Drogentrendstudie MoSyd 2018 liegt vor

Drogentrendstudie MoSyd 2018 liegt vor

header image

Aktuell

Amperinchen für gebrauchte Spritzen

Sichere Einwurfbehälter hängen an den Hotspots der Drogenszene im Bahnhofsviertel

16:9
Amperinchen für die sichere Entsorgung benutzter Spritzen im Bahnhofsviertel © Stadt Frankfurt am Main, Foto: Integrative Drogenhilfe

Ihr offizieller Produktname klingt eher niedlich, doch Gesundheitsdezernent Stefan Majer verspricht sich eine durchschlagende Wirkung von den fünf „Amperinchen“, die an den Hotspots der Drogenszene im Bahnhofsviertel aufgehängt wurden: Feuerverzinkte Behälter mit gesichertem Einwurfschlitz, in dem benutzte Spritzen sicher verschwinden und anschließend ebenso sicher entsorgt werden können. In der Nidda-, Elbe- und Moselstraße, im Niddasack und auf dem Karlsplatz hängen die neuen Metallbehälter, große Piktogramm-Aufkleber mit rot durchgestrichenen Spritzen auf Haustreppen oder in Grünflächen signalisieren schon von Weitem was künftig möglichst Vergangenheit sein soll. Ein sechster Behälter ist in der Taunusanlage nahe der Schillerstatue vorgesehen.

Drogenabhängige am Projekt beteiligt

Gesundheitsdezernent Stefan Majer ist zuversichtlich, dass Drogenabhängige die Behälter gut annehmen. Und das nicht nur wegen der einschlägigen Standorte inmitten der Drogenszene: „Die Abwurfbehälter sind ein Projekt, an dem Drogenabhängige selbst aktiv beteiligt sind.“ Die Piktogramm-Aufkleber haben ehemalige Abhängige und Substituierte der Junkfurter Ballergazette JuBAZ, einem Qualifizierungsprojekts der Integrativen Drogenhilfe (idh), gestaltet und produziert. Die regelmäßige Leerung der „Amperinchen“ übernimmt die Fegerflotte im Bahnhofsviertel, ein Arbeitsprojekt für Drogenabhängige der Drogenhilfeeinrichtung K9 des Vereins Arbeits- und Erziehungshilfe  (vae).
Auch Gabi Becker, Geschäftsführerin der idh, ist froh, „dass die Behälter hängen, und benutzte Spritzen jetzt ordnungsgemäß entsorgt werden können“. Sie hat die Idee mit den „Amperinchen“ von Drogenhilfeeinrichtungen aus Berlin mitgebracht, „die sehr gute Erfahrungen damit gemacht haben“. Im Inneren sind die Metallboxen mit speziellen 12-Liter-Behältern für Medizinprodukte ausgestattet, die die Einsatzteams der Fegerflotte einfach und gefahrlos austauschen können. Die ordnungsgemäße Entsorgung der Spritzenbehälter läuft anschließend über den Abfallentsorger Remondis.

Entlastung fürs Bahnhofsviertel

Das Drogenreferat der Stadt Frankfurt hat die knapp 1240 Euro für die Anschaffung der „Amperinchen“ übernommen und trägt die laufenden Kosten von jährlich knapp 4000 Euro für den wöchentlichen Wechsel und die Entsorgung der Medizinbehälter. Für Regina Ernst, Leiterin des Drogenreferats, eine gute Investition: „Unsere Arbeit zielt immer darauf, die negativen Folgen und Belastungen der Drogenproblematik sowohl für die Konsumierenden selbst aber auch für die Allgemeinheit zu minimieren. Dabei kann schon ein kleiner Abfallbehälter helfen.“

 

inhalte teilen

Monitoring System Drogentrends