Tollwut

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Infektionskrankheiten A-Z

Tollwut

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine Zoonose, d. h. eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird. Sie wird durch Viren verursacht und kommt in vielen Ländern vor. Von Tollwut befallen wurden in unseren Breiten hauptsächlich wild lebende Tiere wie Füchse, Dachse, Marder, sowie Rehe, Hirsche, Wildschweine und bei Haustieren vorrangig Weidetiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde) sowie Hunde und Katzen. In Deutschland konnte die Tollwut bei Haus- und Wildtieren durch Impfungen erfolgreich bekämpft werden. Der letzte Fall trat 2006 bei einem Fuchs auf. Bei Nagetieren (z. B. Eichhörnchen, Ratten und Mäuse) hat die Erkrankung grundsätzlich keine Bedeutung. In Fledermäusen kommt die Tollwut in Deutschland noch vor. Der letzte Tollwutfall bei einem Menschen trat in Deutschland im Jahr 2007 auf, nach einem Hundebiss in Marrokko.

Informationen zu Tollwut

Wie äußert sich die Erkrankung?
Die Erkrankung verläuft in drei Stadien.
Im ersten Stadium bestehen uncharakteristische Beschwerden, wie z. B. Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Fieber tritt nicht immer auf.
Das zweite Stadium ist hauptsächlich durch eine Hydrophobie (d. h. Angst Flüssigkeit zu sich zu nehmen) gekennzeichnet, die durch Krämpfe der Rachenmuskulatur verursacht wird. Der Speichel fließt aus dem Mund, um diesen nicht schlucken zu müssen. Betroffene Patienten können depressiv oder aggressiv verstimmt sein. Später treten Lähmungen auf. Schließlich kommt es zum Koma und einer Atemlähmung, die zum Tod führt.
Unbehandelt führt die Tollwut in allen Fällen zum Tod. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) hängt von der Lokalisation der Bissstelle ab. In der Regel beträgt diese Zeit 3 – 8 Wochen, in Einzelfällen bis zu mehreren Jahren. 

Wie wird die Erkrankung behandelt?
Eine infizierte Wunde sollte umgehend gründlich mit Seifenlösung oder Wasser gereinigt und anschließend desinfiziert werden. Die Wunde darf nicht genäht werden. 
Eine unverzügliche Impfung und ggf. gleichzeitige Gabe von Antikörpern ist nach Anweisung des behandelnden Arztes erforderlich (sog. Post-Expositions-Prophylaxe bzw. Auffrischimpfung).
Die Behandlung der Erkrankung erfolgt symptomatisch (Behandlung der Beschwerden) unter intensivmedizinischen Bedingungen.

 

Wie wird die Erkrankung übertragen?
Die Viren werden mit dem Speichel infizierter Tiere übertragen.
Ein Kontakt mit virushaltigem Speichel, z. B. durch einen Biss eines infizierten Tieres, kann zur Infektion führen. Die Übertragung ist auch durch direkten Kontakt mit dem Speichel der Schleimhaut oder Hautverletzungen möglich. 
Tiere sind gewöhnlich 3 – 7 Tage vor Auftreten von klinischen Symptomen sowie während der gesamten Dauer der Erkrankung ansteckend.

Wie kann ich mich und andere vor Ansteckung schützen?

  • Vermeiden Sie den Kontakt zu Wildtieren, auch zu zahm erscheinenden Wildtieren.
  • Führen Sie beim örtlichen Vorkommen von Tollwut ihre(n) Hund/Hunde an der Leine.
  • Streunende Hunde sollten durch Fachpersonal eingefangen werden.
  • Fledermäuse sollten wenn erforderlich nur mit Handschuhen angefasst werden.
  • Wenn Sie ein totes Tier (besonders im Wald) finden, berühren Sie es nicht. Informieren Sie den Förster. 
  • Lassen Sie Ihr Haustier impfen.

Ist eine Impfung möglich?
Eine Impfung steht zur Verfügung. Die Impfung ist empfohlen für Tierärzte, Jäger, Forstpersonal und ähnliche Risikogruppen sowie Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?
Ärzte und Labore: Meldepflichtig ist der Verdacht auf, die Erkrankung sowie der Tod an Tollwut sowie der Labornachweis des Erregers bei Hinweis auf eine akute Infektion.

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