Legionellose

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Infektionskrankheiten A-Z

Legionellose

Was ist eine Legionellose?

Legionellose ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Legionellen sind Bakterien, die in der Umwelt vorkommen und in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Sie können beim Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen, von grippeartigen Beschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen. Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C. Oberhalb von 60 °C werden sie abgetötet und unterhalb von 20 °C vermehren sie sich kaum noch. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger aufgrund der vorherrschenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. In Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems können sich Legionellen besonders gut vermehren.

Informationen zu Legionellose

Wie äußert sich die Erkrankung?
1 – 10 Tage nach dem Einatmen der Legionellen kann es zu zwei unterschiedlichen Krankheitsbildern kommen:
Die Legionellose führt zu einer schweren Form der Lungenentzündung. Sie beginnt meist mit allgemeinem Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Husten. Innerhalb weniger Stunden kommt es zu Brustschmerzen, Schüttelfrost und hohem Fieber, gelegentlich auch Bauchschmerzen mit Durchfällen und Erbrechen.
Demgegenüber ist das sogenannte Pontiac-Fieber durch einen wesentlich leichteren Verlauf gekennzeichnet. Die Krankheit führt zu leichten grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch Brustschmerzen und Husten sind möglich. Verwirrtheitszustände sind dagegen selten. Die Erkrankung heilt meist von selbst innerhalb von 2 – 5 Tagen aus. 
 
Wie wird die Erkrankung übertragen?
Die Legionellen werden durch zerstäubtes, vernebeltes Wasser übertragen. Die erregerhaltigen Tröpfchen können sich in der Luft verbreiten und eingeatmet werden.
Als potenzielle Infektionsquellen kommen u. a. in Betracht:

  • Warmwasser-, aber auch Kaltwasserleitungen, wenn in den Leitungen die Wassertemperatur über 25 °C steigt und es zu einer Verneblung des Wassers (z. B. Duschen) kommt.
  • Schwimmbäder/Badebecken, insbesondere Warmsprudelbecken (z. B. Whirlpools).
  • Luftbefeuchter, Kühltürme oder Klimaanlagen.

Entscheidende Faktoren für die Vermehrung von Legionellen sind die Temperatur des Wassers und seine Verweildauer im Leitungssystem.
Eine Gesundheitsgefährdung durch das Trinken von mit Legionellen kontaminiertem Wasser, kann bei immunkompetenten Personen ohne Schluckstörungen weitgehend ausgeschlossen werden.

Wie lange ist ein Erkrankter ansteckungsfähig?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. 

Wie wird die Erkrankung behandelt?
Eine Legionellose muss immer mit wirksamen Antibiotika und häufig im Krankenhaus behandelt werden. Das Pontiac-Fieber erfordert keine antibiotische Therapie; hier wird in der Regel nur eine Behandlung der Beschwerden (sog. symptomatische Behandlung) durchgeführt.  

Wie schütze ich mich und andere vor Ansteckung?
Wichtig ist, die Vermehrung von Legionellen im Leitungssystem der Trinkwasser-Installation zu vermeiden.
Für Errichtungen und Wartungen von Trinkwasser-Installationen gelten spezielle technische Regelwerke. Von Großanlagen und öffentlichen Gebäuden sowie Anlagen zu gewerblichen Zwecken werden laut Trinkwasserverordnung regelmäßig Wasserproben untersucht. Wird eine bestimmte Konzentration von Legionellen nachgewiesen, muss dies dem Gesundheitsamt angezeigt werden.
Folgende Sicherheitsmaßnahmen können helfen, um einer massenhaften Vermehrung von Legionellen im Warmwassersystem eines Wohngebäudes vorzubeugen:

  • Grundsätzlich sollten die Wasserleitungen regelmäßig genutzt werden und sog. Totstränge im Leitungssystem vermieden werden, damit kein Wasserstillstand in den Leitungen auftritt.
  • In einem Haus mit zentraler Wassererwärmung (Warmwasser-Speicher) sollte die Regler-Temperatur am Trinkwasser-Erwärmer auf mindestens 60 °C eingestellt sein. Die Wassertemperaturen im Leitungssystem sollten an keiner Stelle Temperaturen unter 55 °C aufweisen.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?

  1. Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation: Bei Überschreitung des sog. technischen Maßnahmewertes im Trinkwasser von 100 Legionellen pro 100 ml muss unverzüglich das Gesundheitsamt informiert werden.
  2. Labore: Der Nachweis von Legionellen muss namentlich gemeldet werden, wenn er auf eine akute Infektion hinweist.

 

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