Listeriose

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Infektionskrankheiten A-Z

Listeriose

Was ist eine Listeriose?

Die Listeriose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie durch Lebensmittel, die mit Listerien verunreinigt sind, auf den Menschen übertragen wird. Infektionen mit Listerien treten weltweit auf. In Deutschland werden jährlich nur wenige hundert Listeriose-Erkrankungen gemeldet. Im Vergleich zu anderen lebensmittelbedingten Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel der Salmonellose und der Campylobacteriose, ist die Anzahl der Erkrankten gering. Jedoch können Listeriose-Erkrankungen einen besonders schweren Verlauf nehmen und tödlich enden.

Informationen zu Listeriose

Wie äußert sich die Erkrankung?
Die Zeit bis zur Erkrankung beträgt wenige Stunden bis zu sechs Tagen, bei Verläufen mit Blutvergiftung (Sepsis) 1 – 12 Tage und bei Ungeborenen oder Neugeborenen 17 – 67 Tage.
Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist unbemerkt. Gelegentlich können leichte, grippeähnliche Beschwerden auftreten. An den „Kontaktstellen“ (meist den Händen) kann es zu pustelartigen Veränderungen der Haut kommen.
Für abwehrgeschwächte Personen wie Neugeborene, Schwangere und Erwachsene über 50 Jahren kann die Erkrankung lebensbedrohlich sein. Sie entwickelt sich mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Muskelschmerzen sowie u.U. auch Erbrechen und Durchfall. Im Verlauf kann es zur Blutvergiftung (Sepsis), eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnentzündung (Enzephalitis) kommen.
Bei Schwangeren verläuft die Erkrankung in der Regel unbemerkt oder unter einem relativ unauffälligen grippeähnlichen Bild. Dabei besteht die Möglichkeit eines Überganges der Infektion auf das ungeborene Kind mit der Gefahr, dass es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt oder das Kind krank zur Welt kommt. Diese Kinder sind apathisch und trinkfaul und zeigen häufig einen über den ganzen Körper verteilten Ausschlag. Es können Krampfanfälle und lebensbedrohliche Verläufe auftreten. 
 
Wie wird die Erkrankung übertragen?
Die Listeriose ist prinzipiell eine lebensmittelbedingte Infektionskrankheit.
Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel (z. B. bestimmte Fleisch- und Fischerzeugnisse sowie Käse, Butter etc.) werden Listerien nicht selten auch auf pflanzlichen Lebensmitteln, wie vorgeschnittenen Salaten, gefunden.
Eine Übertragung ist aber auch durch den direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder verunreinigtem Erdboden möglich.
Eine Infektion von Neugeborenen erfolgt durch die Plazenta, während der Geburt bei Durchtritt durch den Geburtskanal oder nach der Geburt durch Kontakt. 
 
Wie wird die Erkrankung behandelt?
Die Listeriose kann mit Antibiotika behandelt werden. 
 
Wie lange ist ein Erkrankter ansteckungsfähig?
Erkrankte können Listerien für mehrere Monate mit dem Stuhl ausscheiden.  
 
Wie schütze ich mich und andere vor einer Ansteckung?
Risikogruppen, insbesondere Schwangere und Patienten mit schweren Grunderkrankungen bzw. einer Abwehrschwäche, sollten auf den Verzehr folgender Lebensmittel verzichten:

  • Rohfleischerzeugnisse (z. B. Hackfleisch, Mett) und Rohwurst (z. B. Salami)
  • Roher Fisch sowie geräucherte und marinierte Fischerzeugnisse (z. B. Sushi)
  • Vorgeschnittene, verpackte Blattsalate
  • Rohmilchweichkäse

Welche Regelungen gelten für Gemeinschaftseinrichtungen?
Für Gemeinschaftseinrichtungen sind keine besonderen Regelungen zu beachten.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

Labore: Der Nachweis von Listerien muss namentlich gemeldet werden, wenn er auf eine akute Infektion hinweist.

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