Hepatitis D

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Infektionskrankheiten A-Z

Hepatitis D

Was ist eine Hepatitis D?

Hepatitis D ist eine durch das Hepatitis D-Virus (kurz: HDV) hervorgerufene Infektionskrankheit, die zu einer akuten Leberentzündung führen kann. Hepatitis D kann nur bei Personen auftreten, die bereits mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind, da sich das Hepatitis D-Virus nur in Anwesenheit des Hepatitis B-Virus vermehren kann. Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt gleichzeitig gegen Hepatitis D.

Informationen zu Hepatitis D

Wie äußert sich die Erkrankung?
Nach dem Auftreten unspezifischer Voranzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Abgeschlagenheit kann eine Gelbfärbung der Augen und/oder der Haut mit Juckreiz folgen. Der Urin kann sich braun, der Stuhl hell verfärben.
Hepatitis D kann nur bei Personen auftreten, die bereits mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind, da sich das Hepatitis D-Virus nur in Anwesenheit des Hepatitis B-Virus vermehren kann.
Eine gleichzeitige Infektion von Hepatitis B und Hepatitis D führt meist zu einem Krankheitsbild, das der Hepatitis B entspricht, kann jedoch zu einem schwereren Verlauf der Erkrankung führen. Etwa 10 % der Infektionen werden chronisch.
Eine spätere Infektion mit dem Hepatitis D-Virus bei einer bereits bestehenden Erkrankung an Hepatitis B führt oft zu schweren und in 70 –  90 % chronischen Verläufen.

Wie wird die Erkrankung übertragen?
Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch mehrfach verwendete Spritzen in der Drogenszene. Auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie eine Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind sind möglich. Seltener gibt es Übertragungen durch erregerhaltiges Blut und Blutprodukte.
Weitere Infektionsquellen können medizinische Instrumente, Akupunktur- und Tätowiernadeln, Nadeln zum Durchstechen der Ohrläppchen und Piercings etc. sein, wenn die Instrumente nicht keimfrei sind.  

Wie wird die Erkrankung behandelt?
Bisher steht keine wirksame Therapie zur Verfügung.
Eine dauerhafte Elimination des Hepatitis D-Virus wird durch eine Therapie mit Interferon nur selten erzielt. 
 
Wie lange ist ein Erkrankter ansteckungsfähig?
Solange im Blut eines Erkrankten Viren nachweisbar sind, kann die Person andere anstecken.
Die Ansteckungsfähigkeit beginnt schon vor dem Auftreten von Symptomen. Diese bleibt dann meist lebenslang bestehen und ist unabhängig davon, ob die Infektion zu einer bemerkbaren Erkrankung geführt hatte.
Ob ein Patient ansteckend bleibt, kann nur durch Blutuntersuchungen geklärt werden.

Wie schütze ich mich und andere vor einer Ansteckung?

  • Verwenden Sie bei der Wundversorgung (Erste Hilfe etc.) immer Einmalhandschuhe.
  • Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr mit unbekannten oder ansteckenden Partnern ein Kondom.
  • Schützen Sie sich vor direktem Blutkontakt (oder anderen Körperflüssigkeiten), insbesondere bei Verletzungen an der eigenen Haut oder Schleimhaut.
  • Verwenden Sie zur Körperpflege eigene Zahnbürsten, Rasierer, Nagelscheren etc.
  • Achten Sie darauf, dass beim Tätowieren und Piercen ausschließlich keimfreie Instrumente verwendet werden.
  • Sind Sie an Hepatitis D erkrankt, informieren Sie bei jeder ärztlichen, bzw. zahnärztlichen Untersuchung Ihren Arzt darüber.

Ist eine Impfung möglich?
Da eine Infektion mit dem Hepatitis D-Virus nur bei Personen möglich ist, die an Hepatitis B erkrankt sind, schützt die Impfung gegen Hepatitis B ebenfalls gegen Hepatitis D.

Welche Regelungen gelten für Gemeinschaftseinrichtungen?
Wenn ihr Allgemeinbefinden es zulässt, können Kinder oder Beschäftigte, die an Hepatitis D erkrankt sind, Gemeinschaftseinrichtungen besuchen.
Eine Ausnahme von dieser Regel stellen Kinder mit ungewöhnlich aggressivem Verhalten (Beißen), mit Blutungsneigung oder mit schweren Hauterkrankungen dar. Hier muss die Entscheidung individuell in Absprache mit dem Gesundheitsamt getroffen werden.

Ist die Erkrankung meldepflichtig?
Ärzte und Labore: Meldepflichtig sind der Verdacht, die Erkrankung sowie der Tod an Hepatitis D sowie der Labornachweis des Hepatitis D-Virus.

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