COPE

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Projekte und Netzwerke

COPE – Culture on Prescription in Europe (Kultur auf Rezept)

Health promotion through cultural learning experiences (Gesundheitsförderung durch kulturelle Lernerfahrung)

Die Teilnehmer des COPE-Kongresses März 2022 in Frankfurt
COPE-Treffen zum Austausch und zur gemeinsamen Planung im März 2022 in Frankfurt © Gesundheitsamt Frankfurt

Projektbeschreibung

COPE © Stadt Frankfurt am Main

Während des pandemischen Lockdowns gab es einen großen Mangel an Möglichkeiten zum sozialen Austausch und zur Teilnahme an kulturellen Aktivitäten.

 

In ganz Europa waren Menschen an ihr Zuhause gebunden und mussten sich hauptsächlich auf digitale Mittel oder das Telefon verlassen, um soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Dies führte zu einer Zunahme von Isolation und Einsamkeit, insbesondere bei älteren Menschen und Menschen mit psychischen Belastungen.

 

Studien haben gezeigt, dass soziale Ausgrenzung und Einsamkeit zu körperlichen Stressreaktionen führen und sich auf den Blutdruck, den Cortisolspiegel und das Immunsystem im Allgemeinen auswirken können. Verbunden mit der Tatsache, dass viele ältere Menschen teilweise monatelang kein Gespräch mit einem Freund/einer Freundin oder einem/einer Verwandten geführt haben, kann Einsamkeit genauso gesundheitsschädlich sein wie Übergewicht oder Rauchen.

 

In einer Analyse aus dem Jahr 2016 gaben rund 12 Prozent der EU-Bürger:innen an, sich mehr als die Hälfte der Zeit einsam zu fühlen. Dieser Anteil stieg in der ersten Hälfte der Pandemie auf 25 Prozent, hat sich also mehr als verdoppelt.

 

Die Bewältigung des Risikos sozialer Ausgrenzung für bestimmte Zielgruppen war in vielen Ländern bereits vor der Pandemie ein wichtiges Thema, und neue Wege zum Erlernen von Resilienzfähigkeiten zur Bewältigung wurden erprobt. Sie zeigten, dass die Teilnahme an sozialen und kulturellen Aktivitäten das Wohlbefinden verbessern, die soziale Inklusion fördern und die Einsamkeit verringern kann.

 

Dies gilt bereits für den Besuch von Museen oder Konzerten, hat aber noch tiefere Auswirkungen, wenn Kunst und Kreativität im direkten Rahmen des lokalen, persönlichen Umfeldes aktiv gefördert werden. In ihrem „Health Evidence Network Synthesis Report 67 – What is the evidence on the role of the arts in Improved health and wellbeing?“ bestätigte die WHO, dass die Teilnahme an kulturellen Aktivitäten eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsförderung spielt und dazu beiträgt, den Beginn von psychischen Erkrankungen und von altersbedingten Beeinträchtigungen hinauszuzögern.

 

Aber wie kann man diese fruchtbaren kulturellen Aktivitäten zu den Menschen bringen, die sich allein und isoliert fühlen und oft gar nicht genug Energie haben, sich auf den Weg zu machen, um solche Angebote zu nutzen?

 

Hier setzt das Projekt „Culture on Prescription in Europe (COPE)“ an. Durch passende Trägervereine oder Institutionen, wie z.B. lokale Kommunen und Gesundheitsämter, soll die Zielgruppe älterer Menschen und von Menschen mit psychischen Belastungen direkt angesprochen werden.

 

Über die Ausstellung eines ganz persönlichen “COPE-Rezeptes” zur Teilnahme an professionell begleiteten kulturellen Aktivitäten können Begegnungsmöglichkeiten geschaffen und individuelle Lernerfahrungen gefördert werden.

 

Das Hauptziel des COPE-Projekts ist somit zu zeigen, dass die Verbindung von Kultur- und Gesundheitsthemen neue Wege in der Erwachsenenbildung eröffnen kann, um Einsamkeit nachhaltig zu reduzieren und soziale Ausgrenzung erfolgreich zu bekämpfen.

Projektziele

Das Projekt COPE – Culture on Prescription in Europe (deutsch: Kultur auf Rezept in Europa) hat folgende Ziele: 

  • Verbreitung und Erweiterung des Social Prescribing (deutsch: soziales Rezept)-Ansatzes aus dem Vereinigten Königreich und Irland in Europa
  • Modellhafte Erprobung von COPE-Kursen an den Projektstandorten
  • Erarbeitung von Handlungsempfehlungen

Projektbeteiligte

Deutschland:

  • Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main
  • ISIS Institut für Soziale Infrastruktur gGmbH, Frankfurt am Main (europäische Koordination)

 

Belgien: European Association for the Education of Adults

 

Irland: Dublin City University

 

Niederlande: AFEdemy – Academy for Age-Friendly Environments in Europe, Gouda

 

Portugal: SHINE 2Europe, Coimbra (Entwicklungsagentur)

 

Rumänien: GEAC - Asociatia Grupul de Educatie si Actiune pentru Cetatenie, Chiajna (Seniorenverband)

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