Löss

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Frankfurter Böden

Boden-Grund zum Leben

Löss und Lösslehm

In Frankfurt gibt es verschiedene und vielfältig ausgeprägte Böden. Diese werden in unterschiedliche Bodenarten und Bodentypen eingeteilt. Eine der am weitesten verbreiteten Bodenarten ist der landwirtschaftlich ertragreiche Löss und Lösslehm.

Bodenschäden (Gefügeschäden) durch Fahrspuren
Bodenschäden (Gefügeschäden) durch Fahrspuren © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Gerhild Vogel

Was sind Löss und Lösslehm und wo kommen diese in Frankfurt vor ?

Löss ist ein in der Eiszeit entstandenes und vom  Wind verfrachtetes und abgelagertes Lockermaterial. Er weist eine gelbliche bis ockerbräunliche Färbung auf. Löss ist eine feinkörnige Bodenart. Seine größten Korngrößen liegen im Schluffbereich . Als Schluff bezeichnet man eine Bodenart mit einer Körnung von 0,002 mm bis 0,063 mm. Schluff lässt sich, bezogen auf die Korngröße, zwischen Ton und Sand einordnen. Mineralogisch besteht Löss hauptsächlich aus Quarz. Sein Kalkgehalt ist relativ hoch und beträgt 10 bis 30 Prozent. Löss ist im Originalzustand nicht geschichtet und  sehr porös.

Seine hohe Standfestigkeit begünstigt  zum Beispiel die Bildung von Lösswänden in Hohlwegen. Durch bodenbildende Prozesse  in den oberen Horizonten wie die Entkalkung und Neubildung von Tonmineralen wird der Löss verändert und es entsteht die Bodenart Lösslehm mit einer braunen Farbe. Lehm ist eine Mischung aus Sand, Schluff und Ton.   Lösslehmböden über Löss sind vor allem im Norden und Nordwesten des Frankfurter Stadtgebietes (Taunusvorland) großflächig verbreitet. 

Dort befinden sich große zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen. Der Lösslehm bildet hier das Ausgangsmaterial für die wertvollen, leicht zu bearbeitenden sowie ertragreichen Ackerböden. Lösslehm wurde in Frankfurt aber auch als Rohstoff für die Herstellung von Ziegeln abgebaut. Im Bereich von Praunheim gab es zum Beispiel mehrere Ziegeleigruben („Tongruben“), die heute zum größten Teil wieder verfüllt sind.

Was gefährdet diese Böden ?

Böden bilden die natürliche Lebensgrundlage und den Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie erfüllen zahlreiche Funktionen  im Naturhaushalt. So speichern Böden Wasser und Nährstoffe oder schützen das Grundwasser vor Schadstoffeinträgen. Sie sind Standort für die landwirtschaftliche Nutzung und Fläche für Siedlung und Erholung. Böden sind jedoch nicht beliebig vermehrbar oder erneuerbar.

Lössböden sind wertvolle  und ertragreiche Ackerböden. Diese sind  aber auch besonders erosionsanfällig. Bei starken Regenfällen können diese Böden in Bewegung geraten. Auf Ackerflächen in Hanglagen werden die Bodenpartikel abgetragen und über kurze oder lange Entfernungen verfrachtet. Durch diesen Vorgang der Erosion geht wertvoller  Boden verloren.

Die Befahrung der nassen Lössböden mit zu schweren Fahrzeugen sollte möglichst vermieden werden. Diese verdichtet den Boden, so dass Wasser weniger leicht eindringt und mit dem Oberflächenabfluss auch die Bodenerosion zunimmt.

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