Projekt zu Medizinischem Cannabis

Projekt zu Medizinischem Cannabis

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Projekt zu Medizinischem Cannabis

Schwerkranke Menschen sollen leichter an Cannabisprodukte kommen

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Stadt Frankfurt startet Projekt Medizinisches Cannabis © ©Africa Studio - stock.adobe.com, Foto: Drogenreferat

 

 

 

Cannabis als Medizin - Fachtagung am 13. Mai in Frankfurt
Cannabis © RATOCA - Fotolia, Foto: ohne Angabe

 

Seit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes im März 2017 stehen schwerkranken Menschen neue Möglichkeiten offen, um Cannabisarzneimittel auf Rezept zu erhalten. Doch auch nach der Gesetzesänderung bleibt der Zugang zu Cannabisarzneimitteln häufig erschwert. Um bestehende Hürden zu beseitigen, vor denen schwerkranke Menschen nach wie vor stehen, hat das Drogenreferat der Stadt Frankfurt am Main im Jahr 2018 ein zunächst auf drei Jahre angelegtes Projekt zu Medizinischem Cannabis gestartet. Ziel ist es, genügend gut informierte Ärztinnen und Ärzte in Frankfurt zu haben, die Cannabis bei entsprechenden Indikationen verschreiben. Außerdem sollen sich die Patienteninnen und Patienten über Behandlungsmöglichkeiten und über ihre Rechte ausführlich informieren können.

Das Projekt umfasst zwei wissenschaftliche Begleitstudien, die das Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Stadt Hamburg und das Centre for Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt gemeinsam organisieren. Die Studien sollen umfassende Erkenntnisse über die Versorgungssituation schwerkranker Patienten und Patientinnen mit Cannabisarzneimitteln in Frankfurt liefern und bestehende Versorgungshindernisse und Versorgungslücken aufzeigen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist ein Expertengremium, das sich aus Frankfurter Ärztinnen und Ärzten aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen zusammensetzt. Durch den intensiven Austausch innerhalb des medizinischen Fachpersonals wird die Expertise gebündelt. Aus den Erkenntnissen der Begleitstudien und des Expertengremiums sollen zukünftig Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte sowie Informationsveranstaltungen für Patienten und Patientinnen entwickelt und angeboten werden. Langfristig soll eine Clearingstelle für alle Ratsuchenden eingerichtet werden.

Begleitend zum Projekt gibt das Drogenreferat in regelmäßigen Abständen einen Newsletter heraus, um Ärztinnen und Ärzte, Patientinnen und Patienten und andere Interessierte über die aktuellen Entwicklungen zu medizinischem Cannabis zu informieren. (http://newsletter-medizinisches-cannabis.de/abo/anmelden.html)

Bereits seit Juni 2015 können sich Patientinnen und Patienten in dem bundesweit einmalige Beratungsangebot „Medical Marihuana Project“ über Cannabisarzneimittel beraten lassen. Ein erfahrener Mediziner und ein Rechtsanwalt informieren über die Indikationsstellung, Risiken und Nebenwirkungen von Cannabisarzneimittel. Inzwischen haben weit mehr als 100 Ratsuchende das Angebot genutzt und zeigen ein weites Spektrum von Indikationen: Von Neurodermitis, ADHS, Epilepsie, spastischen Lähmungen, verschiedenen neurologischen Erkrankungen, seltenen Autoimmunerkrankungen über Schmerzpatient*innen bis hin zu Krebserkrankungen.

Für Rückfragen und weitere Informationen steht die Leiterin des Drogenreferats, Frau Regina Ernst, unter der Telefonnummer 069/212-30121 zur Verfügung.


 

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