschneisen zur Belüftung der Innenstadt in Rahmen- und Bebauungsplänen erfasst und gesichert werden. Auch alle laufenden Planungen für Neubaugebiete werden hinsichtlich der Anpassung an den Klimawandel überprüft. Beispiele dafür gibt es schon: So entspringen der Kätcheslachpark am Riedberg und der Europagarten klimatologischen Untersuchungen. Vor allem aber hat die Stadt mit dem GrünGürtel und dem großen Grünraum am Main die Weichen richtig gestellt. Über das Niddatal und entlang des Mains strömt auch in heißen Sommernächten kühlende Luft in die Stadt.

Auch im Hochwasserschutz hat sich in den letzten Jahren schon viel getan. Zur Vorbereitung auf Spontanhochwasser und lokale Starkregenereignisse wurden gemeinsam mit Nachbargemeinden Gewässerpegel und Warnsysteme für die Taunusbäche eingerichtet, alle Anwohner wurden per Faltblatt über Risiken, Vorsorgemaßnahmen und Hilfen informiert. In künftigen Baugebieten soll mehr Regenwasser direkt versickern können. Durch Entsiegelung – beispielsweise durch Rasengleise für die Straßenbahn – kann auch die Regenwasserbewirtschaftung in älteren Quartieren verbessert werden.

Beim Bauen gehen Klimaschutz und Wohnkomfort Hand in Hand. So erspart eine gute Dämmung verbunden mit Sonnenschutz und Nachtlüftungskonzept den Einbau von Klimaanlagen. Der Magistrat fördert mit dem Programm "Frankfurt frischt auf" die Begrünung von Dächern und Fassaden.

Im Grünbereich kommt es darauf an, Parks, Grünzüge und Alleen miteinander zu verknüpfen. So sollen grüne „Speichen“ von der Innenstadt bis zum GrünGürtel und „Strahlen“ hinaus in die Region geschaffen werden. Die Arten- und Sortenanzahl der Bäume wird ständig erhöht, um sich für neue Schädlinge und Hitzeperioden zu wappnen. Neben typischen Bäumen wie Ahorn, Kastanie, Linde und Platane pflanzt das Grünflächenamt zum Beispiel Amberbäume, Blaseneschen und Zürgelbäume, die besser mit Hitzestress zurechtkommen.

Hitze kann auch für Menschen bedrohlich werden. Daher geben die Behörden seit 2005 bei schwülheißen Wetterlagen Hitzewarnungen aus, ältere allein lebende Menschen sollen dann von „Trinkpatinnen und -paten“ versorgt werden. Schließlich muss sich die Stadt auch auf neue Allergene oder Schädlinge einstellen. Ambrosia und Eichenprozessionsspinner sind hier wohl nur die Vorboten des Klimawandels.

Anpassung Klimawandel